VOGELSCHUTZ 4-21

FOTO: CHRISTOPH BOSCH Wie aus dem Nichts bedroht ein eingeschleppter Hautpilz den Feuersalamander und könn- te sogar zu seinem Aussterben führen. Ein gemeinsames Projekt von LBV, Bund Naturschutz und LARS (Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz) will dies verhindern. Dabei gilt es, auch vollkommen ungewöhnliche Maßnahmen zu ergreifen. Dieser Beitrag erscheint zeit- gleich in den Mitgliederzeitschriften der Naturschutzverbände. C harakteristisch und unverkennbar für den Feuer- salamander ist die schwarz-gelbe Rückenzeich- nung, die je nach Unterart, aber auch von Tier zu Tier, sehr unterschiedlich ausfällt. In Bayern kommen zwei Formen vor: Salamandra s. salamandra , der unregelmäßig gelb-schwarz gefleckt ist, und Salamandra s. terrestris , eine mehr oder weniger deutlich längsgebänderte Unterart. Während die erste Unterart im ganzen Freistaat zu finden ist, beschränkt sich das Vorkommen der längsgebänderten auf Nordbayern. Feuersalamander leben vor allem in den quellreichen Laub- und Laubmisch- wäldern der bayerischen Mittelgebirge und Voralpen. Dort finden sie geeignete Larvengewässer, Versteckmöglichkeiten und Beutetiere wie Nacktschnecken, Spin- nen, Tausendfüßer, Käfer, Raupen und Regenwürmer. Der Feuersalamander ist lebendgebärend. Seine Larven setzt er meist im kühlen, nährstoffarmen und sauerstoffreichen Wasser naturnaher Quellbäche ab. Dort entwickeln sie sich innerhalb von zwei bis vier Monaten vom kiemenatmenden Wasserbewohner zum lungenatmenden Landtier. Als Tagesversteck nutzen die dämmerungs- und nacht- aktiven Schwanzlurche Spalten zwischen Baumwurzeln, Lü- cken in Baumstümpfen, Mauer- und Felsspalten, die Laub- schicht amWaldboden sowie Komposthaufen in Gärten, wo tagsüber kühle Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtig- keit herrschen. Wenn es geregnet hat, und bei hoher Luft- feuchtigkeit, sind sie auch tagsüber unterwegs. Den Winter verbringen sie in frostfreien, den Tagesverstecken ähnli- chen Unterschlüpfen. Bsal – auch in Bayern Noch ist wenig über die neuartige Bedrohung des Feuer- salamanders durch den sich ausbreitenden, hochaggres- siven Pilz Bsal bekannt (siehe S. 18). Im Rahmen des vom Bayerischen Umweltministerium geförderten Artenhilfs- programms (AHP) sollen nicht nur nötiges Wissen für den Erhalt und Schutz der Art zusammen- getragen, sondern auch ganz konkrete Schutzmaßnahmen durchgeführt werden. Bis August 2024 werden haupt- und eh- renamtliche Artenschützer*innen in acht verschiedenen Schwerpunktgebieten Bay- erns die Larven des Feuersalamanders in den bekannten Laichgebieten zählen, um einen Überblick über den Status quo zu bekommen und Bestandseinbrüche frühzeitig zu erkennen. Die Untersu- chungsgebiete liegen von Nord nach Süd in der Rhön, im Spessart, im Frankenwald, in der Fränkischen Alb, in der Hersbrucker Alb, imOberpfälzer Wald, imUnterbayerischen Hügelland mit den Isar-Inn-Schotterplatten und im Alpen- vorland. Auch die Haßberge und der nördliche Steigerwald zählen dazu, denn im Steigerwald wurden 2020 erstmals in Bayern von Bsal befallene Feuersalamander nachgewiesen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) beobachtet dort seitdem die Situation. LBV, BN und LARS haben in allen Aufwendiger Kampf gegen das Aussterben VOGELSCHUTZ 4|21 17

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