VOGELSCHUTZ_2_18

2|18 VOGELSCHUTZ 15 VOGELSCHUTZ: Wie wirken sich Pestizide und andere Gifte auf die Bienen aus? Eckard Radke: Insektizide sind teilweise äußerst bienen- gefährlich. Ihre Nutzung ist zwar in der Bienenschutzver- ordnung und im Pflanzenschutzgesetz geregelt bzw. stark reglementiert. Trotzdem werden gelegentlich Bienenvölker geschädigt. Auch beim Wirkstoffcocktail aus diversen Fungi- ziden und Herbiziden im Pollen bereitet uns große Sorgen, ob dies die Vitalität der Bienen beeinträchtig. VOGELSCHUTZ: Und Glyphosat? Radke: Eine direkte Schädigung der Honigbienen ist bisher nicht eindeutig nachgewiesen worden. Aber dieses Total- herbizid vernichtet die für alle blütenbesuchenden Insekten wichtigen Begleitpflanzen. Beim Einsatz zur gleichmäßigen beschleunigten Abreife (Sikkation) bleiben möglicherweise Rückstände im Honig zurück. Deshalb sind wir für ein Verbot von Glyphosat zur Sikkation. VOGELSCHUTZ: Wie wollen Sie den Bienenvölkern helfen? Radke: Die Bienen benötigen ausreichend Pollen im Som- mer. Wir führen daher intensive Gespräche mit Landwirten, Kommunen und Gartenbesitzern, um Verbesserungen für alle blütenbesuchenden Insekten zu erzielen. Beispiele sind die Nutzung von Alternativpflanzen zum Mais für Biogas-An- lagen oder unsere Forderung „Weg vom öffentlichen Grün hin zum öffentlichen Bunt!“ VOGELSCHUTZ: Was wünschen Sie sich als Imker für unsere Kulturlandschaft? Radke: Wieder mehr Blühflächen! INTERVIEW: ANITA SCHÄFFER „Wir brauchen mehr Blühflächen!“ Interview mit Eckard Radke , Präsident des Landesverbands Bayerischer Imker Die intensive Landwirtschaft und Pestizide gelten als wichtigste Ursachen für das Insektensterben. Imker sind besorgt. Das Große Mädesüß gilt als Magnet für Insekten, selbst hier waren 2016 auf der LBV-Fläche kaum Insekten zu beobachten. Das Insektensterben hat Folgen für alle Fressfeinde. Besonders betroffen sind z. B. die Schwalben. Intensive Landnutzung und der Einsatz von Spritzmitteln haben Folgen … Feldrandstreifen verschwinden und mit ihnen Lebensraum für Insekten.

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