VOGELSCHUTZ 1-20

26 VOGELSCHUTZ 2|20 L B V V O R O R T Das Knoblauchsland im Norden Nürnbergs hat sich zu einem Kiebitz- Hotspot in Nordbayern entwickelt. Dort wird vorwiegend kleinflächiger Gemüsebau mit intensiver Bewässerung betrieben. Letztere ist einer der wesentlichen Anreize für die Vögel. In einem ausgewählten Areal von rund 78 Hektar konnten 54 Kiebitznester entdeckt werden. Diese wurden im Rahmen eines GlücksSpiralen-Projekts von Aktiven der Kreisgruppen Nürnberg und Erlangen mit dünnen Stöcken markiert, damit sie bei der Bearbeitung von Landwirten gesehen und möglichst ausgespart werden. Gleichzeitig sollten sie nicht von Erholungssuchenden entdeckt werden. Wenn Landwirte oder Landarbeiter vor Ort waren, wurden sie über die Wichtigkeit des Kiebitzschutzes informiert. Die Gefahren für die dortige Population sind vielfältig. Eine jährlich wiederkehrende, dauerhafte Be- treuung während der Brutzeit durch fachkundige Personen, z. B. durch staatlich finanzierte Ranger, sowie Informationen für die Gemüsebauern und Landarbeiter wären deshalb dringend notwendig. Dafür sollten Prä- mien und finanzielle Anreize für Brachflächen und Gelegeschutz, wie be - reits zum Teil in Nachbarlandkreisen realisiert, eingerichtet werden. Die Brutflächen für den Kiebitz sollten weiter optimiert werden und von Maß - nahmen wie der Leinenpflicht für Hunde begleitet werden. BIANCA FUCHS Digiscoping ist die Verbindung von neuester Technik, Natur- beobachtung und Fotografie. Dafür werden digitale Spiegel - reflexkamera, Systemkamera oder Smartphone mit einem Spektiv verbunden, um so Brennweiten von bis zu 2.700 Millimetern zu erreichen. Tiere in mehreren hundert Metern Entfernung zu fotografieren ist somit kein Problem mehr. In Kooperation mit unseren Partnern Swarovski Optik und bir- dingtours laden wir alle Interessierten zu einem mehrtägigen Digiskopie-Workshop am Altmühlsee ein. Unter der Leitung von Dr. Jörg Kretzschmar können Teilnehmende die Produkte von Swarovski Optik testen, darunter auch zumerstenMal den neuen digital Guide (siehe Test S. 30). In Kombination mit der eigenen Technik erlernen oder vertiefen Sie das Digiskopieren. Ein Schwerpunkt liegt auf der Smartphone-Digiskopie, denn die jeweiligen Adapter ermöglichen Ihnen ein schnelles und er- folgreiches Fotografierenmit demeigenen Handy und Spektiv. Termin: 18.–20. September 2020, Reisedauer: 3 Tage / 2 Näch- te, Preis: ab 490 Euro p.P. im Doppelzimmer. Weitere Infor- mationen und Anmeldung bei unserem Partner birdingtours unter Tel.: 07634-504 98 45 oder www.birdingtours.de „Fledermäuse: (Un-)Heimliche Nachtjäger finden, schützen – beraten“ (kurz: FUN) heißt ein Projekt der Regionalgruppe Feucht. Seit Anfang 2019 sollen so bisher unbekannte Fleder- mausquartiere (Winterquartiere und Wochenstuben) im süd- lichen Landkreis Nürnberg gefunden, dokumentiert und mit den Eigentümern gesichert werden. FUN soll bei vermuteten Quartieren sowohl in öffentlichen Gebäuden und Kirchen als auch bei Privathäusern zum Einsatz kommen. Einige wurden bereits lokalisiert, so zum Beispiel an den Evangelischen Kir- chen in Feucht, Leinburg und Rummelsberg. Nach den Bege- hungen und dem Nachweis von Fledermausvorkommen sol- len die Daten der Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Nordbayern an der Friedrich-Alexander-Universität Erlan- gen-Nürnberg zur Verfügung gestellt werden. Projektleiter Heinz Neudert und der Vorsitzende der LBV-Regionalgruppe, Bernd Michl, bedankten sich bei den größten finanziellen För - derern des Projekts: Neben der Stiftung Bayerisches Natur- erbe ermöglichten die Gemeinden Burgthann, Feucht und Schwarzenbruck die Anschaffung des teuren Aufnahmege - räts zur Erfassung von Fledermausrufen. BERND MICHL MUHR AM SEE | MITTELFRANKEN Jetzt anmelden zum Digiscoping- Workshop! NÜRNBERG | MITTELFRANKEN Kiebitz-Schutz im Knoblauchsland FEUCHT | MITTELFRANKEN Mit einem Batlogger auf Fleder- mauspirsch FOTOS: DR. CHRISTOPH MONING, BIANCA FUCHS, CHRISTIANE GEIDEL, HERBERT BAUER

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