VOGELSCHUTZ 3-18
3|18 VOGELSCHUTZ 17 32 km 2 attraktiv, dessen größte Teilpopulation dort brütet. So stellte sich die Frage: Will man den bayernweit bedeutsamen Lebensraum des Wachtelkönigs mit rund 40 Revieren erweitern, wenn sich dadurch der zweitgrößte bayerische Bestand des Braunkehl- chens verringert? ZumGlück fand sich eine einfache Lösung: Da der LBV eine weitere große Fläche am Rand von bereits besetzten Wachtelkönigrevieren besitzt, kann diese nun für die heimliche Rallenart gestaltet werden. Dass das Murnauer Moos heute noch existiert und unter Schutz steht, ist keine Selbstverständlich- keit. Vielmehrwar bereits 1963dieAusweisung zum Landschaftsschutzgebiet auf großen Widerstand gestoßen. So versprach sich die Wasserwirtschaft aus der Großentwässerung des Gebiets einen bes- seren Hochwasserschutz und die Landwirtschaft hoffte in der Folge auf neue Acker- und Wiesenflä- chen. Doch es kam glücklicherweise anders. 1993 wurde das Gebiet als Landschaft von „gesamtstaatlicher Bedeutung“ ausgezeichnet. Im „Moosprojekt“ des Landkreises Garmisch-Parten- kirchenwurden die Pflege und Entwicklung des Ge- bietes auch mit Bundesmitteln finanziell gefördert, Flächen angekauft oder gepachtet, Gebiete saniert bzw. renaturiert. Hierfür standen Fördermittel von 34 Millionen D-Mark über zehn Jahre zur Verfügung. Außerdem wurde die Besucherlenkung und -information verstärkt. Aktuell steht der Bau eines kleinen Besucherinformationszentrums be- vor, das u.a. die Rosner & Seidl Stiftung fördert. Besonders die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises hat sich beim Flächenerwerb und -tausch im Moosprojekt und der anschließenden Flächenentwicklung große Verdienste erworben. So sind heute rund zwei Drittel des Naturschutz- gebiets im Besitz des Landkreises, von Behörden, Kommunen, Verbänden und Stiftungen, darunter der LBV mit rund 60 Hektar. Die Bekassine ist mit bis zu 50 Brutpaaren vertreten. MICHAEL SCHÖDL LBV-Alpenreferent E-Mail: michael.schoedl@lbv.de Mehr zum Thema Wiesenbrüter und Infos zumMitmachen unter: www.garmisch-weilheim.lbv.de/wiesenbrueter Braunkehlchen (links) und Wachtelkönig (Mitte) teilen sich einen Lebensraum. Flächen-Optimie- rung zugunsten einer Art schadet der anderen. FOTOS: DR. OLAF BRODERS, MICHAEL SCHÖDL (2), ROSL RÖSSNER, DR. CHRISTOPH MONING, GUNTHER ZIEGER Danke an unsere Projekt-Förderer: Strukturvielfalt und späte Mahd bieten verschiede- nen Wiesenbrütern Lebensraum.
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