VOGELSCHUTZ 2-19
30 VOGELSCHUTZ 2|19 Der Herzblut-LBVler Nach 38-jähriger Tätigkeit hat Gerhard Koller am 1. April die LBV-Geschäftsführung weiter- gegeben Gerhard Koller war 1981 neben einem Biologen und einer Halbtagskraft der dritte Angestellte in der Landesgeschäfts- stelle. Der damalige Vorsitzende Ludwig Sothmann hatte die LBV-Zentrale erst kurz zuvor von Garmisch nach Hilpolt- stein geholt. Damals existierten ganze 20 Kreisgruppen, der Verband hatte lediglich knapp 15.000 Mitglieder und der Gesamt- haushalt betrug nur 553.000 DM. Die erste Haus- und Stra- ßensammlung erbrachte 1981 ganze 20.000 DM. Das erste Spendenmailing zum Thema Weißstorchschutz steckte der junge Geschäftsführer noch selber, zusammen mit den A-Jugendfußballern, die er zu dieser Zeit trainierte, in die Kuverts. Heute zählt der LBV rund 95.000 Unterstützer bei einem Jahresumsatz von 12 Millionen Euro. Er beschäftigt aktuell 250 Mitarbeitende in 30 Geschäftsstellen. Allein die- se Zahlen zeigen Gerhard Kollers gewaltige Aufbauleistung. Viele Zivildienstleistende arbeiteten im Laufe der Zeit mit ihm, 1984 auch ein gewisser Norbert Schäffer aus Sulz- bach-Rosenberg. Zusammen mit Ludwig Sothmann reis- te Gerhard Koller damals fast wie ein Handelsvertreter in Sachen Naturschutz durchs Land, um zusammen mit mo- tivierten Naturschutzinteressierten neue LBV-Gruppen zu gründen und dabei seine Begeisterung und seinen Pragma- tismus einzubringen. Auch Rückschläge steckte er weg, sein „Krieg mer scho“ ist im LBV sprichwörtlich in vertrackten Situationen. So begann mit ihm an der Seite von Ludwig Sothmann 1981 auch die Erfolgsgeschichte des LBV, die bis heute un- vermindert anhält. Sothmann, Koller und dem langjährigen Münchner Kreisgruppenvorsitzenden Klaus G. Schulze ist es zu verdanken, dass das Marketing im LBV forciert wur- DR. NORBERT SCHÄFFER, LBV-Vorsitzender de. Legendär waren die Arbeitstreffen zwischen Koller und Schulze um 6 Uhr morgens in München, die meist bis 10 Uhr dauerten, bevor der Münchner dann beruflich drin- gend zu einem Geschäftstermin abreisen musste. 2002 war der vorausschauende Gerhard Koller eine der treibenden Kräfte hinter der Gründung der LBV-eigenen Stiftung Bayerisches Naturerbe. Hier übernahm er von An- fang an die Betreuung der Stiftenden und die Verwaltung der Gelder. Er wird sich auch weiterhin als „Vorstandsbeauf- tragter Stiften und Vererben“ um die Bereiche Großspen- derbetreuung, Stiftung und Vermächtnisse kümmern. Für den Geschäftsführer und den Menschen Gerhard Koller war stets ein offenes Wort und ein ehrlicher Umgang untereinander wichtig. Er hat einen sozialen LBV aufgebaut, in dem ein guter Umgang miteinander gepflegt wird und der Mensch im Vordergrund steht. Er selbst sagt, er ver- lasse seine Position als Geschäftsführer des LBV mit einem sehr guten Gefühl und mit großer Zuversicht bezüglich der Zukunft des Verbandes. Für Gerhard Koller war die Arbeit beim LBV nie nur ein Job, nein: Sie war seine Berufung. Er ist einfach ein echter Herzblut-LBVler. Im Namen aller Ehrenamtlichen, des Vor- stands und der Mitarbeitenden können wir ihm nur ganz herzlich für sein großes Engagement danken. M I T G L I E D E R S E R V I C E für 38 Jahre LBV-Führung! Gerhard Koller (rechts) neben Ludwig Sothmann beim Richtfest 1995 in Hilpoltstein (Bild links). 2011 bekam Gerhard Koller (Mitte) für seine 30-jährige Betriebszugehörigkeit ein Urkunde von den Mit- arbeitern überreicht (Bild rechts).
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