VOGELSCHUTZ 2-21

VOGELSCHUTZ 2|21 27 Um die Population des Mauerseglers nachhaltig stabil zu halten, sind ein dauerhaftes Engagement und vor allem ge- eignete Nistplätze gefragt. Im Landkreis Regen setzt sich der LBV-Aktive Johannes Dalloz seit vielen Jahren erfolg- reich für die bedrohte Art ein. An seinem Haus in Kirchdorf im Wald ist seit 2010 eine Großkolonie mit 50 Nistkästen entstanden. Die Kästen über dem Balkon (siehe Foto) be- reiten ihm besondere Freude, wenn die rasanten Luftak- robaten dicht über die Köpfe zischen. Das letzte Brutjahr war wieder sehr erfolgreich, 65 Junge konnten den langen Weg ins Winterquartier antreten. Die Besonderheit der von Jo Dalloz selbstgebauten Nistkästen ist, dass alle von hin- ten einsehbar und mit Kameras ausgestattet sind, wodurch eine genaue Beobachtung und Betreuung möglich sind. Der engagierte Naturschützer gibt seine Erfahrungen mit den Schwalbenkästen und die Baupläne dafür gerne an inter- essierte LBV-Mitglieder weiter, damit noch viele Brutplätze mit optimalen Bedingungen geschaffen werden können (jo. dalloz@yahoo.de ). Seine Anlagen sind auch zu besichtigen, ebenso die Hilfsmittel, mit denen Klangattrappen zur An- lockung abgespielt werden. MARKUS ERLWEIN REGEN | NIEDERBAYERN Ein Himmel für Mauersegler L B V V O R O R T Der Vorsitzende der Kreisgruppe Kitzingen, Klaus Sanzenba- cher, konnte den Rotary Club Kitzingen als Spender für je- weils zwei Zwetschgen- und Kirschbäume für die neue, rund ein Hektar große Streuobstwiese des LBV in Kitzingen-Si- ckershausen gewinnen. Die Rotarier sind eine Vereinigung, die sich über alle Grenzen hinweg für humanitäre Hilfe und Völkerverständigung einsetzt. Einer ihrer sieben Schwer- punktbereiche widmet sich dem Umweltschutz. Der amtie- rende Rotarier-Präsident Helmut Hirner ließ es sich nicht nehmen, bei einer gemeinsamen Pflanzaktion mit dem LBV selbst Hand anzulegen (im Foto links). Der LBV-Kreisvorsit- zende Klaus Sanzenbacher zeigte sich sehr erfreut über das Engagement für die heimische Natur und Artenvielfalt: „Jeder Obstbaum ist Lebensraum und Lebensgrundlage für eine Vielzahl verschiedener Tiere und Pflanzen. Dies trifft umso mehr auf eine Streuobstwiese zu, die wie hier, mit Regio- saatgut, finanziert durch Spenden der Sparkasse Würzburg- Mainfranken und der Licht-, Kraft- und Wasserwerke Kitzin- gen GmbH (LKW), angelegt werden konnte. Hier werden viele Vogel- und Wildtierarten Nahrung und Unterschlupf finden.“ Der LBV bedankt sich bei allen Spendern. Ein besonderer Dank geht an den örtlichen Landwirt Sebastian Herbolz- heimer, der die Ansaat vorgenommen hat. MARKUS ERLWEIN KITZINGEN | UNTERFRANKEN Gemeinsam für die neue LBV-Streuobstwiese In Zusammenarbeit mit dem örtlichen Wasserwirtschafts- amt hat der LBV Coburg ein Nistfloß für Flussseeschwalben auf dem Goldbergsee installiert. Um erfolgreich brüten zu können, benötigen die Vögel blanken Kiesboden, wo sie in eine Nestmulde ihre gut getarnten Eier legen. Leider sind geeignete Brutplätze sehr selten geworden, weil viele Flüsse begradigt worden sind, Staustufen eingebaut wurden oder Flussbereiche als Naherholungsgebiete genutzt werden, und dann zum Beispiel Hunde beim Gassigehen die selte- nen Vögel aufscheuchen. Ihren natürlichen Lebensraum ha- ben die Biologen vom LBV Coburg auf dem Nistfloss nach - zuahmen versucht. Vor allem die Verankerung auf dem Seeboden war eine Herausforderung, denn das Nistfloß muss schließlich den steigenden und sinkenden Wasserpe- gel ausgleichen, ohne sich loszureißen. Zudem war das fer- tige Floß recht schwer. Damit es sicher schwimmt, wurden professionelle Schwimmpontons unter der Holzplattform angebracht. Schließlich installierten LBV-Aktive noch einen Zaun um das Floß, der verhindern soll, dass Enten und Gän- se das Nistfloß für sich erobern und die Flussseeschwalben beim Brüten stören. SEVTAP OKYAY COBURG | OBERFRANKEN Nistfloß für die Flussseeschwalbe FOTOS: UTE SANZENBACHER, BERND LEUTHÄUSSER, JOHANNES DALLOZ

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