Dr.-Dittrich-Schule Pegnitz: Ausgebildete Baumlotsen und 25 Jahre naturnahes Gelände

Entstehung und Einbeziehung der Schüler:

Auf dem Schulgelände gibt es bereits seit mehr als 25 Jahren mehrere Angebote zur Nutzung des Schulgartens im Sinne eines naturnahen Angebots zum Lernen, Erholen, Spielen und Feiern.

Seit Frühjahr 2016 gestalten Schüler/innen aus der Jahrgangstufe 5 und der AG Gartenbau unter dem Aspekt der fortlaufenden Erweiterung das Projekt "Baumlotsen". Die insgesamt 24 Baumarten auf dem Schulgelände, die teils durch Erstbepflanzung, fortlaufender Anpflanzung und Anflug wachsen, bilden die Grundlage für dieses Projekt. Die Schüler/innen entwickeln Routen, auf denen verschiedene Bäume erkundet werden können. Klassifiziert nach Nadel- und Laubgewächsen entstehen zwei Rundgänge. An jedem Baum gibt es ein Hinweisschild mit Informationen und Spiel- und Rätselideen. An ausgewählten Bäumen gibt es zudem multisensorische Angebote zum Tasten, Riechen, Schauen und Schmecken an Schau- oder Fühlkästen. Im Rahmen des Unterrichts im Fach Werken wurden diese Schau- und Fühlkästen gebaut. Weitere Schüler/innen werden als Baumlotsen ausgebildet und führen bei entsprechenden Anlässen andere Schüler/innen, Eltern und Gäste unserer Schule durch den Baumlehrpfad.

Das bereits vorhandene Schulgelände wird nach einem festen Plan gepflegt, gestaltet und bewirtschaftet. Alle Klassen von der Vorschule bis zur Abschlussklasse übernehmen zusammen mit den Gruppen der offenen Ganztagesschule am Nachmittag und dem Hausmeister die Betreuung der Räume, bearbeiten diese im Sinne der Nachhaltigkeit selbstständig und eigenverantwortlich.

Je nach Jahreszeit anfallende Aufgaben:

  • Wege kehren
  • Wiese mähen
  • Beobachtungsfeld betreuen
  • Erd-/Johannis-/Himbeeren betreuen
  • Blumenbeete betreuen
  • Pflanzbeete bearbeiten
  • Obstbäume betreuen
  • Kompost betreuen und durchwerfen
  • Backofen betreuen / Brot backen
  • Bienenhaus betreuen
  • Schlehenernten und Saft herstellen
  • Adventskranz binden
  • Nistkästen reinigen, prüfen und ggf. erneuern

 

Fächerübergreifende Einbindung des Gartens:

Der Schulgarten wird im Rahmen des regulären Unterrichts als Nutzpflanzengarten für den Fachbereich Soziales in der Jahrgangstufe 7-9 regelmäßig genutzt. Ein grünes Klassenzimmer steht allen Klassen einschließlich der schulvorbereitenden Einrichtung ab Ostern bis ca. Herbst zur Verfügung. Die Entwicklung des Baumlehrpfads umfasst inhaltliche Themen aus den Bereichen Deutsch (Schriftsprache, Präsentation, Informationsweitergabe), PCB (Physik, Chemie, Biologie), Fachpraxis Soziales, Fachpraxis Technik/Werken und Mathematik.

 

Aus der Fachpraxis Technik mit Mathematik:

  • Planung und Bau der Schau- und Fühlkästen mit Informationstafeln im Baumlehrpfad

Aus der Fachpraxis Soziales und aus Kunst:

  • Gestaltung der Informationstafeln, Gestaltung von Land-Art-Bildern

Aus dem Fach PCB:

  • Fachliche Aufbereitung der Hinweistafeln und der Routen durch den Baumlehrpfad

Aus dem Fach Deutsch:

  • Erarbeitung  der Texte auf den Schautafeln; Erarbeitung der Präsentationen durch die Baumlotsen

 

Nutzung des Gartens:

Der Schulgarten entstand als Teil des Schulgeländes vor ca. 25 Jahren. Durch jährliche Pflege und Erweiterung im Rahmen schülerorientierter Projekte aus den Berufsfeldern Holz, Gartenbau und Bau entstand ein mittlerweile weitläufiges Schulgelände mit folgenden Themenschwerpunkten und Angeboten:

