VOGELSCHUTZ 3-18
34 VOGELSCHUTZ 3|18 in Maitag im Allgäu – strahlende Sonne, tiefblauer Himmel über noch schneebedeckten Berggipfeln. Und ganz oben im Blauen, da fliegt er: der Steinadler, König der Lüfte. Es ist ein Idyll, ein Erlebnis, das man nicht missen möchte, wenn man von Hinterstein hinauf zum Giebelhaus mit unserer LBV-Adlerstation wandert. Zuerst begeistern uns links der Straße die Buckelwiesen. Sie sind eine geomorphologische Besonderheit des alpinen Raumes. Die grasbewachsenen Bodenwellen entstanden am Ende der Würmeiszeit. Was der Zerstörung durch die Men- schen entgangen ist, wird heute gepflegt und von LBV und Stiftung Bayerisches Naturerbe unterstützt. So können auf den Magerrasen mit nährstoffarmen sauren Böden über 200 Pflanzenarten, darunter Stängelloser Enzian, Rotes Kohl röschen, Habichtskraut, Berg-Hahnenfuß, Mehlprimeln, Wei- ße Silberwurz und Gelbe Schwarzwurzel wachsen. Nicht weit von den Buckelwiesen entfernt, diesmal rechts der Straße, stürzt in unzugänglichem Gelände der Wildbach Ostrach tosend ins Tal. Hier wollen gewinnorientierte loka- le Genossenschaften mit Unterstützung des Landratsamtes eine 5 Meter hohe und 9 Meter breite Staumauer errichten für ein Wasserkraftwerk im FFH-Gebiet Allgäuer Hochalpen. Für die Erhaltung des Naturdenkmals Eisenbreche kämpft seitdem der LBV gemeinsam mit anderen Verbän- den und mit Unterstützung der Stiftung. Die erste Hürde ist schon genommen, ein erstes Urteil, das den Bau einer Stau- mauer verbietet, ist ergangen. Die Chancen, dass auch Gene- rationen nach uns dieses Wunder der Natur erleben können, stehen gut, wenngleich das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Denn: Wenn die Eisenbreche fällt, fällt auch in gewisser Weise das gesamte Bayerische, Deutsche und Europäische Naturschutzrecht. Wenn ein lokales Renditeprojekt glasklar formulierte Verbote in den Schutzgebietsverordnungen als vorrangiges öffentliches Interesse aushebeln kann, werden Dämme brechen, so wie man es auch am Riedberger Horn versucht. Doch heben wir nun den Kopf und öffnen weit die Augen. Majestätisch schwebt der Steinadler mit seinen brettartig Gerhard Koller Beauftragter der Stiftung Bayerisches Naturerbe und LBV-Geschäftsführer Tel.: 09174-4775-7010 E-Mail: gerhard.koller@lbv.de Unser Stiftungskonto: Sparkasse Mittelfranken Süd IBAN: DE79 7645 0000 0000 1800 18 BIC: BYLADEM1SRS Kontakt DR. RÜDIGER DIETEL Vorsitzender des Vorstandes Stiftung Bayerisches Naturerbe E Wir erhalten Buckelwiesen, schützen Adler und Steinböcke – und unterstützen den LBV beim Kampf für die Eisenbreche NATURERBE IM ALLGÄU großen ausgebreiteten Schwingen über uns am blauen Him- mel. Dem LBV ist zu verdanken, dass die Steinadler im Allgäu wieder erfolgreich brüten, den Horst am Giebel können wir direkt von der LBV-Giebelhütte beobachten. Die Stiftung un- terstützt den Steinadlerschutz seit vielen Jahren. Für den Adler ist es nicht weit bis hin zum felsig-steilen Gebiet um die Mindelheimer Hütte – nur ein paar Flügel- schläge. Dann sieht er die Kolonie von Steinböcken, die sich dort angesiedelt hat. Dem Schutz dieser herrlichen Tiere hat sich die Stiftung Bayerisches Naturerbe ebenfalls im Beson- deren angenommen. Wir schützen die wunderbare bayerische Landschaft und ihre wildlebenden Arten – Hand in Hand mit unserer Stifterin LBV. Helfen Sie mit, dass wir auch in vielen Jahren einen so herrlichen Spaziergang in der ursprünglichen Allgäuer Natur unternehmen können. Unterstützen Sie unsere Natur durch Spenden, Zustiftungen, Testate oder auch Stifterdarlehen. Der Allgäuer sagt: „Man muess das Geld von den Leut nem- me, von den Bäum kann mas it schüttle!“ oder auch: „A bissle isch immer no besser wie gar nix.“ Also: Worauf warten Sie noch? Bis September finden samstags LBV-Steinadlerführungen statt. Mehr Infos: www.steinadlerschutz.de FOTO: DR. OLAF BRODERS
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy NDEzNzE=