VOGELSCHUTZ 3-23

FOTOS: FRANK DERER, KG BERCHTESGADENER LAND Mit dem langen Schnabel stochert der Große Brachvogel in den Feuchtwiesen nach Kleintieren. Ehrenamtliche beim Arbeitseinsatz im Haarmoos. Oberbayern ein größeres Gerät gefördert, doch auch das alte bleibt in Betrieb. Dass sich inzwischen der Bestand des Großen Brachvogels bei sieben bis acht Paaren stabilisiert hat und es den anderen Wiesenbrütern als Zeigerarten für das Streuwiesengebiet passabel geht, ist auch dem Zusammenspiel der verschiedenen Institutionen und Beteiligten zu verdanken. So unterhält der Landschaftspflegeverband eine weitere Gelegeschutzzäunung, das Biosphärenreservat schickt Ranger zur Besucherlenkung ins Haarmoos und die Jäger betreiben gezielt Fuchsjagd. Die Untere Naturschutzbehörde sowie die ANL beraten fachlich und die Regierung von Oberbayern hilft mit Fördergeldern, nicht zu vergessen das Engagement der Landwirtinnen und Landwirte, der LBV-Kreisgruppe Berchtesgadener Land und der Gebietsbetreuerin. In regelmäßigen Abstimmungsgesprächen tauschen sich alle am runden Tisch aus, und so sind Melanie Tiefenthaler und ihre Mitstreitenden zuversichtlich, dass auch in Zukunft im Frühjahr ein abwechslungsreiches Vogelkonzert inklusive des Vogels des Jahres 2023 im Haarmoos erklingt. SABINE PRÖLS Leiterin LBV-Regionalgeschäftsstelle Inn-Salzach E-Mail: sabine.proels@lbv.de LBV MAGAZIN 3|23 25 abgestimmt. Da im Frühjahr weite Bereiche nach Regenfällen unter Wasser stehen, muss sowohl mit demMoorbagger eine schonende Grabenräumung an ausgewählten Gewässern erfolgen, damit die Flächen weiterhin bewirtschaftbar bleiben, als auch eine landwirtschaftliche Nutzung, die von Zwilligsbereifung bis hin zur Handarbeit an die teilweise extrem nassen Verhältnisse angepasst ist. Dennoch ging der nach den Maßnahmen auf zehn Brutpaare angewachsene Bestand des Großen Brachvogels vor zehn Jahren auf fünf bis sechs Brutpaare zurück. Rückgänge waren auch bei Wiesenpieper und Braunkehlchen zu verzeichnen. Als Reaktion darauf wurden von der LBV-Regionalgeschäftsstelle Inn-Salzach zusätzliche biotopverbessernde Maßnahmen über die bayerische Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie bei der Regierung von Oberbayern beantragt. Zusammen mit den Ehrenamtlichen wurden Gehölzgruppen auf den Stock gesetzt und Flachwassermulden ausgebaggert. Eine auf Initiative der LBV-Kreisgruppe errichtete Gelegeschutzzäunung schützt heute eine Fläche von über acht Hektar vor Fuchs und Marder. Der Aufwand hierfür ist groß. So konnte ein nach einem Blitzeinschlag defektes Weidezaungerät nur dank des Improvisationsgeschicks der Landwirte der Familie Hofmeister weitergenutzt werden. Auch kontrollieren sie täglich die Spannung und mähen regelmäßig unter dem Zaun aus. Heuer hat die Regierung von

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