VOGELSCHUTZ 2-19
2|19 VOGELSCHUTZ 37 Heiko Anders, NABU (Hrsg.) Das Leben unserer Wölfe 224 S., geb., € 29.90, ISBN 978-3-258-08108-3 Jetzt im Buchhandel! Leseproben auf www.hauptverlag.com Das große NABU-Buch über dieWölfe Deutschlands Foto © Heiko Anders Kaum einem Freizeitnutzer ist dabei bewusst, dass er mit diesem Verhal- ten großen Einfluss auf den Lebensraum Kiesbank und auf die hier vor- herrschenden Arten wie Flussregenpfeifer und Flussuferläufer nimmt. Aufgrund von Flussbaumaßnahmen sind an vielen Flüssen die Kiesbänke verschwunden, verbleibende Rückzugsgebiete sind durch den boomen- den Tourismus seit Langem stark beeinträchtigt. Die angebotenen Mitmachaktionen fanden großen Anklang. So waren die Teilnehmer z.B. aufgefordert ein künstliches Gelege aus Schokoeiern auf einer Kiesfläche zu suchen, was sich aufgrund der guten „Tarnung“ deutlich schwieriger herausstellte als erwartet und zu großen Überra- schungsmomenten führte. Ein weiteres Highlight war das Bird Watching an der Kiesbank, bei dem ein Einblick in die Vogelwelt gewonnen werden konnte. Die Veranstaltungen fanden zur Hauptsaison zwischen Mitte Mai und Anfang August statt. Sie waren Teil eines Kooperationsprojekts mit dem Museum Salz & Moor, dem Heimat- und Geschichtsverein Achental, demÖkomodell Achental sowie den Touristinfos des Achentals. Die Vielfalt der Projektpartner zeigte sich auch in der Bandbreite der Veranstaltungen. Im „Jahr der Tiroler Achen“ fanden eine Vielzahl von Ausstellungen, Exkursionen, Vorträgen, offenen Umweltbildungspro- grammen, Kinder- und Jugendveranstal- tungen zur Flussgeschichte, der Geolo- gie, der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren an und in Gebirgsflüssen sowie in den alpinen Quellgebieten statt. Einige der Veranstaltungen waren grenzüber- greifend mit dem Land Tirol organisiert. So konnte ein breites Publikum für einen naturverträglichen Tourismus sensibilisiert werden. Wichtig war im Projekt der Bezug zur eigenen Lebenswelt, insbeson- dere zum Freizeitverhalten der Teilnehmer. Ein Großteil von ihnen war sehr aufgeschlossen gegenüber den erforderlichen Schutzmaßnahmen und fand die angewandten einfachen Methoden sehr überzeugend. Sie bekundeten deutlich mehr Verständnis für Reglemen- tierungen, die in erster Linie während der Brutsaison er- forderlich sind. In weiterführenden Gesprächen wurden wichtige Themen wie Klimaschutz und Schutz der Biologi- schen Vielfalt in Bezug auf den eigenen Lebensstil reflek- tiert. Aus anfänglicher Skepsis wurde reges Interesse und nicht wenige bedankten sich für diese unkonventionelle Form der „Aufklärung“. Mit diesen vielschichtigen Angebo- ten und den regionalen Kooperationspartnern konnte die Idee eines nachhaltigen Tourismus in der Region weiter etabliert und viele Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Ein- heimische und Gäste für eine nachhaltige Lebensweise sensibilisiert werden. Mit Umweltbildungsan- geboten wird das Ver- ständnis für nachhaltigen Tourismus gefördert Faszination Alpenfluss: Sensibili- sierung für nachhaltigen Tourismus durch Umweltbildung MARTINA MITTERER Leiterin LBV-Umweltstation Wiesmühl mit Außenstelle Übersee E-Mail: wiesmuehl-uebersee@lbv.de FOTOS: MARTINA MITTERER, M. LOHMANN, GUNTHER ZIEGER ANZEIGE
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