Wendehals

Jynx torquilla

Ruf des Wendehalses hier abspielen! (www.tierstimmen.de)

Wendehals auf einem Ast | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka

Der Wendehals wird 16 bis 18 cm groß und gehört zu der Familie der Spechte. Lebensweise und Verhalten entsprechen jedoch eher dem von Singvögeln. Durch sein auf der Oberseite braun, grau, schwarz und weiß marmoriertes Gefieder ist er perfekt getarnt. Die Unterseite ist hell mit dunkler Bänderung.

Auffällig an seinem Federkleid ist einzig der dunkle Streifen auf dem Rücken und durch das Auge den Hals abwärts. Mit seinem kurzen, spitzen Schnabel sucht er auf dem Boden hüpfend nach Ameisen, die ihm als Nahrung dienen.

Der Gesang des Wendehalses lässt sich als Reihen von etwas abfallenden Silben „gjä-gjä-gjä-gjä-…“ beschreiben. Droht Gefahr warnt er mit einem harten „teck“-Ruf. Seinen Namen hat der Wendehals jedoch durch sein Verhalten bei Brutstörungen erhalten – er zischt und wendet dabei seinen Hals schlangenartig

Lebensraum, Brut und Lebensweise

Wendehals auf einem Stein | © Robert Kukuljan © Robert Kukuljan

Der Wendehals ist, wie auch der Wiedehopf, ein sekundärer Höhlenbrüter. Sein Gelege von 6-10 Eiern legt er in Spechthöhlen, anderen Baumhöhlen oder Nistkästen. Die Eier werden in 11 bis 14 Tagen ausgebrütet. Nach dem Schlüpfen verbleiben die als Nestlinge bezeichneten Jungvögel etwa 20-22 Tage im Nest.

Als Lebensraum dienen dem Wendehals strukturreiche Kulturlandschaften mit Gehölzen, Obstgärten, Parks sowie offene Laub- Misch- und Nadelwälder. Wichtig ist dabei die Nachbarschaft zu offenen Flächen für die Nahrungssuche. Geeignete Flächen dafür stellen unter anderem Felder, Wiesen, Lichtungen, Kahlschläge und Heiden dar. Bereits im Juli verlässt er oft seinen Nistplatz und macht sich auf den Weg nach Afrika. Dabei zieht er überwiegend in der Nacht.

Das Langstreckenzug-Verhalten des Wendehalses steht im Gegensatz zu allen anderen Spechtarten Deutschlands, die überwiegend Standvögeln sind.

Gefährdung

Der Wendehals ist ein in Bayern nur lokal verbreiteter Brutvogel, der auf der Roten Liste als vom Aussterben bedroht eingestuft wird. Vor allem in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ging die Zahl der Brutpaare teils drastisch zurück. Voraussetzung für die Besiedlung eines Gebietes durch den Wendehals sind ein ausreichendes Höhlenangebot und offene, spärlich bewachsene Böden, auf denen Ameisen in ausreichender Dichte vorkommen.

Es verwundert deshalb nicht, dass zwischen 1996 und 1999 21 % des Vorkommens auf Streuobstwiesen-Flächen festgestellt wurde. Gerade solche Flächen verschwanden großflächig durch Flurbereinigungsmaßnahmen, Ausweisung von Baugebieten und Umwandlung in Niederobstplantagen. Dazu kommt die Verschlechterung der Nahrungsgrundlage durch Intensivierung der Landwirtschaft, Aufforstung und Eutrophierung.

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