VOGELSCHUTZ 1-20
6 VOGELSCHUTZ 2|20 L E S E R B R I E F E Ihre Meinung ist uns wichtig! Schreiben Sie uns unter leserbriefe@lbv.de oder per Post an Redaktion VOGELSCHUTZ, Eisvogelweg 1, 91161 Hilpoltstein. Die Redaktion behält sich aus Platzgründen eine Auswahl und das Kürzen von Leserzuschriften vor. Leserbriefe geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. i Post Zum Artikel „Insektensterben“ (02/18) Moratorium für 5G Ich bin seit 25 Jahren Mitglied im LBV und lese mit Begeis - terung Ihre Zeitschrift. In der Ausgabe 02/18 werden die intensive Landwirtschaft und Pestizide als die wichtigsten Ursachen für das Insekten- und vor allem für das Bienenster- ben aufgeführt. Es ist mir unverständlich, dass in dieser Auf- listung die Rolle der Mobilfunkwellen noch nicht einmal er- wähnt wird. Was mich zum Schreiben dieses Briefes antreibt ist vor allem die Tatsache, dass die Einführung von 5G vor der Tür steht, und zwar ohne vorherige Prüfung der Gesund- heitsverträglichkeit und ohne Technik-Folgen-Abschätzung. Schon 2014 wurde über die Störung der Orientierung von Zugvögeln selbst durch schwachen Elektrosmog in den Me- dien berichtet. Welche Auswirkungen werden dann erst die viel höherfrequenten elektromagnetischen Felder bei 5G ha- ben? Schockierend finde ich auch Ergebnisse der Studie von Waldmann-Selsam (2013) zur Schädigung von Bäumen in der Nähe von Mobilfunk-Sendern. Gibt es immer noch nicht ge- nügend Gründe, sich für einMoratoriumvon 5G einzusetzen? Irmgard Beubl, 88416 Ochsenhausen Anm. der Redaktion Wir können Ihre Bedenken verstehen, allerdings sind uns keine belast- baren Studien zu den Auswirkungen von 5G bekannt. Deshalb können wir negative Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt nicht aus - schließen. Als Fachverband sind unsere Naturschutzmaßnahmen stets durch begleitende Forschungsarbeit belegt. Unser Handeln ist deshalb immer an wissenschaftliche und belastbare Studien gebunden. Wie zwei Gladiatoren vor dem Angriff standen sich der Grün - specht und die Elster im Garten von Bernhard Rieck gegen- über, sodass er uns diesen Schnappschuss der Begegnung schicken konnte. Zu den Leserbriefen „Kritik an den Anzeigen von birdingtours“ (01/20) Sanfter Tourismus ist keine Umweltsünde Den Kritikern der Anzeige von birdingtours im LBV-Ma- gazin möchte ich gerne folgende Fragen stellen: 1. Fahren Sie einen SUV oder ein ähnlich völlig überdimensioniertes Auto? 2. Sind Sie Vegetarier oder Veganer oder, falls Sie Fleisch essen, kaufen Sie konsequent Biofleisch? 3. Kaufen Sie, auch wenn Sie es finanziell nicht müssten, bei Discoun - tern, die ihre Produzenten preislich massiv drücken? 4. Wie oft fahren Sie selbst in den Urlaub, auch wenn es innerhalb Europas ist? Wie von der Redaktion angemerkt, sind es gerade arme Länder, die von Tierbeobachtungsreisen besonders profi - tieren. Nur wenn die Bevölkerung vor Ort ihren Lebens- unterhalt durch einen – im Fall von birdingtours – sanften Tourismus bestreiten kann, wird sie die Natur schützen. Ich finde es daher nicht richtig, birdingtours zu verurteilen und keine Anzeigenfläche im LBV-Magazin mehr zur Verfügung zu stellen. Ich glaube, wer einmal im Jahr mit Unternehmen wie diesen zu Tierbeobachtungsreisen ins Ausland fliegt, braucht sich wirklich nicht als Umweltsünder fühlen. Brigitte Alkins, 81549 München Zum Artikel „Wie der Klimawandel unsere Tierwelt verändert“ (01/20) Den Schwalben fehlen die Kuhställe In dem Artikel schreibt der Autor: „Schwalben leiden unter Insektenmangel, teilweise unmittelbar als Folge von Zu- nahme und Änderung der Verteilung ausdauernder und heftiger Niederschläge, die Jagdmöglichkeiten einschrän - ken.“ Damit hat der Autor sicher recht. Aber besonders negativ ist das Verschwinden der Kuhställe, die es früher zahlreich in jedem Dorf gab. Wer erinnert sich nicht, wie viele Schwalbennester man in jedem Stall sehen konnte? Das Verschwinden vieler Bauernhöfe ist für die Umwelt, auch für die Vögel, ein großes Problem. Franz Mißlbeck, 93138 Lappersdorf Gründliche Veränderung unserer Lebensweise Die Krise der Natur und des Klimas kann nur durch eine gründliche Veränderung unserer Lebens- und Wirt- schaftsweise gestoppt und zurückgefahren werden. Nicht langsam. So schnell wie möglich. Sofort. Mit all unseren Möglichkeiten und Fantasien. Ich bitte den LBV, unsere Mitglieder und Förderer, die Menschen aufzurufen, sich noch mehr zu engagieren und weniger Energie, Fleisch, Palmöl, Papier usw. zu verbrauchen und zu konsumieren. Gerade beim Verzehr von Lebensmitteln kann der Einzel- ne viel mehr tun. Sehr schön wäre es, wenn der LBV-Vor- sitzende Dr. Norbert Schäffer eine Aktion mit dem Thema „Ökologische/biologische Lebensmittel“ starten würde, zum Wohl der Tiere und Natur. Wir brauchen dramatische Einschnitte. Wir müssen radikal umsteigen: mehr Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel, weniger Autos und Flug - zeuge, mehr pflanzliche Lebensmittel und weniger tieri - sche. So können wir die globale Katastrophe gemeinsam verhindern. Franz Amann, 96114 Hirschaid FOTOS: EVA SCHUBERT, HEINI INKOFERER, OPENSTREETMAP.COM, SIMON WEIGL
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