Siebenpunkt-Marienkäfer

Coccinella septempunctata

Vier Siebenpunkt-Marienkäfer auf einer Blume | © Dr. Eberhard Pfeuffer © Dr. Eberhard Pfeuffer

Die Zahl Sieben, in diesem Fall die Anzahl schwarzer Punkte auf den roten Flügeldecken des Käfers, galt schon seit je her als Glückszahl und mystische Zahl, vereint sie doch in sich die irdische Vier (vier Elemente) und die göttliche Dreizahl.

Als Glücksbringer erfreut sich der Siebenpunkt-Marienkäfer - mit wissenschaftlichem Namen Coccinella septempunctata - großer Beliebtheit. Die Zahl Sieben, in diesem Fall die Anzahl schwarzer Punkte auf den roten Flügeldecken des Käfers, galt schon seit je her als Glückszahl und mystische Zahl, vereint sie doch in sich die irdische Vier (vier Elemente) und die göttliche Dreizahl.

Marienkäfer sollen Kinder beschützen und Kranke heilen. Sie galten etwa als geheiligte Tiere der Freya, der germanischen Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit. Bereits eine etwa 20.000 Jahre alte Schnitzerei aus Mammutelfenbein zeigt einen Marienkäfer. Auch heute finden sich Marienkäfer-Motive in Hülle und Fülle im Handel als Lampenschirme, Kuschel-, Schoko-, Glastiere oder Schlüsselanhänger.

Marienkäfer vertilgen jede Menge Blattläuse

Fakt ist, dass beim Anblick der Käfer mit den wunderbaren roten Flügeldecken und den sieben Glückspunkten weder von Kindern noch Erwachsenen "Igitt"-Ausrufe zu hören sind. Glück für den Käfer! Und er hat noch mehr Glück: Vögel verschmähen das bitter schmeckende Tier und werden durch seine rote Warnfarbe abgeschreckt.

Die Menschen stufen ihn als Nützling ein, da die Larven und die Käfer große Mengen an Blattläusen vertilgen. Für die Bauern im Mittelalter waren sie ein Geschenk der heiligen Maria; daher der Name. Langzeituntersuchungen zeigen, dass die Käfer im Getreidefeld auf jeden Fall gefördert werden sollen.

Der Siebenpunkt gehört zur großen Familie der Marienkäfer (Coccinellidae). Weltweit kennt man etwa 5.500 Arten vor allem in den Tropen und Subtropen. In Deutschland wurden bisher 80 Arten nachgewiesen. "Alle kennen ihn, und doch gibt es immer noch viele irrige Vorstellungen", so Prof. Dr. Holger Dathe, Leiter des Deutschen Entomologischen Instituts und Vorsitzender des Kuratoriums. "Weit verbreitet ist, dass die Zahl der Punkte etwas mit dem Alter des Käfers zu tun hätte. Die Zahl der Punkte ist aber sein ganzes, maximal einjähriges Leben lang gleich. Nur deren Größe nimmt von West nach Ost zu."

Ein aus Ostasien eingeführter Verwandter schreibt seit Jahren Schlagzeilen: Im Herbst versammelt sich der Asiatischen Marienkäfer (Harmonia axyridis) immer wieder an Häuserwänden in großer Zhaöl, um dort zu überwintern. Dabei kann auch unser Siebenpunkt kann in Massen auftreten. An einem fünf Kilometer langen Ostseestrand wurde ein Schwarm von mehr als 25 Millionen Käfern beobachtet. Zu viel Glück kann auch zur Last werden.

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