LBV MAGAZIN 3|23 11 tenvielfalt „Rettet die Bienen!“ als eigenes, zusätzliches Ziel gesetzt. Sein stellvertretender Parteivorsitzender Manfred Weber kämpft auf EU-Ebene vehement genau gegen dieses Ziel. Auch der stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger widerspricht dem Ziel der Halbierung von Pestiziden in Bayern. Dies ist schlecht für den Natur- und Umweltschutz in Bayern, derartige Widersprüche führen zu Politikverdrossenheit und stehen im Gegensatz zu teils ehrlichen Anstrengungen der Staatsregierung für Naturschutzziele der vergangenen Jahre. Ich erwarte, dass sich der Ministerpräsident und alle anderen Vertreterinnen und Vertreter der CSU, auch die in Berlin und Brüssel, sowie insbesondere der stellvertretende Ministerpräsident, geschlossen hinter das gesetzte Ziel der Pestizidhalbierung stellen und dieses auf allen Ebenen vertreten und voranbringen. Danke an alle Ehrenamtlichen In der derzeitigen Krise wird von vielen Politikerinnen und Politikern der Eindruck erweckt, Natur- und Artenschutz sei etwas, dem man sich widmet, wenn es keine anderen Herausforderungen gibt. Dabei wird vollkommen übersehen, dass eine gesunde Natur elementare Voraussetzung für unser Leben generell darstellt. Konsequenterweise ist der Schutz unserer Natur auch in der Bayerischen Verfassung und im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland festgelegt. Umso verwunderlicher ist es für mich, dass viele der Aufgaben imNatur- und Artenschutz von Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtlern erledigt werden müssen. Beispiele hierfür sind das Monitoring häufiger Brutvogelarten oder die Wiesenbrüterkartierung in Bayern. Ich möchte allen hier ehrenamtlich und mit großem Einsatz Engagierten ganz herzlich für ihre großartige Arbeit danken! Manche Arten können Konflikte auslösen Der derzeitige Umgang mit Arten, die in Ausnahmen auch Konflikte mit dem Menschen versachen können, wie Wolf, Dr. Norbert Schäffer Fischotter, Biber oder Saatkrähe, erweckt den Eindruck, dass wir im Naturschutz wieder beim Schädlings-Nützlingsdenken der 1970er Jahre gelandet sind. Plötzlich werden wieder Fragen laut wie: „Wozu brauchen wir den Fischotter?“ Der LBV erkennt sehr wohl, dass bestimmte Arten zu Konflikten insbesondere mit Teichwirten und Weidetierhaltern führen können. Wir plädieren für eine sachliche und konstruktive Vorgehensweise bei der Suche nach Lösungen. Leider erleben wir im Wahlkampf genau das nicht. Vielmehr werden Probleme mit Konfliktarten regelrecht instrumentalisiert. Damit aber wird man weder den Betroffenen noch den genannten Arten gerecht. Abseits der schwierigen Position des Naturschutzes in der vom Wahlkampf geprägten Politik, erzielen wir mit unserer Arbeit im Verband täglich viele Erfolge für die Natur in Bayern. Dank unseres erfolgreichen Auswilderungsprojekts sind in Berchtesgaden und Umgebung mittlerweile fünf Bartgeier zu Hause. Dem Wanderfalken geht es in Bayern wieder deutlich besser, als noch vor 30 Jahren. Der Uhu, ehemals gefährdet, ist heute aus der Roten Liste entlassen und unsere LBV-Schutzgebiete bieten vielen auch seltenen Arten wichtigen Lebensraum. Nach der Landtagswahl wird es im politischen Bayern hoffentlich wieder ruhiger und sachlicher zugehen. Gerade als LBV-Vorsitzender freue ich mich darauf! BUCHENWALD IM SPESSART I FOTO: OLIVER WITTIG Beim Umgang mit manchen Arten sind wir wieder in den 70ern gelandet Folgen Sie mir auf X unter @N_Schaeffer (ehemals Twitter)
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