VOGELSCHUTZ 3-19

16 VOGELSCHUTZ 4|19 T H EMA Die Hohltaube ist die einzige Taube in Deutsch- land, die in Baumhöhlen brütet. Sie gilt als Cha- raktervogel alter Wälder, in denen der Schwarz- specht vorkommt. Seine Höhlen bezieht sie als Nachmieterin. Daher werden vor allem alte Bu- chenwälder besiedelt. Wo entsprechend geräu- mige Baumhöhlen fehlen, nutzt die Hohltaube aber auch Nistkästen oder brütet – auf den Ost- sowie einigen Nordfriesischen Inseln und Kö- gen – in Kaninchenbauen und anderen Boden- höhlungen. In Bayern ist die Hohltaube selten und eher vereinzelt verbreitet. Hier siedelt sie vor allem in der Fränkischen und Schwäbischen Alb sowie dem Steigerwald. Im Alpenvorland und in den Alpen kommt sie nur spärlich vor, wobei dort Bruten bis auf 1.250 Höhenmeter nachgewiesen werden konnten. Hohltaube Die Höhlenbewohnerin Die Familie der Tauben umfasst weltweit etwa 300 Arten aus 42 Gattungen, die jedoch mehrheitlich in den Tropen beheimatet sind. In Deutschland kommen neben der Turteltaube nur vier weitere heimische Taubenarten vor. Diese ha- ben ihren Verbreitungsschwerpunkt in den urban geprägten Lebensräumen im Nordwesten der Republik. Bayern ist dagegen vergleichsweise dünn von Ringel- taube und Co. besiedelt, wenngleich alle hier beschriebenen Arten im Freistaat brüten und beobachtet werden können. Unsere heimischen Verwandten der Turteltaube

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