LBV MAGAZIN 3|23 13 Täglich werden in Deutschland 55 Hektar Land ihrer vorherigen Nutzung entzogen, davon allein über 10 Hektar pro Tag in Bayern. Der Hunger nach neuen Flächen ist in Bayern im bundesweiten Vergleich besonders groß. Schon heute sind über zwölf Prozent der bayerischen Landesfläche Siedlungs- und Verkehrsflächen. Die in der Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes vorgegebene Reduzierung der Flächeninanspruchnahme, wie die Politik das Problem lieber umschreibt, auf höchstens 30 Hektar täglich bis 2030, scheint unerreichbar. Auch das neue bayerische Landesplanungsgesetz begnügt sich mit einem unverbindlichen Richtwert von fünf Hektar täglich, der bis 2030 lediglich „angestrebt“ wird. Eine Trendwende wird auf diese Weise nicht stattfinden. Das Umweltbundesamt definiert Flächenverbrauch als Umwandlung von bisher vor allem landwirtschaftlich genutzter Flächen in „Siedlungs- und Verkehrsfläche“. Eine ökologische Definition beschreibt Flächenverbrauch „als Verlust von Betonflut stoppen Kaum ein anderes Land ist so dicht besiedelt wie Deutschland. Aber der Bau neuer Straßen, Siedlungen und Gewerbegebiete geht ungebremst weiter. Der Druck auf die noch vorhandene Natur steigt immer mehr. Schon heute ist der Flächenfraß eines unserer größten Umweltprobleme – gerade in Bayern. Immer mehr neue Industrie- und Gewerbegebiete entstehen in öffentlichen Wäldern.
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