Wespenbussard

Pernis apivorus

Flugruf des Wespenbussards - Hier reinhören!

Stimme des Wespenbussards
Außerhalb der Brutzeit stumm; ruft voll pfeifend „PIII-lu“ oder „glü-I-jüh“, in Struktur gelegentlich an Kiebtitzregenpfeifer erinnernd; in Nestnähe mechanische, schnell tickende Rufe, wie entfernte Mähmaschine.

Status
Rote Liste Bayern: Arten der Vorwarnliste
Rote Liste Deutschland: Gefährdet 

Blick ins Geschichtbuch

Volkstümlicher Name
Der Name bezieht sich auf seine Ernährung: trotz seiner stattlichen Größe ernährt er sich in erster Linie von Wespen, deren Larven und anderen Insekten und Larven.

Aussehen

Wespenbussard sitzt auf Baumstumpf, blickt nach links | © Marcus Bosch © Marcus Bosch
Wespenbussard auf einem Baumstamm

Größe: ca. 52 - 59cm

Spannweite: ca. 113 - 135cm

Gewicht: ca. 760g

Kennzeichen: 
Mittelgroße, breiflügelige Greifvögel, obwohl mit den eigentlichen Bussarden nicht näher verwandt, diesen besonders im Frühjahr sehr ähnlich, da beide als Thermiksegler eine ähnliche Flügelform entwickelt haben.
Im Flug Hals schlank und Kopf vorgestreckt wie beim Kuckuck; Schwanz recht lang, etwa so lang wie Flügelbreite, Seiten leicht konvex und Ecken gerundet, Silhouette von vorne im Gleitflug im Gegensatz zu Mäusebussard mit leicht abwärts gebogenen Flügeln und ohne erkennbaren Bugknick; segelt mit geraden Flügeln; aktiver Flug mit langsameren, elastischeren Flügelschlägen.
Gefieder variabel, dunkle, mitteldunkle, helle und rötliche Morphen bei Adulten und im Jugendkleid.

Ähnliche Arten: Etwas größer und langflügeliger als Mäusebussard, von Weitem mit diesem leicht zu verwechseln, aus kürzerer Distanz aber feinere Merkmale sichtbar.

Vorkommen

Wespenbussard Nahaufnahme von Kopf, Blick nach links | © Markus Bosch © Markus Bosch
Wespenbussard von nahem

Bestand in Bayern: 750 - 950 Brutpaare

Bei uns: Langstreckenzieher, Winterquartiere im tropischen Afrika oder Südasien (ab September).

Verbreitung
Das Areal des Wespenbussards erstreckt von SW-Europa bis W-Sibirien. 

Verbreitung in Bayern
Der Wespenbussard ist in Bayern lückig verbreitetVerbreitungsschwerpunkte zeichnen sich im Steigerwald, Steigerwaldvorland, in den Haßbergen, im Grabfeldgau, im Itz-Baunach-Hügelland, manchen Gebieten der Frankenalb und des niederbayerischen Hügellandes ab. Auffällig wenige Brutnachweise sind in einigen Regionen Schwabens, dem westlichen und östlichen Teil der Alpen und Teilen des mittelfränkischen Beckens zu vermerken. 

Die aktuelle Bestandsschätzung liegt im Bereich jener aus dem Zeitraum 1996-99 des Bayerischen Landesamt für Umwelt. Die deutlich größere Anzahl besetzter Raster spiegelt vermutlich eher eine genauere Erfassung als eine Bestandszunahme wider. Die Daten aus dem Monitoring der Greifvögel in Deutschland zeigen für den Zeitraum 1988 bis 2004 einen negativen Trend auf. 

 

Lebensweise

Wespenbussard mit ausgebreiteten Flügeln landet auf Baumstumpf | © Bosch Christoph © Bosch Christoph
Wespenbussard beim Landen

Verhalten
Der Wespenbussard begibt sich oft zu Fuß auf die Jagd nach Insekten. Nach Wespenlarven jagt er, indem er die Larven und Puppen aus dem Boden ausgräbt. Sein dichtes Gefieder und Hornplättchen an den Füßen schützen ihn vor Wespenstichen. Zum Brüten baut er sein Nest gerne auf hohen Bäumen am Waldrand.

Lebensraum
Bewohnt Wälder mit Lichtungen und Schneisen nahe offenem Gelände

Fortpflanzung

Nest: in hohem Baum, mit grünen Blättern ausgelegt.

Jungvögel: 
Den Jungvögeln werden als Nahrung vorwiegend Wespennester gebracht, die durch Beobachten der Flugwege adulter Wespen gefunden und dann mit den Füßen ausgeschafft werden. Schuppenartige Federn und Schnabel schützen vor Stichen. Besonders in regnerischen Sommern gehören auch andere Kleintiere zur Nahrung. 

 

Schon gewusst?

Seine vergleichsweise wenig stark gebogenen Krallen sind das perfekte Werkzeug um nach Wespenlarven im Boden zu graben.

Gefährdung

Der Wespenbussard ist in Bayern gefährdet, im Ostbayerischen Grundgebirge muss er als stark gefährdet gelten, im Tertiären Hügelland/Schotterplatten ist er eine Art der Vorwarnliste. Gefährdungsursachen sind: Verlust oder Entwertung von Waldgebieten mit lichten Altholzbeständen, strukturreichen Waldrändern und Saumstrukturen. Entnahme von Horstbäumen. Störungen in Brutplatznähe. Verlust oder Entwertung von insektenreichen Nahrungsflächen mit Wespenbeständen (z.B. Lichtungen, Waldränder, Weiden und Wiesen). Verschlechterung des Nahrungsangebotes im Grünland (v. a. durch Dünger und Biozide) sowie Ausbau/ Befestigung von Wald- und Wegrändern. Bejagung auf seinen langen Zugwegen.

Systematik
Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes), Familie: Habichtartige (Accipitridae), Gattung: Wespenbussarde (Pernis), Art: Wespenbussard

Quellen:
Lars Svensson: Der Kosmos Vogelführer, Stuttgart 2011.
Bayerisches Landesamt für Umwelt, lfu.bayern.de

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