Montessorischule Inning am Ammersee: Sinnesgarten mit Schwerpunkt "Bienen"

Entstehung und Einbindung der Schüler:

Alle Klassen der Primarstufe 1 verfügen über einen direkten eigenen oder gemeinschaftlichen Zugang zum Schulgarten, der für die Primarstufe1 (Jahrgangsmischung 1-3) ebenerdig direkt an die Klassenzimmer angrenzt. Die SchülerInnen haben so kontinuierlich die Möglichkeit im Garten zu arbeiten und ihre Gestaltungsideen einzubringen. In Klassenkonferenzen und kleinen Gruppen werden Ideen erörtert und konkretisiert. 

Der Schulgarten ist ein langgezogener enger Gartenteil (Breite 2-4m), der sich am Schulhaus entlang zieht. Früher war dies ein ungepflegter, verwilderter, schmaler Grünstreifen, der vor einigen Jahren in einer gemeinsamen Planung mit den SchülerInnen der Schule und einem Gärtner schülergerecht umgestaltet worden ist. Einige wenige Bäume/Hecke konnten stehen bleiben, der Rest wurde zusammen mit SchülerInnen und LehrerInnen komplett neu gestaltet. 

Dabei ist im Laufe der Zeit ein Sinnesgarten mit

  • einem Barfußweg/Sinnesweg
  • verschiedenen Grün- und Bühpflanzenbeeten
  • einem kleinen Bienenlehrpfad mit wetterfesten Plakaten und einem jährlich neu bestückten Bienenschaukasten, einem Insektenhotel und einer Totholzecke
  • einem Kräuterbeet
  • einzelnen Klassenbeeten entlang der Klassenzimmer
  • sowie einem Spalierobst-Bereich

entstanden. Jede der drei Primarstufe 1 Klassen betreut ein eigenes Beet mit Gemüse und Blumen, das vom Klassenzimmer aus gut einsehbar ist.

Da die große Gartengestaltung mittlerweile erfolgt ist, liegt nun der Schwerpunkt auf der Pflege der bestehenden Bereiche und der Gestaltung im Kleinen. Hierzu können alle SchülerInnen immer und jederzeit ihre Ideen einbringen und diese Umsetzen.

Dies erfolgt z.B. in

  • der Renovierung und Instandhaltung des Sinnesweges
  • der Bepflanzung in den Beeten
  • der Renovierung und dem Ausbau des Insektenhotels 
  • der ästhetische Gestaltung im Garten 
  • der Instandhaltung der Dachterrasse für die Bienenstöcke, die mit den SchülerInnen betreut werden.

 

Fächerübergreifende Einbindung des Gartens:

An der Montessorischule wird insgesamt fächerübergreifend "kosmisch" gearbeitet. Alle Inhalte werden vernetzt und miteinander in Beziehung gesetzt. Zusammenhänge werden aufgezeigt. Die Kinder erhalten zunächst den großen Überblick, von dem aus ins Detail gegangen wird. Es sollen keine isolierten Einzelheiten gelehrt werden, die, wie Montessori sagt, Verwirrung stiften, sondern Zusammenhänge sollen aufgezeigt und erforscht werden.

Im Garten, mit seinen Pflanzen und Tieren kann an vielen Themen gearbeitet werden, die die Lehrerinnen in den Schulalltag als Anregung einbringen, aber auch die SchülerInnen können Wünsche einbringen und daran forschen und arbeiten. Als Ziel steht einerseits im Vordergrund, den SchülerInnen "Schlüssel" für den Erwerb von Wissen zu geben, damit Kenntnisse und Fertigkeiten erworben werden können, und damit ein selbständiges Arbeiten angebahnt wird; zum anderen, ein Gefühl für wichtige Zusammenhänge zu entwickeln.

 

Nutzung des Gartens:

  • Arbeit an Naturkundlichen Themen im Garten: Säen, Pflanzen, Ernten, Forschen zu den Themen Insektenhotel, Totholzecke, Erde und Hecke, Bienenschaukasten & Informationstafeln
  • Erholung, Brotzeit, Pause in den Ruhezonen und Sitzplätzen
  • Arbeit anderer schulischer Inhalte im Garten (Rechnen, schreiben...)
  • Sinne anregen: Blüten- und Blattformen, Sinnesweg, Geschmack, Düfte...

