VOGELSCHUTZ 1-20
1|20 VOGELSCHUTZ 31 Viele Probleme im Natur- und Klimaschutz sind vomMenschen verursacht und hängen mit un- serem gedankenlosen und übermäßigen Konsum zusammen. Jeder kann durch ein bewusstes Konsum- und Einkaufsverhalten etwas gegen die Klimakrise tun. Ein Kommentar. Jeder kann Verantwortung übernehmen R A T G E B E R Globaler Klimastreik am 20. September 2019 in Nürnberg m Thema Konsum scheiden sich häufig die Geis- ter. Viele Menschen fühlen sich angegriffen oder machtlos, wenn man sie auf ihr Kauf- und Kon- sumverhalten anspricht – auch wenn die Forschungs- ergebnisse eine deutliche Sprache sprechen und unser Konsumverhalten zweifellos ein wesentlicher Faktor für die drohende Kli- makatastrophe ist. Dennoch muss man den Konsumenten die Auswirkungen ihres Verhaltens immer wieder be- wusst machen. Bei den aktuellen Kli- mademonstrationen und der Fridays for Future-Bewegung geht es nicht da- rum, nie mehr eine Flugreise zu machen oder nie mehr Fleisch zu essen, sondern sein Konsumverhalten zu ändern und zu mäßigen. Natürlich muss auch der Staat die Grundlagen für eine nachhaltige Gesellschaft schaffen. Zu den staat- lichen Aufgaben gehören eine Versorgung mit erneu- erbarer Energie, ein nachhaltiges Verkehrssystem, der Schutz unseres Grundwassers sowie der Ausbau der ökologischen Landwirtschaft. Die Liste ließe sich pro- blemlos weiterführen. Aber auch ich als Verbraucher stehe in der Pflicht. Wenn ich zum Beispiel Gebrauchs- gegenstände repariere, statt immer neu zu kaufen, auf Billigfleisch verzichte, regional einkaufe, Ökostrom be- ziehe oder keine Plastikflaschen nutze, dann kann ich Natur und Klima schonen. Und auch hier ließen sich noch viele weitere, einfach umzusetzende Beispiele finden. Praktisch geschieht bislang aber viel zu wenig, selbst wenn Forscher vor einem bevorstehen- den Massenaussterben warnen, wie es die Erde zuletzt vor 65 Millionen Jahren erlebt hat. Kein Wunder, dass sich manchmal Pessimismus breit macht: „Der Grund für die Umweltverschmutzung ist der Mensch selbst: die Vergiftung seines Geistes, die Verwüstung seiner See- le“, beklagt zum Beispiel der belgische Geistliche Phil Bosm- ans. Aus meiner Sicht lässt sich der Mensch leider mehr von seiner Gier und dem Streben nach ständigem wirtschaftli- chem Wachstum leiten, statt sich seiner Verantwortung zu stellen und der Natur mit Demut zu begegnen. Doch zugleich stehen immer mehr Menschen auf und fordern ein Umdenken, wie es uns nicht zuletzt unsere Jugend mit Fridays for Future vormacht. Jeder kann beim Kli- maschutz Verantwortung übernehmen. Jeder Einkauf ist eine Art Stimmzettel. ALEXANDER STARK Dipl.-Betriebswirt (FH) Referat Marketing, Landesgeschäftsstelle Hilpoltstein E-Mail: alexander.stark@lbv.de A FOTOS: ALEXANDER STARK, FREDERIK MANCK (5)
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