Mittelschule Ensdorf: Schülergenossenschaft "Der grüne Daumen" vermarktet Müsliriegel & Co.

Entstehung und Einbindung der Schüler:

Im April 2014 wurde der Schulgarten in einer Gemeinschaftsaktion von Schülern, Eltern und Lehrern neu angelegt. Im Vorfeld planten die Kinder den Garten - ein Kräuterbeet, Gemüsebeete und ein Sträucher-Naschgarten entstanden, Hochbeete kamen 2015 hinzu. In den AGs Umwelt, Schulgarten und Schülerfirma sowie in diversen Unterrichtsstunden und auch in Freistunden arbeiten die Schüler im Schulgarten. In der 2015 gegründeten Schülergenossenschaft "Der grüne Daumen" sowie im Fach Soziales werden die im Garten gewonnenen Lebensmittel verarbeitet und auch vermarktet. Mit dem örtlichen Metallbauer stellten Achtklässler eine Ruhebank aus Metall und Lärchenholz her, sodass man auch einmal eine Ruhepause einlegen kann. Im Kunst-, Technik- und WTG-Unterricht wurden Dekos aus Ton sowie Schilder angefertigt, die die jeweiligen Sträucher und ihre Verwendung näher beschreiben. Die Schüler werden befragt, was an Gemüse angebaut werden soll. Im Frühjahr säten sie unter Anleitung z.B. Tomaten, Paprika, Wassermelonen und Kürbisse. Das Kloster Ensdorf hatte früher eine eigene Gärtnerei - heuer haben wir eines der früheren Gewächshäuser zur Verfügung gestellt bekommen, in dem nun über 70 Tomatenpflanzen und weitere Pflanzen wachsen. Schüler haben sich bereit erklärt zu gießen, die offene Ganztagsschule unter Leitung von Klosterbruder Robert Reiner (Träger der OGS ist das Kloster) pflegt das Gewächshaus in regelmäßigen Abständen und besucht dann auch die Bienenvölker, die neben dem Gewächshaus beheimatet sind. Vorschläge der Schüler werden - wenn möglich und sinnvoll - umgesetzt. 

 

Fächerübergreifende Einbindung des Gartens:

Für das Fach Soziales bietet der Garten gesundes Gemüse und knackige Salate, ebenso verarbeitet die Schülergenossenschaft das Obst und die Kräuter zu leckeren Produkten. Im Fach PCB (Physik-Chemie-Biologie) wird der Garten gerne zur Bestimmung von Pflanzen, zum Entdecken von Bodenlebewesen bzw. zu Bodenproben aufgesucht. Malen in der Natur findet im Kunstunterricht statt. Bei schönen Wetter sitzt man auch gerne draußen, um im Deutschunterricht ein Buch zu lesen oder Teamarbeiten zu erledigen. Vertretungsstunden werden sinnvoll genutzt, um mit der Klasse in den Garten zu gehen und diesen zu pflegen oder auch mal um "nur" Beeren zu naschen oder "blind" Kräuter zu erriechen oder zu erschmecken.

 

Nutzung des Gartens:

Der Garten dient in erster Linie dazu, den Schülern aufzuzeigen, wie gut selbst angebautes Gemüse schmeckt. Ebenso soll gezeigt werden, dass Eigenanbau umweltschonend ist - lange Transportwege entfallen. Auch werden keine Schädlingsbekämpfungsmittel oder künstliche Dünger eingesetzt. In regelmäßigen Abständen gibt es ein gesundes Pausenbrot für alle Schüler wie z.B. Radieschen- oder Schnittlauchbrote, Kohlrabi, Beeren etc. - von Schülern zubereitet.

Naturbeobachtungen werden ebenso in den Fächern PCB und Kunst durchgeführt. Ausgestattet mit Bestimmungsbüchern oder mit Becherlupen gehen die Kinder auf Entdeckungsreise.

