VOGELSCHUTZ 3-19
20 VOGELSCHUTZ 4|19 Schilflebensräume im Land der tausend Teiche LBV-Projekte für Rohrdommel und Co. Mehrere, ehemals intensiv genutzte Teiche des Charlottenhofer Weihergebietes in der Ober- pfalz hat der LBV über die letzten Jahrzehnte erworben. Sie wurden durch Flachwasserzonen, Verlandungs- und Schilfbereiche so umgestaltet, dass dort heute wieder zahlreiche Vogelar- ten, darunter Fisch- und Seeadler, und seltene Pflanzen, wie der deutschlandweit nur hier wachsende Herzlöffel, vorkommen. as Charlottenhofer Weihergebiet liegt rund zwei Kilometer östlich von Schwandorf und ist mit einer Gesamtfläche von 833 Hektar das zweit- größte Naturschutzgebiet der Oberpfalz. Es beherbergt eines der letzten Vorkommen der Großen Rohrdommel in Bayern. Zusammen mit dem Hirtlohweiher und den Langwiedteichen ist es Teil eines 861 Hek- tar großen FFH-Gebiets bzw. eines Vo- gelschutzgebiets von 924 Hektar Größe. Die weiten Wasserflächen, umgeben von schützenden Schilfzonen, bieten hervor- ragende Bedingungen für die Vogelwelt und sind ein wichtiges Brut-, Nahrungs-, Rast- und Überwinterungsgebiet für Was- servögel. Über hundert Vogelarten wurden bereits ge- zählt, darunter Rohr- und Zwergdommel, Tüpfelsumpf- huhn und Tafelente. Der LBV arbeitet seit Jahren in diesen ökologisch wertvollen Gebieten, um sie zu bewahren oder aufzuwerten. Altenweiher und Neuweiher Im Jahr 2001 erwarb der LBV im Rahmen des „Life-Projekts Große Rohrdommel“ den Großen und Kleinen Altenwei- her bei Schwarzenfeld mit einer Größe von knapp sechs Hektar. In den zuvor intensiv bewirtschafteten Teichen wurden mit Röhricht bestandene Flachwasserbereiche angelegt und der Damm zwischen den zwei Weihern abge- tragen, um die Wasserfläche zu vergrößern. 2012 kamen mit der benachbarten Neuweihergruppe nochmals etwa D zehn Hektar hinzu. Zwischen 2014 und 2015 entstand dort mit Unterstützung des Bayerischen Naturschutzfonds ein wertvolles Biotop, es wurden mehrere Weiherdämme ent- fernt und in der nun deutlich vergrößerten Wasserfläche ausgedehnte und reich strukturierte Flachwasserzonen angelegt. Die Entwicklung des Weihers und der Röhricht- zone dokumentieren seit Dezember 2015 regelmäßig Luftbilder, aufgenommen von einer Drohne. Seitdem ist die Röhrichtflä- che gewachsen und auf großen Teilen der Flachwasserzone ist eine reich struktu- rierte Teichbodenvegetation entstanden. Durch die Sömmerung (Trockenliegen) des Weihers zur Vorbereitung der Maß- nahmen 2015 konnte sich die Teichboden-Flora erneu- ern. So wurde an mehreren Stellen die Wurzelnde Simse festgestellt, eine Art, die auf der Roten Liste Bayern (2003) in der Kategorie 2 als „stark gefährdet“ steht. Sämtliche Standorte dieser Pflanze wurden im Weiher markiert und bei der Modellierung des Weiherbodens ausgespart. Hirtlohweiher Bereits 1984 kaufte der LBV den Hirtlohweiher. Dieser liegt etwa drei Kilometer südöstlich von Schwandorf und war mit seinen 33,5 Hektar Bestandteil der Gebietskulis- se des „Life-Projekts Große Rohrdommel“. Aufgrund einer möglichen Schadstoffbelastung des Weihergrundes konn- te nicht sofort mit der Umgestaltung begonnen werden. 2004 war der Hirtlohweiher Bestandteil einer Machbar- Naturschutzgebiet mit über hundert Vogelarten Der Neuweiher – ein Schatzkästchen im Charlottenhofer Weihergebiet S C HU T Z G E B I E T
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