VOGELSCHUTZ 1-19
1|19 VOGELSCHUTZ 15 FOTOS: DIETER HOPF, DR. CHRISTOPH MONING, WOLFGANG LORENZ DR. EINHARD BEZZEL beobachtet seit fast 70 Jahren Vögel und war 33 Jahre Leiter der Vogelschutzwarte Garmisch-Partenkirchen E-Mail: e.bezzel@t-online.de DR. ANDREAS VON LINDEINER Landesfachbeauftragter des LBV Landesgeschäftsstelle Hilpoltstein E-Mail: andreas.von.lindeiner@lbv.de Rechtliche Sicherung der Gebiete Der rechtliche Schutz der SPA vor Beeinträchti- gungen ist in ganz Deutschland vielfach noch nicht ausreichend; daher läuft derzeit ein Vertragsverlet- zungsverfahren der EU gegen Deutschland. Erarbeitung und Umsetzung von Managementplä- nen für alle SPA Bis alle Managementpläne als wichtige Grundlage für Schutzmaßnahmen in den Gebieten fertigge- stellt sind, wird es auch in Bayern sicher noch einige Jahre dauern. Bereitstellung ausreichender finanzieller und per- soneller Mittel für die Erarbeitung und Umsetzung der Managementpläne Die schleppende Umsetzung der VSchRL ist auch da rauf zurückzuführen, dass dafür nicht ausreichend personelle und finanzielle Mittel bereitgestellt werden. Aufbau einer wirkungsvollen Effizienzkontrolle und Monitoring Nach wie vor fehlt es an einer Kontrolle des Er- haltungszustands der Schutzgebiete und der dort Stand der Umsetzung der Vogelschutzrichtlinie in Bayern – es gibt noch viel zu tun umgesetzten Maßnahmen sowie der Bewertung von Eingriffen und Nutzungen, z.B. großflächigem Einschlag im Wald oder intensiver Grünlandbewirt- schaftung in Wiesenbrütergebieten. Verstärkte Erarbeitung und Umsetzung von Arten- hilfsprogrammen Dank artenspezifischer Schutzprogramme konn- te ehemals stark gefährdeten Arten wie z.B. Weiß- storch, Wanderfalke, Uhu und Wiesenweihe geholfen werden; für weitere Arten, speziell Wiesenbrüter und bodenbrütende Feldvögel, wären umsetzungsorien- tierte Artenhilfsprogramme dringend notwendig. Mehr Akzeptanz für das europäische Schutzge- bietsnetz Natura 2000 In den kommenden Jahren ist es notwendig, Aktio- nen durchzuführen, damit Natura 2000 einen grö- ßeren Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit und damit mehr Akzeptanz erhält. Dies soll auch dazu führen, dass mehr Gelder und Personal zum Er- halt der Gebiete bereitgestellt werden, denn nur so können zentrale Umsetzungsmaßnahmen und eine Vernetzung der Gebiete ermöglicht werden. Blick über das Murnauer Moos auf das Estergebirge Zitronenzeisigpaare – eine große Verantwortung für Bayern 350–600 Nur noch
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