VOGELSCHUTZ 1-20

32 VOGELSCHUTZ 1|20 G A R T E N ie kann man also Gärten so gestalten, dass sie fast ohne Gießen und ohne Verschwen- dung kostbaren Trinkwassers auskommen? Ein Ansatz ist der Naturgarten und die Ansaat trocken- heitsverträglicher Pflanzen. Der Naturgarten besitzt oft eine ca. 20 Zentimeter starke Auflage aus Mineralbeton, Kies oder Sand statt Mutterboden. Diese bildet die Ba- sis für artenreiche, magere Blühflächen, die auf diesem mineralischen Substrat hervorragend gedeihen. Tiefwurzler und Gehölze im Naturgarten reichen bis in den darun- terliegenden Unterboden, der durch die Deckschicht vor schneller Austrocknung geschützt ist. Die Pflanzen bilden hier besonders tiefgreifende und effektive Wurzelgeflechte aus, um leichter an das in tieferen Bodenschichten enthaltene Wasser zu gelan- gen. Oder sie ziehen bei anhaltender Trockenheit vorü- bergehend ein, um beim nächsten Regenguss wieder üp- pig zu sprießen. Die meisten Pflanzen aus dem Gartenmarkt-Stan- dardsortiment hingegen sind – einmal vertrocknet – ab- gestorben und reif für den Kompost. Kurz geschorene Rasenflächen benötigen unglaublich viel Wasser und se- Spätestens seit den letzten beiden Hitzesommern ist Wassermangel für viele Gartler zum Pro- blem geworden. Während mancher vielleicht über den Einbau ausgeklügelter Bewässerungs- systeme nachdenkt, wird es letztlich darum gehen, wie man kostbares Wasser spart und sei- nen Garten auf trockene Zeiten vorbereitet. hen im Hochsommer doch irgendwann verbrannt aus. Viel robuster sind da unsere heimischen Wildblumen und Gräser der Magerstandorte, die sich, wenn sie zur Blüte kommen dürfen, zusätzlich durch reichliche Versamung selbst erhalten. Wasser ist Leben Ein zweiter wichtiger Aspekt ist die effektive Nutzung und Versickerung von Regenwasser. Einfahr- ten, Wege und Plätze sollten entsiegelt und versickerungsfähig gestaltet werden. Dachwasser sollte nicht in die Kanali- sation fließen, sondern in eine Zisterne laufen, um es zum Beispiel zum Gießen im Gemüsegarten zu verwenden. Oder das Wasser kann direkt auf dem Grund- stück in Sickergräben, Rigolen oder Teiche fließen, um es so langsam dem wasserspeichernden Boden zuzuführen (tolle Tipps und Anleitungen siehe Paula Polak, Handbuch Wasser im Garten ). Die so entstehenden Bereiche – die mal feuchtnass (nach Niederschlägen) und mal trocken sind – beherbergen eine besonders artenreiche Flora und Fau- na. Daran angeschlossene Naturteiche mit ausgeprägten Sumpfzonen bleiben in trockenheißen Sommern, wenn Vorbereitung auf trockenere Zeiten W Der Garten im Klimawandel Nutzen Sie Regenwasser effektiv zur Wässerung Ihres Gartens Robuste Anlage: Selbst im Hitzesommer 2019 wurde hier nie gegos- sen.

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