  1. Räume der Nutzung und Gestaltung:
  • Nutzpflanzen mit Hochbeeten, die durch Klassen bewirtschaftet und gepflegt werden
  • Bienenstock mit einem Bienenvolk
  • Lehmbackofen mit Backhaus
  • Gartenteich
  • Komposthaufen

2. Räume des Spiels und des Lernens:

  • Spielgelände in Form eines Rasenfußballplatzes oberhalb des Nutzpflanzgartens
  • Grünes Klassenzimmer mit Beschattung durch ein Sonnensegel
  • Überdachte Sitzgruppe mit Grillmöglichkeit neben dem grünen Klassenzimmer
  • Spielbereich mit Spielturm, Rutsche und Schaukel für die Kinder der Schulvorbereitenden Einrichtung
  • Bienenstock mit Bienenvolk
  • Fußfühlpfad im Pausenhof

3. Räume der Ruhe und Entspannung:

  • Weideniglu mit Sitzgelegenheiten
  • Überdachte Sitz- und Rastplätze auf dem Schulgelände

4. Räume der Begegnung (neu):

  • Baumlehrpfad mit Infotafeln, Schau- und Fühlkästen auf dem Schulgelände
  • Entwicklung von 2 Baumrouten
  • Führungen durch Schüler/innen-Baumlotsen für Gruppen, Klassen, Erwachsene im Unterricht, bei Schulveranstaltungen (Tag der offenen Tür) und bei Festen (Schulfest, Kartoffelfest, Frühlingsfest, Fest der kleinen Forscher) 

 

 Bezüge zur Nachhaltigkeit:

Entdecken, Beobachten und Staunen – der Schulgarten ist ein idealer Ort, um Kindern Naturphänomene und die Herkunft von Lebensmitteln nahe zu bringen.

Die Schüler/innen begeistern sich für den „Unterricht im Freien“, bei dem sie aktiv sein und Verantwortung übernehmen können. Das Erlebnis Gärtnern, Kochen, backen und Werkeln fördert bei Kindern Zusammenhänge in der Natur zu verstehen, sich mit der biologischen Vielfalt auseinanderzusetzen und Lebensmittel wertzuschätzen. Die Tätigkeiten im Schulgarten stärken die Entwicklung von zahlreichen Kompetenzen für ein nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln im Sinne einer nachhaltigen Gewinnung und Nutzung von Lebensmitteln, der Bewahrung und Schaffung von naturnahen Lebens- und Erholungsräumen. Die selbst produzierten Lebensmittel werden wiederum innerhalb der Schule durch Klassen weiterverarbeitet, Erlöse und Gewinne teils für Klassenfahrten und weiteren schulischen Veranstaltungen verwendet. 

 

Bewahrung und Förderung der biologischen Vielfalt:

Bei der Anlage des Schulgartens wurde von Anfang an darauf geachtet, die biologische Vielfalt zu fördern und den Schüler und Schülerinnen erlebbar zu machen.

Im Schulgarten befinden sich: 

  • ein Gartenteich/Tümpel mit Schilfstreifen
  • mehrere Trockenmauern
  • blütenreiche Wiesen
  • ein Sandhaufen
  • drei Obstbäume (Apfel/Apfel/Zwetschge)
  • eine Hecke.

Der Schulgarten ist mit einem Holzlattenzaun eingefriedet, dessen Holz unbehandelt blieb. Das Holz des Gartenhauses ist ebenso seit 25 Jahren unbehandelt. Im umgebenden Schulgelände finden sich weitere blütenreiche Wiesen, viele Hecken und nicht zuletzt 24 verschiedene Baumarten, die die Grundlage für das Projekt "Baumlotsen" bilden.

 

Kooperation mit außerschulischen Partnern:

Eine fachliche Zusammenarbeit erfolgte mit

  • dem zuständigen Stadtförster bei der Auswahl und Bestimmung sowie der Pflege der Bäume, dem Bauhof Pegnitz bei Montage und Installation der Informationstafeln
  • der Grundschule Pegnitz als Kooperations- und Partnerschule vor Ort
  • dem Pflanzgarten der Stadt Bayreuth als Lieferant weiterer Baumarten, die auf dem Schulgrundstück neu gepflanzt wurden.

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