VOGELSCHUTZ 3-19

12 VOGELSCHUTZ 4|19 NAME: Turteltaube ( Streptopelia turtur ) MERKMALE: kleine, schlanke Taube mit spitzen Flügeln und kurzemSchwanz; Körperlänge 25 bis 28 Zentimeter (deutlich kleiner als eine Haustaube); Schnabel grau; Gefieder unver- wechselbar farbenfroh; deutlich gestufter, dunkler Schwanz mit weißem Ende, Oberkopf und äußere Oberflügeldecken blaugrau, Rücken und innere Oberflügeldecken rostbraun mit schwarzen Federmitten, Halsseiten mit schwarz-weiß gestreiftem Fleck, Kehle und Brust zart rötlich; Auge oran- ge-rot mit deutlich rötlichem Lidring; Geschlechter ansons­ ten sehr ähnlich; Jungvögel einfarbig schmutzigbraun und beigegrau, ohne Halsfleck LEBENSRAUM: besiedelt lichte Laub-, Nadel- und Mischwäl- der sowie Feldgehölze, Ödländer, Auwälder, Weidenbrüche und Obstplantagen sowie Weinberge; erschließt sich zu- nehmend urbane Lebensräume, besiedelt dort städtische Grünanlagen NAHRUNG: Nahrungsaufnahme am Boden; ernährt sich von Samen und Pflanzenteilen; Samen werden sowohl reif als auch milchreif gefressen; bedeutende Anteile am Nah- rungsspektrum haben Getreidekörner, Wildgräser, Hirse, Samen von Nadelhölzern, Birken, Erlen und Robinien so- wie Samen verschiedener Erdraucharten; frisst außerdem Beeren, Pilze, Knospen und krautige Pflanzen wie Klee und Raps; nimmt auch Insekten und kleine Schnecken auf Steckbrief BRUTBIOLOGIE: geschlechtsreif be- reits im ersten Lebensjahr; monogame Saisonehe; ein bis zwei Jahresbruten; Re- vier-/Paarbildung April bis Mai; Brutzeit Mai bis Juli, größtenteils im Juni; Nistplatz: Freibrüter, Nest auf halbhohen Sträuchern oder Bäumen; flaches, dün- nes, durchscheinendes Nest aus trockenem Reisig; Gelegegröße: zwei weiße Eier; Brutdauer 13 bis 16 Tage, Weibchen brütet allein; Nestlingszeit 18 bis 23 Tage; Ästlingszeit maximal 10 Tage; Brutzeit endet Ende Juli VERBREITUNG: besiedelt weite Teile der west- lichen Paläarktis von Südwesteuropa bis nach Zentralasien, Brutgebiet im Süden bis zu den Ka- naren, Nordafrika und der Arabischen Halbinsel; in Deutschland vor allem im Norddeutschen Tief- land und der nördlichen und westlichen Mittel- gebirgsregion in klimatisch begünstigten Landes- teilen mit trockenwarmen Standorten verbreitet; in Bayern spärlich vorkommender Brutvogel mit Verbreitungsschwerpunkt in Unterfranken, in Höhenlagen über 500 Meter über NN nur spär- lich, im Alpenraum und Alpenvorland fehlend ZUGVERHALTEN: Langstreckenzieher; Überwin- terung in den vegetationsarmen Savannengebie- ten südlich der Sahara; Wegzug ab Juli, Rückkehr ab Ende April BESTAND: europäische Population von 3,2 bis 5,9 Millionen Brutpaaren, davon 12.500 bis 22.000 Re- viere in Deutschland; in der Bundesrepublik deut- lich abnehmender Bestandstrend seit den 1950ern, seit 1980 Bestandsrückgang um 89 Prozent GEFÄHRDUNG : Zerstörung von Lebensraum und Nahrungsgrundlage durch fortschreitenden Strukturverlust in unserer Kulturlandschaft (Flur- bereinigung) sowie Intensivierung der Landwirt- schaft; fehlende Nistmöglichkeiten durch Verlust halbhoher Gehölzstrukturen, vor allem in Ge- wässernähe; außerdem massive Verluste durch die traditionelle oder illegale Taubenjagd in den Durchzugs- und Überwinterungsgebieten Turteltaube auf Futtersuche im Gras Weitere Informationen finden Sie unter www.lbv.de/turteltaube T H EMA

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