LBV magazin 2-26

FOTOS: FRANZISKA BACK (2) REPORTAGE tümer mit unterschiedlichen Interessen besitzen Parzellen im Moor. Während einige die Maßnahmen begrüßen, sind andere skeptisch. Eine von Sabines wichtigsten Aufgaben ist deshalb Überzeugungsarbeit. „Die Flächen hier gehören einem anderen Verein, mit dem wir sehr gut zusammenarbeiten, und drei privaten Eigentümerinnen“, erklärt die Geschäftsstellenleiterin. Der Besitzer der angrenzenden Fläche hingegen möchte diese nicht für die Renaturierung freigeben. Zu groß ist seine Sorge, das Holz der Bäume künftig nicht mehr nutzen zu können. Hinter der Grundstücksgrenze hat sich bereits eine kleine Wasserlache gebildet. „Das muss bis morgen wieder weg sein. Ansonsten müssen wir eine Lösung finden – aber die finden wir sicher“, sagt Sabine. Nachbarflächen, deren Eigentümer der Renaturierung nicht zugestimmt haben, dürfen auf keinen Fall verändert werden. „Nicht für jeden hat die Wiedervernässung den gleichen Stellenwert wie für uns“, berichtet Sabine aus eigener Erfahrung. Dabei ist gerade der Klimawandel ein zentrales Argument für die Renaturierung: „Die Moorrenaturierung ist eine der effektivsten Methoden, um Kohlenstoff zu binden.“ Multitalent Moor Monatelang wurde der Einsatz heute vorbereitet. Gefördert wird die Renaturierung vom Bayerischen Umweltministerium. Nun endlich rollt der Bagger. Unterstützung bekommt Sabine von zahlreichen Ehrenamtlichen. Einer von ihnen ist Manfred Kinberger. Der Rentner bringt wertvolles Fachwissen mit und kartiert gemeinsam mit Sabine die Entwässerungsgräben, koordiniert Bauarbeiten und packt auch ansonsten an, wo es von Nöten ist. „Ich komme eigentlich aus der Landschaftsplanung. Und im Ruhestand dachte ich mir: zurück zu den Wurzeln“, sagt der ehrenamtliche Naturschützer. Ein bis zwei Tage pro Woche widmet er dem LBV und den Mooren. Während der Bagger den Damm unter einer dicken Schicht Torf verschwinden lässt, die er wenige Meter weiter ausgehoben hat, machen Sabine und Manfred einen Rundgang über die Fläche. Sie prüfen, welche Gräben in den kommenden Tagen und Wochen noch verschlossen werden sollen. Überall sprießt rötlich-violett eine strauchartige Pflanze: Heidekraut. „Das ist tatsächlich das gleiche wie auf den Heideflächen in Norddeutschland. Für uns ist es ein Indikator, dass es hier viel zu trocken für ein Moor ist“, erklärt Sabine. Zwischen dem Heidekraut Der Damm staut das Wasser auf und hindert es am Ablaufen. Die „Kümmerer“ des Weidfilzes unterwegs: Sabine Tappertzhofen und Manfred Kinberger 22 LBV MAGAZIN 2|26

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