VOGELSCHUTZ 2-19
2|19 VOGELSCHUTZ 9 BLUMENWIESE | FOTO: DR. CHRISTOPH MONING der Donau nutzungsfreie Großschutzgebiete auszuweisen. Die Notwendigkeit für diese Schutzgebiete wird immer drin- gender, nicht nur für den Schutz unserer Biologischen Viel- falt. Sie sind auch wichtige Referenzflächen für die natürliche Waldentwicklung vor dem Hintergrund des Klimawandels. Mehr und mehr Förster sagen mir, dass wir keine Ahnung haben, wel- che Baumarten bei uns in wenigen Jahrzehnten, in einem veränderten Klima überhaupt noch wachsen können. Ist es da nicht mehr als naheliegend, auf einem kleinen Teil unserer Staatswaldfläche die Nutzung einzustellen und nur zu beobachten und zu doku- mentieren? Auch auf die Gefahr hin, dass ich einigen meiner Gesprächspartner mit der immerwährenden Wiederholung langsam auf die Nerven gehe: Wir werden bei der Forderung nach nutzungsfreien, großen Waldschutzgebieten in Bayern bleiben. Ganz einfach, weil diese Forderung richtig ist. Der LBV bleibt dran Die Aufgabe des LBV wird es sein, sich auch weiterhin an zen- traler Stelle in die Diskussionen um mehr Natur- und Arten- schutz in Bayern einzubringen. Wir werden die Umsetzung der neuen Gesetze, Regelungen und Maßnahmen im Detail, fach- lich fundiert, konstruktiv, pragmatisch und selbstverständlich imDialog mit allen Akteuren verfolgen. Dafür stehen wir – und darauf freuen wir uns! Eine aufregende, spannende Zeit im Natur- und Artenschutz in Bayern, nicht nur für unsere Natur und Artenvielfalt, sondern für alle Menschen im Freistaat! den Tischen, Fachtagungen und Sitzungen von Fachgruppen stattgefunden. Wichtige, intensive, aber auch wirklich konst- ruktive Diskussionen unter zahlreichen Akteuren – Treffen, die es ohne unser Volksbegehren so nicht gegeben hätte. Mittlerweile hat Ministerpräsident Dr. Markus Söder bekannt- gegeben, dass das Kabinett dem Landtag empfehlen wird, unseren Gesetzesentwurf anzunehmen, ein- zelne Details in einemBegleitgesetz und in Ausführungsbestimmungen zu regeln und darüber hinaus wei- tere Maßnahmen für den Schutz unserer Natur und Artenviel- falt zu beschließen. Die diesbezüglich in den verschiedenen Fachgruppen und Runden Tischen erarbeiteten Forderungen müssen hier integriert werden. Der Trägerkreis Volksbegeh- ren hat entsprechende Vorschläge gemacht. Dazu zählen beispielsweise ein Mulchverbot auf öffentlichen Grünflächen oder der noch bessere Schutz und die Beendigung der acker- baulichen Nutzung vonMooren. Vielleicht gelingt es ja tatsäch- lich beispielsweise das trockengelegte Donaumoos von einer gigantischen Quelle an Treibhausgasen in einen ökologisch in- takten Lebensraum zurückzuverwandeln. Selbstverständlich müssen den Ankündigungen jetzt Taten folgen. Konkret be- deutet dies, dass die Vorschläge in Gesetze und verbindliche Regelungen überführt und zuverlässig finanziell ausgestattet werden müssen. Keine Frage, all das wird zu einer weiteren Arbeitsbelastung für die schon heute zeitlich überstrapazierte Naturschutzverwaltung führen. Daher verstärken wir unsere Forderung nach deutlich mehr Personal, insbesondere in den Höheren und Unteren Naturschutzbehörden. Nutzungsfreie Schutzgebiete imWald Vielleicht kommt jetzt auch Bewegung in die Diskussion um nutzungsfreie Schutzgebiete im Wald. Oft gefordert, wissen- schaftlich unzweifelhaft begründet und ohne weiteres mach- bar –wir brauchenmehr nutzungsfreie Schutzgebiete imWald. Dies gilt insbesondere für den Laub- bzw. Mischwald und die Flussauen. Es ist seit langer Zeit eine Herzensangelegenheit des LBV, insbesondere im Steigerwald, im Spessart und an Folgen Sie mir auf Twitter unter @N_Schaeffer Das Volksbegehren macht Schlagzeilen, der LBV bleibt weiter dran
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