VOGELSCHUTZ 2-23

FOTO: DOUG NELSON sche übersetzt und für eine deutschsprachige Leserschaft umgeschrieben. Wir bieten darin Anleitungen, Vögel bewusst zu beobachten, sich Gedanken zu ihrem Verhalten zu machen, dabei zu entspannen und das Glück der Vogelbeobachtung zu genießen. Warum sollten die Menschen das Buch lesen? Wir hören ständig, dass es der Natur schlecht geht, Arten aussterben, Lebensräume verschwinden, und dass wir Menschen der Grund dafür sind. Ändern können wir das nur, indem wir uns anders verhalten. Doch Statistiken und rationale Argumente können Menschen nur bedingt zu einer positiven Verhaltensänderung gegenüber der Natur bewegen. Wir müssen erleben, wie eine Amsel ihr Junges großzieht, ein Braunkehlchen auf der Wiese rastet, bevor es weiter in den Norden zum Brüten fliegt, und wie ein Türkentäuberich seine Partnerin anbalzt. So baut man eine intensive Beziehung zur Vogelwelt und zur Natur um uns auf und will sie dann nicht mehr missen. Wir hoffen, dass die Leserinnen und Leser durch das Buch Vögel lieben lernen, sich durch Beobachtungen mit ihnen verbunden fühlen und sich für ihren Schutz einsetzen. Wir hoffen, dass eine intensive Beziehung zur Natur zu einem nachhaltigeren Verhalten gegenüber der Natur führen wird. Und Menschen sollen diese Liebe zur Vogelwelt und zur natürlichen Umwelt auch an andere weitergeben. Und wie kann jetzt jede und jeder sofort mit dieser Art der Vogelbeobachtung anfangen? Am besten beginnt man bei einem gemütlichen Spaziergang. Das kann überall sein, auch entlang einer Straße in der Stadt. Man sollte möglichst keine Erwartungen haben, sondern sich einfach überraschen lassen, was man sieht, hört und findet. Man beobachtet und horcht, ob man in der Nähe Vögel entdeckt. Wie viele verschiedene Vögel sind es? Man muss sie nicht bestimmen können, um Unterschiede zu bemerken, aber man nimmt ihre Vielfalt wahr. Einfach nur zuhören, zuordnen und genießen. Am besten schreibt man nach dem Spaziergang auf, wie man sich fühlt, was man erlebt und entdeckt hat. Wenn man den Spaziergang am nächsten Tag wiederholt, kann man dann vergleichen und merkt, was man Neues beobachtet. Und welche Wirkung hat dies dann bestenfalls? Wenn wir uns mit dem Leben von Vögeln und anderen Tieren beschäftigen, relativieren sich Dinge in unserem eigenen Leben. Wir bemerken vielleicht, was uns wichtig ist, fühlen uns geerdet und zentriert. Wir kommen in Kontakt mit uns selbst, wo wir sind: in unserem Körper, im Hier und Jetzt. Aktuelles vom Seniorenprojekt Das durch die Pflegekassen geförderte LBV-Präventionsprojekt „Alle Vögel sind schon da“ läuft nun seit über fünf Jahren, in mehr als 200 Senioreneinrichtungen werden seither ein bis mehrmals pro Woche an einer Futterstation Vögel beobachtet. Zahlreiche Materialien zur Vogelbeobachtung helfen den Senior*innen aktiv zu sein. Eine Studie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt hat gleich in den Anfangsjahren (2020) gezeigt, dass sich die Vogelbeobachtung positiv auf die Lebensqualität älterer Menschen auswirkt. LBV-Kreisgruppen sind eingeladen – sowohl bei der Auftaktveranstaltung wie auch danach – das Projekt zu unterstützen, den Heimen etwaige Fragen zu beantworten oder zu gegebenem Anlass, zum Beispiel der Stunde der Wintervögel, mit den Senior*innen gemeinsam Vögel zu beobachten und zu zählen. Gerne können sie auch neue Heime auf die Aktion ansprechen und zum Mitmachen begeistern. Kontakt: allevoegel@lbv.de KATHRIN LICHTENAUER Was war Ihr schönstes Erlebnis bei der Vogelbeobachtung? Schreiben Sie über Ihre schönste Vogelbeobachtung an: angelika.nelson@lbv.de Angelika Nelson bei der geruhsamen Vogelbeobachtung im Park. LBV MAGAZIN 2|23 17

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