Ludwig-Thoma-Grundschule Traunstein: Nistkastendorf "Piepshausen" und Bohnentippi

Entstehung und Einbeziehung der Schüler:

Im April 2015 legten die dritten und vierten Klassen gemeinsam mit Eltern und Lehrern einen Schulgarten mit Weidentipi, Gurkenunterstand, Kompost mit Sichtfenster, Schulgartenschild als Insektenhotel, Gemüse-, Kräuter und Blumenbeeten an.

Seit Pfingsten 2016 wird dort ein Bienenstock beherbergt. Dafür wurde der Garten bei einem Gartentag von den Schülern und Erwachsenen noch bienenfreundlicher gestaltet. Nach einer kurzen Einführung in die Bedeutung insektenfreundlicher Gärten ohne chemischen Dünger und ohne Pestizide, dafür mit vielen nektarreichen Pflanzen, packten alle fleißig mit an. Es wurden Weiden, eine Kornelkirsche, Wein und verschiedene Beerensträucher gepflanzt, viele Wildblumenflächen eingesät, der Gemüsegarten neu angelegt, das Weidentipi erneuert, Unterschlupfmöglichkeiten mit Wassertränken für Bienen und andere Insekten angebracht und vieles mehr. Blumentöpfe mit Wildblumensamen und Beinwell vor dem Schultor sollen auch die Nachbarschaft dazu anregen, sich am bienenfreundlichen Garteln zu beteiligen. Eine Broschüre des Bundesministeriums „Bienenfreundliche Pflanzen für Balkon und Garten“ steht zum Mitnehmen dort zur Verfügung. Bei der Gelegenheit wurden auch die Heckenschilder mit Steckbriefen der jeweiligen Pflanzen erneuert. Gepflegt wird der Garten von der AG Umwelt, den Gießdienst übernehmen die verschiedenen Klassen.

Des Weiteren hat die AG Umwelt das Nistkastendorf  "Piepshausen" am offenen Klassenzimmer angebracht. Eine Nistkastenkamera ermöglicht den Schülern, das Geschehen vom Nestbau bis zum Flüggewerden der Vogelkinder zu beobachten.

Außerdem hat die AG Umwelt gemeinsam mit Eltern auf einer schulnahen Streuobstwiese des LBV Heckensträucher gepflanzt und Totholzhaufen angelegt.

 

Fächerübergreifende Einbindung des Gartens:

Immer wieder wird der Schulgarten für den Unterricht genutzt:

  • Religions- und Ethiklehrer nutzen ihn gern zu den Themen Schöpfung und Naturschutz, zur Ruhe kommen, Vielfalt in der Natur usw. Die ersten Klassen waren im Schulgarten zum Thema "Meine Sinne" und haben die Natur gehört, gerochen, gesehen/genau betrachtet, gefühlt (z.B. auch einen Regenwurm) und geschmeckt.
  • Auch die Themen Frühblüher, Löwenzahn und andere Wiesenblumen sowie Heilkräuter aus der Natur wurden vor Ort durchgeführt.
  • Die zweiten Klassen nutzen den Schulgarten im Herbst, um die Heckensträucher, die dritten Klassen um die Baumarten kennenzulernen.
  • Die AG Umwelt, die in diesem Jahr "Imkern an der Schule" durchführt, ist regelmäßig zum Thema "bienefreundlicher Garten" und Beobachten von Bienen und Wildbienen im Garten. Während des gesamten Schuljahres wird dies mit einer informativen und anschaulich gestalteten Umweltecke begleitet. Viele Klassen nutzen diese zu den Themen Bienen, Bestäubung, Bienenprodukte usw.

 

Nutzung des Gartens:

Der Garten wird von den Schülern regelmäßig in den Pausen genutzt, um sich z.B. Kräuter fürs Pausenbrot zu holen oder zu ernten, was gerade Saison hat. Vor allem das Weidentipi ist als Ruhezone sehr beliebt. Die Kinder der Nachmittagsgruppen kommen in ihrer Mittagspause, um beim Garteln zu helfen und dabei alle möglichen Tierchen zu entdecken.

Für das Thema "gesunde Ernährung" werden Kräuter, Obst, Gemüse  o.ä. geerntet bzw. im Herbst auch die eigenen Kartoffeln und Kürbisse verkocht.

Auch Naturbeobachtung findet beim Meisennistkasten mit eingebauter Kamera und in aller Ruhe vor den Insektenhotels statt. Ein Röhrennistkasten hilft, den Kindern zu zeigen, was im Innern der Bruthöhlen von Wildinsekten passiert.

 

Bezüge zur Nachhaltigkeit:

An erster Stelle steht, die Kinder für die Natur zu begeistern und aufzuzeigen, welche Vielfalt an Blumen, Nutzpflanzen und Tieren es da zu entdecken gibt. Erst wenn die Kinder begeistert dafür sind und auch selber mithelfen dürfen, den Garten zu gestalten, dann bleibt etwas bei ihnen hängen, das sie zuhause oder auch in ihrem späteren Leben wieder anwenden.

Nachhaltigkeit im Sinne von Klimaschutz wird immer wieder angewandt, indem ohne chemischen Dünger (nur schuleigener Kompost) und ohne Spritzmittel gearbeitet wird. Außerdem bleiben die kleinen "Unkräuter" nach dem Auszupfen auf den Beeten liegen, damit auch die Regenwürmer gut versorgt werden.

Der regionale und saisonale Gedanke fließt immer mit ein. Grüne Schilder zeigen den Kindern, wann geerntet werden darf und rote Schilder wann nicht. Gerade beim Thema "Bienen" wurden die Themen Klimawandel und Naturschutz behandelt.

 

Bewahrung und Förderung der biologischen Vielfalt:

An einem Weidentippi ranken verschiedenartige Bohnen empor, anhand derer das Thema "genetische Vielfalt" besprochen wird.

In diesem Jahr liegt der Fokus vor allem auf der Artenvielfalt der Blumen. In verschiedenen Versuchen, wurden magere und fette Böden angelegt sowie mehrere Bienenweiden für die Bienen.

Bei einer Bienenprojektwoche, die für die gesamte Schule stattfang, wurden Samentütchen für jedes Kind verteilt und Samenbomben gebastelt. Auch hier wurde die Wichtigkeit von Magerwiesen thematisiert.

 

Kooperation mit außerschulischen Partnern:


Zusammenarbeit mit dem LBV:

  • regelmäßiger Besuch einer LBV-Kiesgrube und einer Streuobstwiese, auf der die Schüler schon einen Apfelbaum und mehrere Hecken gepflanzt haben.
  • Besuch des Umweltgartens des LBV in Wiesmühl mit der AG Umwelt besucht
  • LBV-Pädagogin begleitet AG Umwelt regelmäßig

Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Traunstein:

  • Landrat des Landkreises Traunstein hat das "Jahr der Biene" ausgerufen und Schulen um Mitarbeit gebeten. In diesem Sinne fand die Bienenprojektwoche statt, die mit Samentütchen und einem kleinen finanziellen Zuschuss gefördert wurde. Vertreter des Landratsamtes besuchten die Schule. Außerdem beteiligen sich in dieser Woche ein ortsansässige Imker als Referenten mit Bienenstöcken und Imkerutensilien.

Newsletter