VOGELSCHUTZ 1-20
18 VOGELSCHUTZ 2|20 T H EMA D ie Wolfsteiner Ohe ist ein fast 55 Kilometer langer Nebenfluss der Ilz im Bayerischen Wald, der sich im Laufe der Jahrtausende rund hundert Meter tief in das Grundgebirge eingegraben hat. Durch die Erosionskraft des Flusses entstand eine wildromantische Schluchtland- schaft mit Felsen, Gesteinsblöcken und sprudelnden Wasser- fällen. Der Abschnitt der Wolfsteiner Ohe zwischen Freyung und Ringelai wird Buchberger Leite genannt. Seit 1961 ist die- se Wildbachklamm Landschaftsschutzgebiet, 2003 wurde sie in die Liste „Bayerns schönste Geotope“ aufgenommen, und zudem ist sie als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet ausgewiesen. Flora und Fauna Auf den blockschuttreichen Steilhängen hat sich ein arten- reicher Schlucht- und Hangmischwald aus Buchen, Eschen und Ahorn sowie vereinzelten Fichten und Tannen entwi- ckelt. Aufgrund seiner Unzugänglichkeit und der mit Moo- sen und Flechten bewachsenen Felsen besitzt dieser Wald einen naturnahen, fast urwaldartigen Charakter. So ist es nicht verwunderlich, dass hier zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten einen idealen Lebensraum vorfinden. Der Fischotter hat entlang der Wolfsteiner Ohe sein Jagdrevier und selbst der scheue Luchs wurde hier bereits gesichtet. Auch die Vogelwelt ist sehr artenreich. So bietet der unzugängliche Wald mit seinen Biotopbäumen und Baum- höhlen beispielsweise Schwarzspecht, Habichtskauz und Waldohreule optimale Brutmöglichkeiten. Entlang des viel- gestaltigen Ufers des Wildbaches leben Wasseramsel, Ge- birgsstelze und Eisvogel. Die Nähe zum Gewässer sucht auch der Feuersalamander, der dort ebenfalls von den zahlreichen Versteckmöglichkeiten unter Felsblöcken und Baumwurzeln profitiert. Hier kommen noch in Bayern stark gefährdete Fledermausarten wie die Mops-, die Zweifarb- und die große Bartfledermaus vor, die in Biotopbäumen und Felsklüften ihre Quartiere haben. Durch die finanzielle Unterstützung des Bayerischen Naturschutzfonds konnte der LBV hier in den letzten Jah - ren ein Waldgebiet von rund 2,5 Hektar durch Ankauf si- chern. Aktuell kann dieses LBV-Gebiet durch Zukauf um zwei angrenzende Waldgrundstücke erweitert werden. Dies ist dringend geboten, um eine Ausbeutung durch Holzein- schlag durch private Firmen oder private Eigentümer zu verhindern. Andernfalls sind gravierende negative Auswir- kungen auf die sehr naturnahen Bestände und ihre Biodi- versität zu erwarten. Durch einen Ankauf bleiben die Flä- chen weiterhin als Naturwaldparzelle erhalten. Heimat für Luchs und Fischotter Die Buchberger Leite im Landkreis Freyung-Grafenau Seine Vielfalt und Ursprünglichkeit machen das Ilz-Talsystem im Bayerischen Wald zu einer bedeutsamen Biotopverbundachse zwischen Böhmerwald und Donautal. Viele bedrohte Arten finden hier noch Zuflucht, darunter Fischotter und Luchs. Auch dank Flächenkäufen durch den LBV sind heute wertvolle Bereiche dauerhaft geschützt. Nun soll das LBV-Schutzgebiet vergrößert werden.
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