Waldschnepfe
Scolopax rusticola
Flugruf der Waldschnepfe
Quelle: www.xeno-canto.org
Stimme der Waldschnepfe
Das balzende Männchen äußert 3-4 gedämpft grunzende Töne, gefolgt von einem hohen, kurzen, explosiven Laut, „oart oart-oart-oart PISSP!“, etwa 300m weit hörbar; beim Zusammentreffen mit Rivalen in der Luft oft Verfolgungsflug mit frenetischem „plip- plip- pissip psi-plip..“.
Status
Rote Liste Bayern: Arten der Vorwarnliste
Rote Liste Deutschland: Arten der Vorwarnliste
Blick ins Geschichtsbuch
Volkstümlicher Name
Der Name Schnepfe leitet sich aus dem Gotischen ab. Der Zusatz „Wald“ charakterisiert den Hauptlebensraum dieses äußerst scheuen Tieres.
Aussehen

Größe: ca. 33 – 38 cm
Spannweite: ca. 55 – 56 cm
Gewicht: ca. 250 – 420 g
Alter: bis 10 Jahre in freier Wildbahn
Kennzeichen
Taubengroße, dicke Limikole (Regenpfeiferartige) der Wälder, verschwindet aufgescheucht mit schnellem, burrendem Flügelschlag zwischen den Stämmen und zeigt dabei rostfarbenen Schwanz und Bürzel; Beim Balzflug runder Bauch, langer, gerader, abwärts gehaltener Schnabel, schwanzlastiger Eindruck, breite, runde, langsam und etwas steif und mechanisch unter der Horizontalen geschlagene Flügel (schneller Doppelschlag) kennzeichnend; Kleider ähnlich.
Ähnliche Arten
Die Waldschnepfe gehört zur Familie der Schnepfenvögel. Diese enthält neben der Gattung der Eigentlichen Schnepfen (Scolopax) auch die Strandläufer (Calidris) und die Wasserläufer (Tringa) sowie viele weitere Gattungen.
Vorkommen
Bestand in Bayern
2.600 - 4.600 Brutpaare
Bei uns
Spärlicher Brutvogel, regelmäßiger Durchzügler
Verbreitung
Das Areal der Waldschnepfe erstreckt sich in der Waldzone Eurasiens von den Azoren bis Japan.
Verbreitung in Bayern
Die Waldschnepfe ist in Bayern regional verbreitet. Schwerpunkte liegen in Spessart, Rhön, Steigerwald, im Mittelfränkischen Becken, der Frankenalb, dem Oberpfälzer und Bayerischen Wald sowie in den Alpen bis an die Waldgrenze. Verbreitungslücken finden sich im westlichen Mittelfranken, im Bereich zwischen Donau und dem Alpenvorland. Bei dieser versteckt lebenden Art können Erfassungsschwierigkeiten scheinbare Arealveränderungen in unterschiedlichen Regionen Bayerns erklären.
Lebensweise

Verhalten
Waldschnepfen verhalten sich heimlich. Hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv, sind sie tagsüber nur in Deckung zu beobachten. Vom Frühjahr bis in den Sommer hinein verhalten sie sich aufgrund der Flug- oder Bodenbalz auffälliger. Dabei bilden die Männchen Balzareale, die sich jedoch überlappen können. In einem Balzareal können bis zu vier Weibchen brüten.
Lebensraum
Waldschnepfen leben in lichten Wäldern, die freie Flugmöglichkeiten und eine ausgeprägte Kraut- und Strauchschicht erlauben. Zudem bevorzugen sie eine weiche Humusschicht, weshalb sie eher in Wäldern mit feuchten Böden anzutreffen sind, beispielsweise in feuchten Laub-und Mischwäldern mit Lichtungen. Zur Zugzeit sind sie aber auch in trockeneren Gegenden zu finden.
Nahrung
Die Waldschnepfe ernährt sich von Würmern und Insekten. Dabei stehen Regenwürmer und Käfer ganz oben auf dem Speisezettel, aber auch Asseln und andere Gliedertiere werden nicht verschmäht.
Nest
Das Nest ist eine Mulde am Boden, die mit Laub, Gras, Moos und anderen Pflanzenteilen gepolstert ist. Es wird oft an Grenzen (Schneisen, Waldkanten, natürliche Lichtungen) innerhalb des Waldes angelegt.
Schon gewusst?
Mythos oder doch wahr? Dass Waldschnepfen ihre Jungtiere fliegend transportieren können, indem sie diese eingeklemmt zwischen Beinen und Bauch und gestützt durch den Schwanz transportieren, wird immer wieder behauptet. Ob das stimmt, muss aber noch geklärt werden.
Alternativ: Die nah verwandte Amerikanische Waldschnepfe ist im Balzflug mit 3 km/h der langsamste Vogel der Welt.
Gefährdung
Neben einem zunehmenden Lebensraumverlust durch Entwässerung und intensive Forstwirtschaft ist die Waldschnepfe vor allem durch eine exzessive Jagd bedroht. Auch in Deutschland darf die Waldschnepfe bejagt werden. Vom 16. Oktober bis 15. Januar gilt sie laut dem Bundesjagdgesetzt als jagdbares Wild. In wie weit sich die Jagd auf die Population auswirkt ist noch nicht ganz geklärt, aber zumindest die Frühjahrsjagd scheint sehr bedenklich zu sein.
Systematik
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes), Familie: Schnepfenvögel (Scolopacidae), Gattung: Eigentliche Schnepfen (Scolopax), Art: Waldschnepfe (Scolopax rusticola).
Quellen:
Lars Svensson: Der Kosmos Vogelführer, Stuttgart 2011.
Bayerisches Landesamt für Umwelt, lfu.bayern.de
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