Descartes-Gymnasium Neuburg an der Donau: Urban Gardening auf den Dächern der Sporthallen

Entstehung und Einbindung der Schüler:

Das Projekt HORTUS CARTESIANUS (HORTUS C) ist ein Urban Gardening Projekt auf den Dächern der Sporthallen und im angrenzenden Klostergelände. Seit 2013 ist hier auf Initiative der Schüler-Lehrer-Gruppe eine Gartenlandschaft mit verschiedenen Themengärten entstanden. Fünf Schüler der damaligen 9. Klasse übernahmen mit ihrer Lehrerin außerhalb des Unterrichts alle Einzelheiten der Planung, Materialbeschaffung, Finanzierung sowie der praktischen Arbeit selbstständig. Mittlerweile vier P-Seminare der Oberstufe Q11/12 führen in ihren Projekten die Gestaltung des Gartens fort. Wöchentlicher Schulgartenunterricht für die Klassen 5-10 ist verantwortlich für Pflege und Gartenbau. Eigenleistung und Kleinspenden halten den Schulgarten aufrecht.

HORTUS C besteht aus folgenden Teilen:

  • Bauerngarten mit Wegekreuz, Kieswegen, Lärchenzaun, Brunnen, Gartenhaus
  • Formaler Kräuter-/Apothekergarten mit 8 Beeten, historischen Rosen, Kräuterschildern
  • Insektenbiotop mit Totholz, Natursteinpyramiden, Reisig 
  • "Grünes Klassenzimmer" mit Eichenbänken und Tafel
  • Wellness-Zone mit selbstgebauter Sitzgruppe, Miniaturteich, Kübelpflanzen
  • Experiment "Ökologischer Weinberg" mit roten und weißen Rebsorten
  • Window Farm -Projekt
  • Wildblumenwiese auf dem Trockenrasen
  • Projekt "Pfad der Erkenntnis" (nach Descartes) in der historischen Allee, Granittafeln
  • Insektenhotel
 

In Planung sind:

  • Schattengarten am Grünen Klassenzimmer
  • Zen-Garten
  • Entwürfe zuzr Restaurierung des barocken Klostergartens
 

Begleitende Events waren:

  • Kreativworkshop "Grüne Kräuterküche"
  • ortrag "Biodiversität"
  • Aktion "Gesundes Pausenbrot"
  • Aktion "Grüner Tag" (SMV)
  • Aktion "Klassenpflanzen" usw.

 

Fächerübergreifende Einbindung des Gartens:

Der Schulgarten ist in seiner Konzeption fächerübergreifend und für die ganze Schulfamilie nützlich und bereichern. Die P-Seminare der Oberstufe umfassen die Leitfächer Deutsch, Biologie, Geschichte, Kunst und fördern so systemisches Denken.

Weitere eingebundene Fächer sind:

  • Englisch: Topic Climate Change and how we can counteract it in our daily lives
  • Deutsch: Naturlyrik zum Thema Umwelt und "Mutter Erde" im Garten
  • Chemie: Blaukraut aus dem Bauerngarten als natürlicher Indikator
  • Ethik: Thema "Verantwortung für kommende Generationen im Naturschutz"
  • Kunst: "Landart" - Bau von Gartenobjekten, Zeichnen im Freien, Fotografie
  • Musik: reizvolles Ambiente für Konzerte
  • Biologie: Mikroskopie von Teichwasser und Pflanzenpräparaten

 

Nutzung des Gartens:

Das "Grüne Klassenzimmer" bedeutet besonders im Sommer eine begehrte Abwechslung im Unterrichtsalltag. Schüler und Lehrer entspannen sich in Pausen und Freistunden in den Themengärten und dürfen natürlich von den Beeren und alten Obstsorten naschen. Vor allem Stadtkindern vermittelt dies auf spielerische Weise den Kontakt zur Natur.

Die selbstgebaute PLANT-A-BAR am Gartenhaus mit der Feuerstelle ist Schauplatz von Grillfesten der Schulfamilie. Gesunde und saisonale Ernährung durch Produkte des Bauerngartens stellt ein wichtiges Thema dar. Mütter berichten verwundert, wie Teenager zuhause ihre selbstgezogenen Zucchini und Kohlköpfe zuvereiten und verspeisen ("Die hat doch nie Gemüse gegessen!").

Seit Mai 2016 ist HORTUS C in die Panoramakarte des Landkreises "Naturschönheiten und Gartenschätze" aufgenommen und der Öffentlichkeit zugänglich.

 

Bezüge zur Nachhaltigkeit:

Handlungsorientierte Umwelterziehung in HORTUS C ermöglicht den Schülern nachhaltige Einsichten in viele Bereiche. So spüren sie die unmittelbaren Auswirkungen natürlicher Phänomene und tragen als Multiplikatoren zu Verhaltensänderungen in den Familien bei (Einkauf von saisonalen und regionalen Produkten, Klimabilanz von Fleisch usw.)

Schon die Kleinen können nachhaltige Prinzipien der Ökologie in den Kreisläufen des Schulgartens beobachten. Bäume liefern Totholz für das Biotop, Abfälle werden kompostiert, Kräuter düngen die Gemüse und dienen zur biologischen Schädlingsbekämpfung.

Ökonomische Nachhaltigkeit bietet der Garten durch langjährige Erträge über Schülergenerationen.

Ein Aspekt sozialer Nachhaltigkeit liegt in der gemeinsamen Arbeit, die Identität stiftet und Teamkompetenzen vermittelt. Und es macht natürlich allen Spaß!

 

Bewahrung und Förderung der biologischen Vielfalt:

Biodiversität steht im Zentrum des Schulgarten-Unterricht und der Seminare. Neben den theoretischen Grundlagen - auch durch Referenten - wird durch praktischen Naturschutz ein Beitrag zur Artenvielfalt geleistet:

  • Einsatz biologischer Düngung und Schädlingsbekämpfung
  • Kompostierung
  • Permakultur
  • Mischkultur im Bauerngarten
  • Pflanzen heimischer Sträucher und alter Obstsorten
  • natürlichem Habitat für Wildbienen und Käfer im Biotop und in Insektenhotels
  • Wildblumen auf dem Trockenrasen-Dach
  • Kräuterkunde 

 

Kooperation mit außerschulischen Partnern:

  • Studienseminar Neuburg: Sponsor von Holz aus dem Seminarwald
  • Landratsamt Neuburg: Sponsor von Granitsteinen, Kies usw.
  • Stadt Neuburg: Sponsor Gartenhaus
  • Regionale Firmen wie SONAX: Spenden von Obstbäumen
  • AUDI Ingolstadt: Dr. Antje Arnold von Betrieblichen Umweltschutz als Referentin und Laudatorin, AUDI Freiwilligentag
  • Markus Gastl, Hortus Insectorum
  • Medizinhistorisches Museum Ingolstadt: Spenden von Kräutern
  • Fa. Dehner, Rain, Gärtnereien aus Neuburg: Spenden von Pflanzen
  • Öko-Weingut Stutz, Heilbronn: Spenden von Rebstöcken
  • Greifvogelschau durch einen Falkner
  • Neuburger Igelinitiative: Aufstellen einer Igelburg
  • Steinmetz Reinold, Burgheim: Granittafeln
  • Kräuterpädagogen

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