Vogelgrippe & Mensch

Risiken für den Menschen? Keine Panik!

Die wirtschaftlichen Folgen eines Vogelgrippeausbruchs sind real, aber die Horrorszenarien einer Pandemie haben sich zum Glück nicht bestätigt: Seitdem vor einigen Jahren die ersten Vogelgrippe-Ausbrüche in Mitteleuropa für Aufregung sorgten, wurden weltweit bis Dezember 2015 'nur' 846 Infektionen des Menschen mit dem Subtyp H5N1 bestätigt, dem einzigen Subtyp des Vogelgrippevirus, das die WHO als gefährlich für den Menschen einstuft (FLI, Stand 14.03.2016) und tödlich verliefen davon lediglich 449 Fälle. Zum Vergleich: Jahr für Jahr sterben allein in Deutschland bis zu 20.000 Menschen an einer 'normalen' Grippe (Influenza)

Zudem ist selbst H5N1 primär für Menschen gefährlich, die intensiven Kontakt mit infizierten Tieren haben, also etwa den in der Haltung infizierten Hausgeflügels beschäftigten Personen, aber kaum für Außenstehende. Fast alle bislang an der Vogelgrippe erkrankten Menschen hatten einen solchen engen Kontakt zu infiziertem Geflügel.

Schließlich wurde dieser für den Menschen gefährliche Subtyp seit 2009 in Europa nur äußerst selten nachgewiesen: Ein Ausbruch Anfang 2015 unter Krauskopfpelikanen in Bulgarien und in Rumänien, unweit des Donaudeltas am Ufer des Schwarzen Meeres war auf diesen humanpathogenen Subtyp zurückzuführen. Und im Südwesten Frankreichs gibt es seit November 2015 immer wieder Vogelgrippefälle, an denen neben anderen Subtypen auch gelegentlich H5N1 beteiligt war. Auch andere, für Menschen ungefährliche Subtypen wurden in den letzten Jahren in der EU nur sehr vereinzelt in Geflügelhaltungen und in einem im Zoo in Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien, Bulgarien, Italien und Ungarn nachgewiesen.

Nachweise infizierter Wildvögel waren bislang in der EU meist seltene Ausnahmen. Lediglich bei zwei Ausbrüchen des für Menschen ungefährlichen Subtyps H5N8 im November 2016 kam es zu einem Wasservogelsterben größeren Ausmaßes an den Plöner Seen in Schleswig-Holstein und am Bodensee.

Derzeit ist es daher so gut wie auszuschließen, dass Wildvögel in unserer Umgebung zu einer Infektionsquelle werden, an der Sie sich mit dem Vogelgrippe-Virus infizieren.

Was wäre, wenn...

Selbst wenn wieder einmal ein für Menschen gefährlicher Subtyp in Europa kursieren sollte, wäre das von Wildvögeln ausgehende Infektionsrisiko extrem gering: Die Empfänglichkeit für Vogelgrippeviren ist von Vogelart zu Vogelart sehr unterschiedlich. Wildvögel haben sich bisher als sehr viel weniger empfänglich erwiesen als Hausgeflügel, und unter den Wildvögeln sind wieder vor allem Hühner- und Wasservögel betroffen. Vogelarten, die im Umfeld des Menschen leben - das Rotkehlchen in der Hecke oder der Spatz am Futterhaus - spielen als Vektor für das Virus dagegen keine Rolle.

Selbst wenn H5N1 wieder einmal hierzulande auftreteten sollte, wäre das Risiko für den Menschen, sich an Wildvögeln zu infizieren, extrem gering.

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