FOTOS: MARKUS GLÄSSEL, DIRK70 - STOCK.ADOBE.COM, ANDREAS HARTL, ROSL RÖSSNER Manche ehemals typischen Waldarten wie zum Beispiel Ringeltaube, Amsel und Mönchsgrasmücke kommen heute vorwiegend in Gärten vor. Nahrung nach Saison Je vielfältiger die Strukturen in den Gärten sind, umso höher kann auch die Vielfalt an Vogel- und anderen Tierarten sein. Naturnähe ist dabei ein wichtiges Stichwort. So sollten wilde Ecken zugelassen werden und samentragende Pflanzen ausreifen dürfen. Dies steigert das Angebot an natürlicher Nahrung in Form von Insekten und anderen Wirbellosen sowie an Sämereien und Früchten je nach Jahreszeit. Große Bedeutung kommt dabei dem Verzicht auf Pestizide zu. Bei vielen Vogelarten ändert sich der Speisezettel im Jahreslauf. Sämereien, Körner und Nüsse sind meist sehr fetthaltig, sie liefern Vögeln am besten Energie zum Warmhalten im Winter, für das Brutgeschäft oder die Mauser. Zu jeder Jahreszeit beliebt sind Sonnenblumenkerne und Erdnüsse. Erdnüsse können auch durch Wal- und Haselnüsse ersetzt werden. Zur Brutzeit sollten Sie Nüsse als Bruch oder geschrotet anbieten und am besten in speziellen Behältern mit engen Maschen, damit ein häufig gefürchtetes Ersticken von Jungvögeln an ganzen Nüssen oder großen Teilen von vornherein ausgeschlossen ist. Vogeleltern wissen jedoch ganz genau, was die beste Nahrung zur Aufzucht ihrer Jungen ist, nämlich fast immer Insekten, die viele Proteine enthalten. Raupen spielen als Kükennahrung bei vielen Arten eine große Rolle. Mehlwürmer, am besten lebend in einem geeigneten Behälter angeboten, sind für die Vögel leichter zu erbeuten als Raupen, da die zeitraubende Suche entfällt. Auf die gesamte BrutDie Fütterung das gesamte Jahr über kann nur eine Ergänzung zu einem reichhaltigen natürlichen Nahrungsangebot sein. Im Garten sollten Vögel daher immer auch Sämereien, Insekten, Spinnen und andere Nahrungstiere finden. Ganz wichtig Vögel kommen dort vor, wo sie ausreichend Nahrung finden. Das bedeutet, dass der Lebensraum auch für viele Pflanzen, Insekten und andere Wirbellose, die die Vögel fressen, gut geeignet ist. Vögel als Schirmarten zeit gerechnet ist Lebendfutter aber vergleichsweise teuer. Auch gibt es Raupen in einem naturnahen Garten ja umsonst, ebenso Würmer und Maden, zum Beispiel am Komposthaufen. Wer gerne besondere Beobachtungen machen möchte, zum Beispiel wenn die Jungen ausgeflogen sind und noch einige Tage nach Futter betteln, der kann mit Lebendfutter nachhelfen. Im Herbst nutzen die meisten Vögel das Überangebot an Samen und Früchten. Futterstellen sind dann mitunter sogar verwaist. Fettfutter – zur Brutzeit ein Problem? Fettfutter in Form der klassischen Meisenknödel, aber auch als Fettkuchen, ist ein beliebtes und gutes Winterfutter, denn es ist aufgrund seines hohen Fettgehalts sehr energiereich. Oft wird es auch zur Brutzeit angeboten, doch es gibt einzelne Hinweise, dass Fettfutter den Bruterfolg von Meisen verringern könnte. Da diese Frage noch nicht endgültig geklärt ist, sollten Fettkuchen und Meisenknödel vielleicht besser Winterfutter bleiben. Auch natürliches Aufzuchtfutter wie Raupen enthält Fett. Es unterscheidet sich jedoch in seiner Zusammensetzung von Fettkuchen. Wenn Sie auch im Sommer Fettfutter anbieten möchten, dann greifen Sie bitte auf selbst hergestellte Futterkuchen aus t i er i schem Fett (Rindertalg) zurück, das Sie mit Eiweiß wie b e i s p i e l s - weise fein g e m a h l e - nen, getrockneten Insekten anreichern. Raupen sind das bevorzugte Futter für die Jungen vieler Vogelarten im Garten. Oft sind energiereiche Beeren kurz vor dem Abflug ins Winterquartier für Zugvögel unentbehrlich. LBV MAGAZIN 2|23 39 ANITA SCHÄFFER Dipl.-Ing. Forstwirtschaft Buchautorin und Redaktionsmitglied E-Mail: infoservice@lbv.de
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