VOGELSCHUTZ 3-23

FOTOS: RALF EDLER, CHRISTIAN STIERSTORFER (2), ALMUT KROEHLING, CHRISTOPH BAUER Ochsenau Landshut Der letzte große Kalkmagerrasenkomplex an der Isar soll sukzessive diversen Bauvorhaben weichen. Akut betroffen ist das sogenannte Grüne Zentrum, das mit Förderung des Freistaats Einrichtungen der Forst- und Landwirtschaft beherbergen soll. Der LBV geht derzeit mit rechtlichen Schritten dagegen vor. Mittelfristig sind weitere große Flächen für Neubaugebiete vorgesehen. Das Gebiet mit vielen seltenen Arten wurde trotz seiner enormen Naturschutzbedeutung nie als FFH-Gebiet gemeldet. Der LBV hat dazu die EU-Kommission eingeschaltet. Das Vorhaben widerspricht eklatant der Verpflichtung zum Erhalt ökologisch wertvoller Flächen in öffentlichem Eigentum. Umgehungsstraße Schweinhütt (Lkr. Regen) Der Bund plant für die B11 im Regener Ortsteil Schweinhütt eine weitere Umgehung. Dabei hat das Dorf bereits eine umgehungsähnliche Straße. Für die sechs verbleibenden Anwesen soll nun eine neuerliche Umgehung entstehen. Dafür müssen große Schneisen in die Hügellandschaft des Bayerischen Waldes geschlagen werden. Um Verbotstatbestände zu umgehen und überhaupt eine Genehmigungsfähigkeit zu schaffen, sind mehrere aufwendige Fledermaustunnel zu bauen. Kürzlich wurde die Planfeststellung mit Baugenehmigung und Sofortvollzug abgeschlossen. Der LBV prüft rechtliche Schritte. Wohngebiet Annahaid Nittenau (Lkr. Schwandorf) Obwohl sie über 34 Hektar baureifes Land verfügt, plant die Stadt Nittenau die Ausweisung weiterer Baugebiete. Vier Hektar Klimaschutzwald am Rande des Landschaftsschutzgebiets sollen fallen. Der von Kiefern dominierte Waldbestand weist eine starke und vitale Eichenverjüngung auf und ist bestens für trockenere und heißere Sommer gerüstet. Das Bauministerium hält die Planung der Stadt für nicht raumverträglich und kritisiert die Bedarfsplanung. Eine Petition wurde im Landtag einstimmig angenommen. CHRISTOPH BAUER Dipl.-Forsting. (univ.) Leiter Bezirksgeschäftsstelle Oberpfalz, Regenstauf E-Mail: christoph.bauer@lbv.de LBV MAGAZIN 3|23 17 Umgehungsstraße Eselweihergebiet (Lkr. Schwandorf) Nicht weit vom geplanten Gewerbegebiet Teublitz planen die Kommunen des „Städtedreiecks“ eine Umgehungsstraße. Diese würde mitten durch ein historisches Weihergebiet führen, das Heimat seltener Arten ist. Von vier Trassenvarianten waren in einem Raumordnungsverfahren drei ausgeschieden. Die einzig verbliebene ortsnahe Trasse war mit enormen Umweltauflagen versehen worden. Inzwischen wurde von den betroffenen Kommunen der Ausstieg aus den Planungen beschlossen. ICE-Stellwerk Nürnberger Reichswald Die Deutsche Bahn plante den Bau eines ICE-Instandhaltungswerks. Dem Vorhaben wären u. a. über 40 Hektar Bannwald und Natura 2000-Gebiet im Nürnberger Reichswald zum Opfer gefallen. Nach erheblichem Widerstand eines breiten Bündnisses mit Beteiligung des LBV wurden die Planungen verworfen. Der Nürnberger Reichswald ist für den Klimaschutz im dicht besiedelten Raum Nürnberg unverzichtbar. Nicht nur als „grüne Lunge“, sondern auch als CO2- und Wasserspeicher sowie nicht zuletzt als Erholungsraum. Machen Sie mit! Schicken Sie die beiliegende Postkarte Ihrer Kandidatin oder Ihrem Kandiaten und zeigen Sie somit, dass Naturschutz bei der Landtagswahl eine wichtige Rolle spielt!

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