Man kann sich aber auch auf die Ruhebank setzen, um eine kleine Pause einzulegen oder in aller Ruhe einen Apfel zu essen.

Der Schulgarten wurde kürzlich um ein grünes Klassenzimmer erweitert. Dabei wurde auch eine Wildblumenwiese angesät und weitere Sträucher wie Holunder und Schlehen angepflanzt.

Bei Festen wie z.B. dem Kartoffelfest wird die gesamte Bevölkerung eingeladen. Der Garten ist auch frei zugänglich und wird gerne von älteren Gemeindebürgern für einen Spaziergang genutzt. Der Obst- und Gartenbauverein kommt mehrmals jährlich, um gemeinsam mit den Schülern Aktionen wie z.B. Anlegen eines Kartoffelfeldes durchzuführen.

Für manche Schüler ist der Garten auch eine gewisse Therapie, wo sie bei Ärger wieder "runter" kommen.

 

 

Bezüge zur Nachhaltigkeit:

Als gelebte Umwelt- und Energieschule liegt es der Mittelschule besonders am Herzen, die Kinder zu umweltbewussten Menschen zu erziehen. 

Beim Eigenanbau von Obst und Gemüse werden einige Ressourcen geschont und CO2 eingespart, da weite Transportwege entfallen und keine Verpackungen benötigt werden. Ebenso wird auf den Einsatz chemischer Mittel zur Schädlingsbekämpfung und zur Düngung verzichtet, was die heimischen Nutzinsekten schont und das Grundwasser schützt. Die ökologisch bewirtschafteten Böden reichern Humus an und können darin Treibhausgase speichern. 

Die Schüler erkennen, dass sie auch zum Erhalt der Landschaft und Wirtschaft in ihrer Region beitragen, wenn sie regionale Produkte kaufen. 

Sie lernen die Vielfalt heimischer Pflanzen kennen und erfahren, was saisonal wächst.

 

Beitrag zu Bewahrung und Förderung der biologischen Vielfalt:

Der Garten wird rein biologisch betrieben, Insekten und Tiere fühlen sich sehr wohl. Ein Eidechsengeröllfeld wurde ins grüne Klassenzimmer integriert, das Insektenhotel folgt noch. Die Wildblumenwiese lockt gerade auch Bienen an. Der Boden ist reich an Regenwürmern und anderen Kleinlebewesen, das Gezwitscher der Vögel ist täglich zu hören. Englischer Rasen ist nicht willkommen, jedes (Un)kraut hat seinen Platz. Auf dem Speiseplan stehen dann auch mal Gänseblümchen, Tageslilien oder Giersch. Altholzhaufen aus Zweigen bieten ebenso Lebensraum wie die Nistkästen an den umliegenden Bäumen im Schulwald.

 

Kooperation mit außerschulischen Partnern:

Regelmäßigen Kontakt besteht mit einem Fachberater für Gartenkultur und Landespflege. Er beriet die Schüler während der Planungsphase, hielt im neu angelegten Garten eine Lehrerfortbildung ab sowie einen Obstbaumschnittkurs und ein Kinderferienprogramm.

Der örtliche Obst- und Gartenbauverein kommt mehrmals jährlich zu gemeinsamen Aktionen.

Im ständigen Kontakt steht die Mittelschule zur Umweltstation des Klosters Ensdorf, dem ZEN (Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit) und dem Naturpark Hirschwald.

Die jüngste Kooperation läuft mit Firma HORSCH Maschinen GmbH  - hierbei erarbeitet eine Schülergruppe einen Versuchskoffer zum Thema Boden, der für Lehrerfortbildungen und spätere Schülerversuche eingesetzt werden soll. Ebenfalls seit diesem Jahr beteiligt sich die Schule an "Amberg summt" - hierbei werden ihr Bienenvölker zur Verfügung gestellt, die neben dem Gewächshaus stehen. 

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