Gustav-Woehrnitz-Mittelschule Lohr: grüne Lernwerkstatt mit vielfältigen Biotopen

Entstehung und Einbeziehung der Schüler:

Alle Tätigkeiten, die von Schülern durchgeführt werden konnten, wurden auch selbstständig von Kindern durchgeführt. Hierzu zählen folgende Tätigkeiten:

  • Ausschneiden des Weges unter Anleitung eines Fachmannes
  • Anlegen der Igelburgen
  • Einstreuen der Wege im Waldbereich
  • Unkraut jähten in der Kräuterschnecke und dem Garten
  • Versorgung der Gartenpflanzen mit Wasser und ökologischem Dünger
  • Ernten der Früchte und Blumen
  • Plang, Anlegen und ständige Kontrollen der Teichanlage
  • Erstellen und Anbringen der Baumplakate
  • Herstellen und Anbringen der Insektenglocken
  • Einrichten des Insektenhauses
  • Herstellen der Outdoorkissen
  • Säubern und Anbringen von Nisthilfen

 

Fächerübergreifende Einbindung des Gartens:

Fächerübergreifend beteiligt sind die Bereiche Biologie, Vivarium, Schulgarten, Hauswirtschaft, Kunst und der Werkbereich. Das Vivariumsteam betreut den Schulzoo. Da in Deutschland viele Wildtiere dem Naturschutz unterliegen, können sie nicht innerhalb der Schule gehalten werden. Um einheimische Tiere erfahren und beobachten zu können, ist das Vivarium in leitender Position des grünen Klassenzimmers für die Vielfalt, den Erhalt und die Erweiterung der Biotope zuständig. Die Biologie nutzen diese Vielfalt als außerschulischen Lernort „Wiese“, „Trockensteinwand“, „feucht Biotop“ und „Mischwald“.  Die Projektgruppe Schulgarten betreut den biologisch angebauten Schulgarten. Die Erträge werden anschließend im Bereich Hauswirtschaft für Nahrungszubereitungen und als Futterpflanzen im Schulzoo verwendet. Die Bereiche Werken und Kunst sind für den ästhetischen Bereich zuständig: Sie fertigen, Sitzkissen, Insektenglocken, Wildbienenscheiben usw. an, die in anderen Bereichen genutzt werden. 

 

Nutzung des Gartens:

Das grüne Klassenzimmer ist zum einen Lernwerkstatt in den Bereichen Biologie, Vivarium, Schulgarten und Hauswirtschaft. Es wird aber auch als Raum für gemeinsame Zeit als Klasse genutzt. So wird der Regelunterricht gelegentlich ins Grüne Klassenzimmer verlegt und die Schüler dürfen sich beispielsweise mit der Klassenlektüre in die Wiese legen oder auf den Steintreppen Platz nehmen. Zudem bietet die Rasenfläche großen Raum für Sitzkreise und Kooperationsspiele an. Projekte, die im Rahmen einer MINT-Regio-Veranstaltung gebucht werden, werden in Teilbereichen, je nach Thema ebenfalls im Grünen Klassenzimmer abgehalten. Frontalunterricht kann für Referate und Vorträge im Amphitheater abgehalten werden. Außerhalb der Unterrichtszeit verbringen auch viele Schüler ihre Pausen im Grünen Klassenzimmer. Schon im Frühjahr sind die Steintreppen häufig von der Sonne aufgewärmt und dienen als Sitzgelegenheit, ebenso wie die große Wiesenfläche. An recht heißen Tagen wird der Waldweg gerne genutzt, da es hier angenehm kühl ist. Mit großer Begeisterung werden auch die Himbeersträucher als kleiner Pausensnack genutzt. 

Auf eine Einzäunung wurde bewusst verzichtet, obwohl der Garten direkt an einem Fahrradweg liegt. Dieser Weg wird von der Öffentlichkeit genutzt und Erfahrungen haben gezeigt, dass das Interesse der Bevölkerung gewinnbringender ist, als der minimale Schaden, der durch Verschmutzung (Müll/Hundekot) entsteht. 

 

Bezüge zur Nachhaltigkeit:

Nachhaltig denken und zukunftsfähig handeln sind Kompetenzen, die bei der Schulgarten-Arbeit eine wichtige Basis darstellen: Sowohl eine biologische Düngung als auch nur zwingend nötige Eingriffe in die Teich- und Waldlandschaft des Schulgeländes lassen der Natur die Möglichkeit, ein intaktes Ökosystem aufrecht zu erhalten. Den Schülern wird es hierdurch ermöglicht, sich Kenntnisse eines schonenden Umgangs mit der Natur anzueignen und somit die biologische Vielfalt auch zukunftsfähig aufrecht zu erhalten. Diese Wertschätzung hat zur Folge, dass sich die Schüler mittlerweile im Schulshop bewusst für umweltfreundliche Schreibwaren entschieden haben, eine Gruppe sich als Multiplikatoren des Themas Fairtrade angenommen hat und sogar die Auszeichnung zur Fairtrade School im Mai 2016 bewirkt hat. Hierdurch entsteht die Verknüpfung zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt, die für ein nachhaltiges, kritisch hinterfragendes und zukunftsorientiertes Denken unumgänglich ist.  

 

Beitrag zu Bewahrung und Förderung der biologischen Vielfalt:

Der Schulgarten deckt eine Vielzahl biologischer Biotope ab: So verfügt er über ein Feuchtbiotop, eine Steinmauer in Südlage, eine wildwachsende Wiese, einen ökologisch angelegten Blumengarten, ein Insektenhotel und ein kleines Mischwäldchen. Alle Bereiche werden möglichst naturgetreu belassen und Eingriffe erfolgen nur nach genauster Prüfung. Durch diese Art der Bewirtschaftung hat die heimische Fauna und Flora die Möglichkeit, sich selbst auszubreiten und vorhandene Ressourcen zu nutzen, die für die Ausschöpfung biologischer Nischen und einer darauf aufbauenden biologische Vielfalt von Nöten ist.

 

Kooperation mit außerschulischen Partnern:

theoretische Kooperationspartner, die Grundlage für die Anlage waren:

  •  BJV: Ausstellung der Spessartwald
  • Naturpark Spessart - Frau Arendt: Biberprojekt und Leben am Gewässer
  • BN: Unterrichtsgang zu Einheimischer Flora und Fauna, Wald und Wiese und Biber/Gewässer-Ausstellung
  • LBV: betreute Ausstellung "Habicht - Vogel des Jahres 2015"

 praktische Kooperationen:

  • BJV -Jungejäger: Aufforstung des Waldes, Anlage eines kleinen Teichs und Pflege des Feuchtbiotops
  • Feuerwehr: 1. Befüllung des Teiches und Auffüllen des Feuchtbiotops
  • LBV: ständige Beratung beispielsweise Positionierung von Nistkästen, Säuberung der Nisthilfen
  • Naturparkspessart: heimische Kräuter und Erweiterung des Insektenhotels

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