32 VOGELSCHUTZ 1|22 L B V A K T I V I M G E S P R Ä C H Am schönsten waren die Tierbeobachtungen Wer sind die Menschen, die im LBV aktiv sind? In jeder Ausgabe lernen Sie einen von ihnen näher kennen und bekommen so spannende Einblicke in die vielfältige ehrenamtliche Naturschutzarbeit. INTERVIEW: ANKE BRÜCHERT LBV: Seit wann bist Du für den Naturschutz aktiv und wie kamst Du dazu? Selina Hemmer: Noch nicht lange – so richtig erst, seit wir die LBV-Hochschulgruppe in Triesdorf im März 2021 gegründet haben. Davor sporadisch bei der Gebietsbetreuung am Altmühlsee, der LBV-Umweltstation, bei den Wiesenbrütern. Zu denen bin ich über ein Projekt der Hochschule zum Großen Brachvogel gekommen. Daraufhin habe ich mein Praxissemester in Garmisch-Partenkirchen beim Alpenreferenten des LBV gemacht. Warum hast Du Dich für ein Engagement beim LBV entschieden? Da mir das Projekt zusammen mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und dem LBV sehr gut gefallen hat und mein Praxissemester auch super war, gab es nie einen Grund, sich anderswo umzuschauen! Was war Dein schönstes Erlebnis im Naturschutz bisher? Das schönste waren wohl die Tierbeobachtungen während der Arbeit. In Garmisch-Partenkirchen durfte ich Birkhühner kartieren. Wenn man dann eins aus sicherer Entfernung entdeckt hat und es einfach nur beobachten darf, wie es durch die Latschen streift oder sogar balzt, ist das sehr beeindruckend und man weiß wieder, wofür man die Arbeit macht. Oder wenn man um sechs in der Früh aufsteht, um im Wiesmet für die Wiesenbrüter Zäune aufzubauen, und dann in der nebelverhangenen Landschaft steht, die Sonne gerade aufgeht und die Brachvögel in der Ferne rufen. Hast Du gerade ein Projekt, welches Du besonders verfolgst? Die Hochschulgruppe weiter voranbringen und noch mehr Leute in Triesdorf für Naturschutz und den LBV begeistern. Wir haben uns während der Pandemie gegründet, was uns leider bei Veranstaltungen, Exkursionen und einfachen Treffen sehr eingeschränkt hat. Wir hoffen auf ein gutes neues Sommersemester, in dem wir all unsere kleinen und großen Pläne umsetzen können. Welche Möglichkeiten siehst Du, andere junge Menschen für den Naturschutz zu begeistern? Gemeinsam rausgehen und sich von der Begeisterung anderer anstecken lassen. Schokokekse sollen auch Wunder wirken! Wenn Du für die Natur Bayerns drei Wünsche frei hättest, welche wären das? Bessere Perspektiven für Wiesenbrüter, mehr Raum für Birkhühner und gute Aussichten für wilde Fließgewässer. Was waren die besonderen Projekte, Deine Herzensanliegen? Da ich doch noch recht „frisch“ dabei bin, gibt´s da noch nicht so viele, aber in die Gründung der Hochschulgruppe ist schon viel Herzblut geflossen! Was wünschst Du Dir für die kommenden Jahre im Bereich Umwelt, Arten- und Naturschutz? Einen respektvolleren Umgang der Menschen mit der Natur und mehr Anerkennung und finanzielle Mittel, um die vielen tollen Ideen in die Tat umzusetzen. Was machst Du am liebsten, wenn Du nicht Naturschutz machst? Viel Bergsport und ein bisschen studieren (Umweltsicherung im siebten Semester an der HSWT in Triesdorf) … Selina Hemmer von der LBV-Hochschulgruppe Triesdorf Bei der Flächeneinteilung für die BirkhuhnKartierung. FOTOS: SELINA HEMMER PRIVAT, MICHAEL SCHÖDL
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