Früchte und Beeren vor Staren schützen

Alternativer Schutz ohne Obstnetze, die häufig zu Todesfallen werden

Obstnetze können für Stare und andere Vögel schnell zur Todesfalle werden. Daher sollten sich Besitzer von jemand anderen helfen lassen, um ihre Früchte und Beeren zu schützen: vom Star selbst!

Star mit Kirsche im Schnabel | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Stare können durchaus zum Problem werden, wenn sie scharenweise über Obstbäume herfallen

Vögel können sich leicht verfangen und werden stranguliert

Star ist kopfüber in einem Netz gefangen | © H. Zinnecker © H. Zinnecker

Neben dem Unmut, für den sie bei Hobbygärtnern sorgen, können große Starenschwärme regional tatsächlich einen beträchtlichen wirtschaftlichen Schaden verursachen, wenn sie in entsprechender Truppstärke einfallen und Kirschbäume oder Weinstöcke leerfressen.

Aus diesem Grund versucht der Mensch seit jeher, Stare von Obstbäumen, Beerensträuchern und Weinbergen fernzuhalten. Was professionelle Obstbauern dabei an Abwehrmaßnahmen anwenden, findet zunehmend auch den Weg in private Gärten.

So hat sich der Einsatz von Obstnetzen, mit denen Obstgehölze umspannt werden, etabliert. Bei beinahe allen Discountern lassen sich solche Netze im Sommer für kleines Geld kaufen. Doch Vorsicht: die Netze können bei unsachgemäßer Anwendung zur tödlichen Falle für den Star und andere beerenfressende Vögel werden. Denn sind die Netze nicht straff aufgespannt, verfangen sich die Vögel leicht darin und werden stranguliert.

Gleiches gilt, wenn zwischen dem aufgespannten Netz und dem Erdboden Lücken bleiben, durch die die Tiere zum Obstgehölz hineinschlüpfen können. Oftmals finden sie nach dem Fressen den Ausgang aus der „Netzhaube“ nicht mehr und verfangen sich in ihrer Panik ebenfalls im Netz.

Völliger Verzicht im privaten Garten

Aus diesem Grund sollte im privaten Garten auf die Anwendung von Obstnetzen völlig verzichtet werden oder es sollte zwingend darauf geachtet werden, dass die Netze straff aufgespannt sind. Außerdem müssen sie regelmäßig kontrolliert werden, um etwaig verunglückte Vögel zu befreien. E

ine Alternative zum Obstnetz sind so genannte Abwehrdrachen. Das sind Greifvogelsilhouetten, die an Alustangen befestigt, über den jeweiligen Obstbäumen im Wind flattern.

Sie werden sicher nicht alle Stare für immer fernhalten, leisten aber einen guten Dienst bei der Abwehr von Staren.

Alterantiven zum Obstnetz: Star gegen Star

Balzender Star schreit und steht mit ausgebreiteten Flügeln auf einem Nistkasten | © Uli Waldbach © Uli Waldbach

Die beste Starenabwehr bilden jedoch die Stare selbst. Ein Starenpaar, das einen Nistkasten in einem Kirschbaum bewohnt, verteidigt „seinen“ Baum vehement gegen Artgenossen. So muss der Eigentümer des Baumes nur mit einem Starenpaar teilen.

Wissenschaftliche Untersuchungen hierzu haben gezeigt, dass Jungstare nur zu einem geringen Prozentsatz mit Kirschen gefüttert werden. Es bleiben demnach mehr Früchte zum Genießen.

Zusätzlich zum Nistkasten im Obstbaum empfiehlt es sich außerdem, beerentragende Gehölze zu pflanzen, um dem Star eine alternative Nahrungsgrundlage zu bieten. Wählt man die Gehölze clever aus, können die Tiere ihren Speiseplan von Juni bis in den Winter hinein mit Wildfrüchten ergänzen.

Besonders beliebt bei Staren sind Holunder, Traubenkirsche, Hartriegel, Eberesche, Weiß- und Sanddorn, Felsenbirne, Kornelkirsche und Efeubeeren.

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