VOGELSCHUTZ 3-19
3|19 VOGELSCHUTZ 9 SALBEI-GLATTHAFERWIESE MIT MARGERITEN I FOTO: DR. EBERHARD PFEUFFER gionen Bayerns durch Trockenheit, Hitze, massenhaftes Auf- treten von Insekten oder Krankheiten unzählige Bäume, bei- spielsweise Fichte, Kiefer, Buche und Esche. Wenn mir heute zahlreiche Forstwissenschaftler sagen, dass wir nicht wissen, welche Baumarten in 50 Jahren unter veränderten Klimabe- dingungen noch bei uns wachsen können, heißt das für mich zum einen Waldumbau hin zu mehr Baumarten voranzutreiben um das Risiko zu streuen, und zum ande- ren bestimmte Wälder aus der Nutzung zu nehmen, um zu lernen, was bei uns wächst, wenn wir nicht eingreifen. Der von Minister- präsident Söder angekündigte Paradigmen- wechsel in der Waldbewirtschaftung vom Wirtschaftswald hin zum „Klimawald“ ist hier ebenso begrüßenswert wie die Ausweisung von zehn Prozent nutzungsfreien Wäldern und die Einrichtung eines 2.000 Hektar großen Schutzgebietes der Kategorie „Nationales Naturmonument“ im Auwald zwi- schen Neuburg und Ingolstadt. Kraft schöpfen aus diesem Erfolg Das Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen!“ zu ge- winnen war ein kolossaler Aufwand. Ganz herzlichen Dank an alle Menschen, die in der Kälte vor den Rathäusern Schlange standen, und vor allem auch an die LBV-Ehrenamt- lichen sowie die LBV-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, die zu diesem Erfolg beigetragen haben! Ich bin ausgesprochen glücklich darüber, dass der LBV beim Volksbegehren Arten- vielfalt „Rettet die Bienen!“ eine ganz zentrale Rolle gespielt hat. Genießen wir diesen Moment, wir haben es uns verdient – und schöpfen wir alle daraus Energie für die Herausforde- rungen, die vor uns liegen! neue Gesetzestext ist die Tatsache, dass es uns durch die begeisterte Unterstützung unseres Volksbegehrens ge- lungen ist zu zeigen, dass die Menschen in Bayern mehr Natur- und Artenschutz wollen. Wir haben damit mediale und politische Aufmerksamkeit weit über Bayern hinaus erreicht, bis hin zu Interviews in Japan und Australien. Im Freistaat selbst ist der Artenschutz seit Monaten das zentrale politische Thema. Bayern ist mit diesem Volksbegehren und dem daraus entstan- denen Gesetzes- und Maßnahmenpaket Trendsetter – zunächst zwar nur auf dem Papier, bald aber hoffentlich auch in der Realität. Und sogar noch bevor das Gesetz aus dem Volks- begehren angenommen war, habe ich an vielen Orten in Bayern Veränderungen bemerkt, die mich sehr optimistisch stimmen. Viele Straßen- und Wegränder werden dieses Jahr später gemäht als in früheren Jahren, Mulchgeräte durch Mähgeräte ersetzt und auch in Vorgärten sieht man immer mehr Blumen und Schmetterlinge. Regelmäßig wird um Margeriten, Natternkopf, Wiesensalbei oder Wegwarte he- rumgemäht, ein deutliches Zeichen für den Bewusstseins- wandel. Weitere Anregungen, was jeder einzelne tun kann, finden Sie auf unseren Internetseiten, Faltblättern oder hier im Magazin. Zentrale Aufgabe des LBV wird es jetzt aber auch sein, konkrete Vorschläge zu machen, was Kommu- nen für den Schutz unserer Biologischen Vielfalt, für Tiere, Pflanzen und Lebensräume unternehmen können. Das In- teresse, der Wille und die Begeisterung vieler Städte und Kommunen wurden geweckt – jetzt müssen wir liefern! Weitere Herausforderungen im Naturschutz Zurücklehnen dürfen wir uns nicht. Neben der konsequenten Umsetzung dessen, was wir durch unser Volksbegehren Ar- tenvielfalt „Rettet die Bienen!“ angestoßen haben, stehen wir unmittelbar vor weiteren Herausforderungen: Denken Sie nur an den ungebremsten Flächenverbrauch oder den schon jetzt dramatischen Klimawandel. Derzeit sterben in vielen Re- Folgen Sie mir auf Twitter unter @N_Schaeffer Flächenfraß und Klimawandel sind unsere nächsten Herausforderungen
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