VOGELSCHUTZ 3-19
26 VOGELSCHUTZ 4|19 TEUBLITZ | OBERPFALZ LANDSBERG | OBERBAYERN L B V V O R O R T FOTOS: LBV-ARCHIV, RICHARD KALKBRENNER, LBV LANDSBERG Stoppt die Silvesterknallerei Im Koalitionsvertrag haben sich die Regierungsparteien dazu bekannt, den Flächenverbrauch deutlich und dauerhaft zu sen- ken. Umweltminister Thorsten Glauber sprach Anfang Oktober sogar von Ordnungsrecht, wenn freiwillige Maßnahmen nicht ausreichten. Trotzdem schreitet der Flächenfraß in der Oberpfalz fort. Ein drastisches Beispiel sind die Planungen der Stadt Teublitz nördlich von Regensburg. Der Entwurf für einen neuen Flächennutzungsplan enthält nicht nur eine neue Umge- hungsstraße quer durch ein großflächiges, höchst wertvolles Weiher- und Feuchtgebiet, sondern auch ein riesiges Gewerbe- gebiet an der Autobahnausfahrt Teublitz. Dort sollen 20 Hektar Wald (potenzielle Erweiterung auf 30 Hektar) fernab jeglicher Siedlungen oder Gewerbegebiete geopfert werden. Derzeit sind die Flächen noch im Eigentum der Bayerischen Staatsfors- ten. Unterstützt vom LBV-Vorsitzenden fordert die Kreisgruppe Schwandorf, dass Flächen des Freistaates nicht mehr für der- art zerstörerische Vorhaben zur Verfügung gestellt werden dürfen. Der Staat könnte damit sofort zukunftsweisende Signale zum Flächensparen senden und die Glaubwürdigkeit der eigenen Zielvorgaben unterstreichen. CHRISTIAN STIERSTORFER Die Kreisgruppe Landsberg hat sich mit den Auswirkungen der Silvesterknallerei auf die Tier- und Vogelwelt auseinan- dergesetzt und im Vorjahr die Bevölkerung mit der Aktion „Mach mit – hör auf. Bienen statt Böller“ über Flyer und Presseberichte informiert und sensibilisiert. Ende 2018 fand auch der direkte Austausch mit Bürgern aus dem Landkreis am LBV-Infostand auf dem Landsberger Wochenmarkt statt. Die Gespräche zeigten, dass viele Leuten unfreiwillig dem Krach und Feinstaub ausgesetzt sind. Sie würden es begrüßen, wenn das Silvesterfeuerwerk verboten oder zu- mindest stark eingeschränkt werden würde. Auch Haustier- besitzer klagten ihr Leid, ist der Silvestertag doch ein mas- siver Stress für ihre Tiere. Allgemein war festzustellen, dass die Medienberichte über die gesundheitlichen Belastungen bei vielen Personen zu einer Sensibilisierung geführt haben. So manch einer möchte künftig auf den Kauf von Feuerwerk verzichten. Es wäre Mensch und Tier geholfen, wenn das Böllern auf ein erträgliches Maß reduziert und zeitlich deut- lich begrenzt würde. CLAUDIA THORNTON ASCHAFFENBURG | UNTERFRANKEN Jahreshauptversammlung in der Natur Der Naturerlebnisgarten der LBV-Umweltstation Kleinostheim bildete den idealen Rahmen, um die Jahreshauptversamm- lung der Kreisgruppe Aschaffenburg einmal draußen abzu- halten. Eine Verbindung mit der Auftaktveranstaltung zum Projekt „Blühende Vielfalt“ bot sich an. Dabei waren zunächst Infostände über Bienen, Blühpflanzen und das Projekt „Der Landkreis Aschaffenburg summt!“ aufgebaut und eine Initi- ative klärte über einen Mitmachgarten auf. Schlaraffenbur- ger-Säfte aus dem gleichnamigen LBV-Projekt zum Schutz von Streuobstwiesen löschten den Durst. Der Vorsitzende Richard Kalkbrenner ließ später anschaulich die vielen Aktivitäten des Vorjahres Revue passieren. 3.200 Mitglieder, fünf Ortsgrup- pen, 13 Arbeitskreise und vier Projekte bedeuteten viele un- terschiedliche Aufgaben für die Ehrenamtlichen. Die zweite Vorsitzende, Ellen Kalkbrenner, bedankte sich besonders bei den langjährigen Mitgliedern, die zur Ehrung gekommen wa- ren. Mit ihrem Blühflächenteam waren die Aschaffenburger anderen schon einen Schritt voraus, das gab es nämlich schon vor dem Volksbegehren. RICHARD KALKBRENNER Flächenfraß in der Oberpfalz Autobahnausfahrt Teublitz Süd Lage des geplanten Gewerbege- bietes (grau, schematisch darge- stellt) an der Autobahnausfahrt Teublitz, Blick von Westen. Hier ist die isolierte Lage gut zu sehen.
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