Der Garten wird intensiv von den drei Klassen der Primarstufe genutzt: 

  • Pflege und Gestaltung der Klassenbeete mit Anzucht, Ansaat und Bepflanzung der Beete. Hier wird jedes Jahr eine neue Auswahl an Pflanzen getroffen oder angezogen, die die Schüler gerne in ihrem Garten pflegen möchten. Die Gestaltung von einem kleinen Nutzpflanzenbereichen in dem auch geerntet wird und einem kleinen Bereich mit blühenden Pflanzen - blühende Pflanzen als Nahrung für Insekten/Bienen und unter ästhetischem Gesichtspunkt für eine hübsche Gestaltung in Form von kleinen Blumensträußen, die das Klassenzimmer schön gestalten.
  • Die Schülerinnen können den Garten sowohl für konkrete Gartenarbeiten, wie auch zum Arbeiten draußen nutzen, indem sie sich mit ihren Lernmaterialien einen schönen Platz draußen suchen - hier stehen Bänke und Tische bereit, im Sommer auch schattige Plätze.
  • In den Beeten werden verschiedene Bepflanzungen ausprobiert und die SchülerInnen haben hier die Möglichkeit, ihre Wünsche einzubringen und sich auszuprobieren. Viele Aspekte von den Bedingungen für eine Anzucht (was braucht der Keimling), für die Pflege (was mache ich mit Schädlinngen, Wasserbedarf..) und die Ernte (wann und was ernte ich, wie verarbeite ich es, wie schmeckt es?). Hier können auch einmal ungewohnte Geschmacksrichtungen ausprobiert und neue Erfahrungen gemacht werden! Die geernteten Produkte werden in  Kochprojekten in der Lehrküche verarbeitet und probiert.

Der Garten ist zwar klein und schmal, bietet aber vielfältige Möglichkeiten, im kleinen Rahmen Erfahrungen zu machen. Ein Raum zum Wohlfühlen!

 

 

Bezüge zur Nachhaltigkeit:

Mit der Primarstufe 1 wurden zwei Bienenstöcke auf einem Dachbereich durch die Jahreszeiten zusammen mit einer Imkerin betreut. Durch die Auseinandersetzung mit den Bienen und der Imkerei können die SchülerInnen vielfältige Kompetenzen erwerben. Die komplexe Lebensform der Honigbiene vereint Einblicke in vielfältige naturwissenschaftliche Bereiche wie z.B. Biologie, Chemie, Physik, Mathematik, Geschichte, Ethik... Die Wichtigkeit der Honigbiene durch die Bestäubung von Pflanzen für ihre Bedeutung für unsere Ernährung und die Gewinnung von Honig für die Menschen wird deutlich. Durch die Arbeit mit den Bienen und die Beobachtung der Abläufe am Bienenstock werden die Zusammenhänge zwischen Mensch, Tier und Natur deutlich und verständlich. Die Arbeitsprozesse für die Gewinnung von Honig für den Menschen und die Einflüsse der Natur auf diese werden sehr sinnlich erlebt.

Dazu kommt der wirtschaftliche Aspekt, in dem die Schülerinnen der Primarstufe 1 Waren herstellen und verkaufen.

 

Bewahrung und Förderung der biologischen Vielfalt:

Der zur Verfügung stehende Bereich ist nur sehr klein. Trotzdem wird versucht, diesen optimal und vielfältig zu nutzen:

 

  • kleine Totholzecke
  • kleiner Heckenstreifen entlang der Beete 
  • schmaler Kiesstreifen am Haus
  • Bienenschaukasten mit Infoplakaten
  • Insektenhotel mit verschiednen Materialien

 

Die in den verschiedenen Bereichen gefundenen und entdeckten Tiere werden immer wieder beobachtet. Dazu ist es wichtig, aufzuzeigen, was ein guter Umgang mit dem Tier ist und wie es artgerecht für eine gewisse Zeit erforscht werden kann, bevor es wieder in die Natur unseres Gartens zurück gesetzt wird. Es wird z.B. erforscht, wie sie sich bewegen, fortpflanzen und wie sie leben. Es wird darüber philosophiert, ob sie "Nützlinge" oder "Schädlinge" für den Menschen sind. 

 

Kooperation mit außerschulischen Partnern:

Es findet an der Schule eine Kooperation als  Partnerschule des LBV für das Projekt Mitmachflora Ammersee statt, in dem über das Schuljahr verschiedene Fortbildungsangebote für die Lehrkräfte (z.B. Wildkräuter) und Angebote für die SchülerInnen angeboten werden. Nach der Fortbildung zur Wildküche sind die Klassen auf die Suche nach essbaren Kräutern im Schulgarten gegangen. 

Das Angebot von "navama" wurde mit einer Klasse genutzt. Diese setzen sich seit einigen Jahren mit Technologieentwicklung für den Natur- und Umweltschutz im Rahmen des Verbundprojekts „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“ ein.

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