VOGELSCHUTZ 3-19
3|19 VOGELSCHUTZ 15 Bachlauf im Spessart: Trinkstelle für viele Tierarten und Lebensraum für wasserliebende Pflanzen. Im Totholz, das in nutzungsfreien Waldflächen liegen bleibt, finden viele Insektenarten Nahrung und Brutmöglichkeiten (1). Der Hirschkäfer ist in Deutschland sehr selten geworden (2). Er ist unser größter heimischer Käfer. ten, dass dieses Netz alle Waldgesellschaften umfasst und ausgewogen über ganz Bayern verteilt ist. Die Bayerische Staatsregierung kündigte beim Bericht zum Runden Tisch für mehr Artenvielfalt an, einige tausend Hektar Staatswald im Steigerwald, Spessart und an den Donau- und Isarauen noch dieses Jahr aus der Nutzung zu nehmen. Damit wird eine langjährige Forderung des LBV teilweise umgesetzt. Moor- und Klimaschutz werden unterstützt durch das Verbot, den Grundwasserstand auf Moor- und Anmoor- standorten abzusenken. Auch beim Umgang mit gentech- nisch veränderten Pflanzen geht Bayern einen Schritt vo- ran, indem es den Anbau im Naturschutzgesetz verbietet. Die Regierung hat sich verpflichtet, den Einsatz von che- mischen Pflanzenschutzmitteln bis 2028 zu halbieren. Mit der Beschränkung der Beleuchtung von öffentlichen Ge- bäuden und von Werbeanlagen im Außenbereich wird ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Insekten geleistet, wie auch durch die Initiative Straßenbegleitflächen von Staats- straßen als Magergrünland zu bewirtschaften. Noch viel Potenzial bei Gemeinden Den Gemeinden macht die Regierung keine Vorgaben, sondern spricht nur Empfehlungen aus. Unsere Vorschlä- ge, ein Grünflächenmanagement und Biodiversitätskon- zepte für Gemeinden verpflichtend einzuführen, wurden nicht umgesetzt. Damit hätte auch die verheerende Praxis des Mulchens eingedämmt werden können. Die Einrich- tung eines kommunalen Biodiversitätsförderprogramms steht ebenso aus. Doch stellen wir fest, dass das Volksbe- gehren bei vielen Gemeinden und Bürgermeistern wie ein Weckruf gewirkt hat, und die Sensibilität für Artenvielfalt enorm zugenommen hat. So wollen wir gemeinsam mit ih- nen auch die Gemeindefluren wieder beleben. Sprechen Sie gerne Ihre Bürgermeister, Gemeinde- oder Stadträte direkt darauf an. Mehr zum Volksbegehren unter www.lbv.de/volksbegehren Artenreichtum in Bayern: Schachbrettfalter und Hummeln an Disteln. Wir freuen uns auf noch mehr Artenvielfalt. FOTOS: JULIA WITTMANN, JULIA RÖMHELD, STOCK.ADOBE.COM / JÜRGEN FÄLCHLE 1 2 AUTOREN: MATTHIAS LUY UND DR. NORBERT SCHÄFFER
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy NDEzNzE=