VOGELSCHUTZ 3-20
32 VOGELSCHUTZ 3|20 Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Umwelt Es liegt in der Natur Der Mensch braucht aus vielen Gründen die Naturerfahrung, um körperlich und geistig gesund zu bleiben oder es wieder zu werden. Von Natur aus neugierig … … ist bekanntermaßen der Mensch. Neugier – oder Wissensdurst – ist die Wurzel vieler Verhaltensweisen. Sie wird ausgelöst durch den Reiz von etwas Neuem oder auch durch ein unerwartetes Ereignis. Die Natur ist einem ständigen Wandel unter- worfen und bietet daher zahlreiche solcher Reize . So hat das LBV-Pro- jekt „Alle Vögel sind schon da“ in Pflegeeinrichtungen gezeigt, dass Neugier selbst noch im hohen Alter Menschen dazu bewegen kann her- auszufinden, was gerade an der Vo - gelfutterstelle vor dem Fenster so los ist (siehe Seite 10). Waldbaden Zu Beginn der 1980er Jahre wur- de in Japan das Waldbaden (jap. Shinrinyoku) erfunden, das heu- te als anerkannte Stress-Manage- ment-Methode vom japanischen Gesundheitswesen gefördert wird. Waldbaden ist dabei nicht gleich Im-Wald-Spazierengehen, sondern beinhaltet den achtsamen Aufent- halt und die bewusste Aufnahme der Atmosphäre im Wald bei einer langsamen Gehgeschwindigkeit. Ein wichtiger Effekt des Waldbadens ist die Stärkung des Immunsystems durch das Einatmen in der Waldluft enthaltener Terpene (von Bäumen abgegebene ätherische Öle). Geistige Gesundheit Gemäß der Biophilie-Hypothese benötigt jeder Mensch das Natur- erlebnis, um geistig und körperlich gesund zu sein. Der amerikanische Biologe Edward O. Wilson erklärt in seinem Buch Biophilia. The Human Bond with Other Species den Drang des Menschen, sich mit anderem Le- ben zu verbinden (zu beschäftigen, Anm. der Autorin), als angeboren. Bereits fünf Minuten Spazierenge- hen „im Grünen“ sind, wie verschie- dene Studien gezeigt haben, für ein gutes seelisches Wohlbefinden ausreichend. Regelmäßige Ausflüge in die Natur sollen sogar dem Burn- out vorbeugen. R A T G E B E R
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