VOGELSCHUTZ 3-19

3|19 VOGELSCHUTZ 17 des Artenschutzes und alle gesellschaftlichen Gruppen be- teiligt werden. Bereits eine Woche nach dem historischen Erfolg des Volksbegehrens Mitte Februar startete der Runde Tisch in der Staatskanzlei. 30 Verbände aus Naturschutz, Land- wirtschaft, Forst, Jagd, Fischerei und Imkerei saßen zusam- men und arbeiteten später in vier Fachgruppen zu den Themen Landschaft, Wald, Gewässer und urbane Räume. Ergebnisse speisten die Moderatoren der Fachgruppen in die nächsten Sitzungen des Runden Tischs ein, und am 26. April legte Alois Glück einen 80-seitigen Bericht vor. In der Arbeitsgruppe Landwirtschaft war es vor allem darum ge- gangen, Kritikpunkte und Befürchtungen der Landwirte zu erörtern und Detailregelungen für die Umsetzung zu erar- beiten. Dies war ein intensiver und konstruktiver Prozess, bei dem nahezu alle Fragen geklärt werden konnten. Der LBV hat für den Trägerkreis zahlreiche Vorschläge in die Ar- beitsgruppen eingebracht, von denen sich viele im Begleit- gesetz wiederfinden. Parallel dazu lief die vierwöchige Frist nach Bekanntma- chung des offiziellen Ergebnisses (am 14. März) des Volks- begehrens ab, und mit Spannung wurde die Stellungnahme der Staatsregierung erwartet, die entweder dem Landtag empfehlen konnte, das Volksbegehren anzunehmen, oder einen alternativen Gesetzentwurf vorzuschlagen, der dann in einem Volksentscheid zur Abstimmung gekommen wäre. Am 3. April verkündete Ministerpräsident Markus Söder gemeinsam mit dem Parteivorsitzenden der Freien Wäh- ler und den Fraktionschefs der Regierungsparteien völlig überraschend, dass die Regierung das Volksbegehren an- nehmen und mit einem Begleitgesetz „verbessern und ver- söhnen“ werde. Er teilte auch mit, dass die Staatsregierung in allen Punkten der rechtlichen Einschätzung des Träger- kreises zustimme, dass das Volksbegehren umsetzbar sei. Befremdlich und niveaulos waren hingegen wiederholte Äußerungen des Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger, der auch danach noch das Volksbegehren unter anderem als „großen Mist“ bezeichnete. Massive Unruhe beim Bauernverband Bereits im Januar startete der Bayerische Bauernverband eine Gegenkampagne, die zunächst einfach behauptete, die Landwirte würden an den Pranger gestellt. Dies haben aber weder der LBV noch unsere Mitglieder getan: Es sind FOTOS: STOCK.ADOBE.COM / JÜRGEN FÄLCHLE, TOBIAS HASE, STEFAN M. PRAGER, INGO RITTSCHER (2) ganz sachliche Gründe, warum sich die meisten Vorgaben des Volksbegehrens an die Landwirtschaft richten: Alle Indi- katoren der Biologischen Vielfalt zeigen, dass der Rückgang der Artenvielfalt im Acker- und Grünland seit Jahrzehnten anhält und dramatische Ausmaße angenommen hat. In Siedlungsgebieten und im Wald ist die Artenvielfalt hinge- gen verhältnismäßig stabil. Hinzu kommt, dass Landwirte knapp die Hälfte der Fläche Bayerns bewirtschaften und damit verantwortlich für den Zustand dieser Flächen sind. Sogar mit dem offiziellen Logo des Bauernverbandes kur- sierten skurrile Informationen, z.B. an Pferdehalter, dass sie ihre Pferde in Zukunft nicht mehr auf die Weiden führen könnten. Der Dialog am Runden Tisch hingegen war sachlich und führte zu einvernehmlichen Ergebnissen. An der Basis des Bauernverbandes rumorte es aber weiter. Viele zuvor ge- streute falsche Informationen wie etwa zum Wegfall von Förderungen, zu angeblich verpflichtenden Mahdterminen und zu angeblichem Nutzungsverbot von Streuobstwiesen ließen etliche Landwirte Sturm laufen. Der nun von seiner Basis unter Druck geratene Bauernverband kündigte an, alle Landtagsabgeordneten intensiv zu bearbeiten, auch um eine stärkere Beteiligung aller gesellschaftlichen Grup- pen zu erreichen. Dies führte zu dem ungewöhnlichen Um- stand, dass auch die Regierungskoalition Änderungen an ihrem selbst eingebrachten Gesetzesvorschlag einbrachte. Dr. Norbert Schäffer im Gespräch mit Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bayerischen Landtag. Apollo- falter Nadelgehölze · Ziersträucher · Laub- u. Obstbäume · Zwerggehölze Gartengestaltung und Pflanzarbeiten Raubersrieder Weg 135 | 90530 Wendelstein (neben dem ReitzentrumWendelstein, Groß´lohe u. Raubersried) Tel. (0 9129) 70 98 | Fax (0 9129) 9 05 69 05 info@pflanzenparadies.com, www.pflanzenparadies.com Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 9–17 Uhr u. Sa. 9–13 Uhr und jederzeit nach Vereinbarung  Verzicht auf chemisch-synthetischen Pflanzenschutz.  Förderung des Bodenlebens.  Ausschließlich organische Dünger.  Torffreie Erden. Mit der Natur nicht gegen die Natur. Pflanzen aus Wendelstein umweltschonend produziert. Familie Steiner • Mals +39 0473 83 11 86 www.biohotel-panorama.it/natur info@biohotel-panorama.it • VinschgauCard: alle öffentlichen Verkehrsmittel in Südtirol gratis • Eigene Qualitäts-Brennerei • Gemüse und Kräuter aus eigenem Anbau 5% Rabatt auf ihre Erstbuchung Rabattcode: Nabu* - ANZEIGE - - ANZEIGE -

RkJQdWJsaXNoZXIy NDEzNzE=