Schwarzstorch

Ciconia nigra

Ruf des Schwarzstorchs - Hier abspielen! (www.tierstimmen.de)

Schwarzstörche verständigen sich mit pfeifenden und zischenden Lauten, anders als der Weißstorch klappern sie kaum mit dem Schnabel. Eine Art Schnabelknapsen kommt zusammen mit einem beinahe knurrenden Ton besonders bei Jungvögeln vor, die sich bedroht fühlen oder erregt sind.

Aussehen

Schwarzstorch steht im seichten Wasser und hebt ein Bein | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka

Der Schwarzstorch ist mit einer Körperlänge von rund 95 cm in etwa so groß wie der Weißstorch, sein Gefieder ist schwarz und schimmert bei den Altvögeln metallisch. Bauch, Teile der Brust und die Unterschwanzdecken sind weiß.

Schnabel und Beine der Altvögel sind rot, zur Brutzeit ist die Färbung besonders intensiv. Der lange und kräftige Schnabel ist gerade und im Flug ist der Hals gestreckt (im Gegensatz zum Graureiher).

Schwarzstörche werden ca. 2,4-3 kg schwer, das Männchen ist etwas schwerer als das Weibchen. Sie können eine Flügelspannweite von 150-190 cm erreichen und gehören zu den Thermikseglern. Trotzdem sind sie auch wendige Flieger wenn es darum geht, im Wald zwischen den Bäumen hindurch zum Horst zu gelangen.

Die flüggen Jungvögel sind im ersten Jahr mattbraun, Beine und Schnabel grau-gelb.
Der älteste Ringstorch ist 18 Jahre alt, in Gefangenschaft können Schwarzstörche bis zu 30 Jahre alt werden.

Allgemeine Daten

  • Größe: 90-105cm
  • Flügelspannweite: 173-205cm
  • Gewicht: 2,4 - 3 kg
  • Ältester Ringvogel: 18 ½ Jahre

Fortpflanzung

Vier junge Schwarzstörche stehen im Nest | © Thomas Stephan © Thomas Stephan

Der Schwarzstorch brütet einmal jährlich ein Gelege von 3-5(6) Eier aus, nach einer Brutzeit von 32-36 Tagen, in der beide Geschlechter sich abwechseln, schlüpfen die noch weißen Jungvögel. In den ersten Wochen werden die Jungen von einem Altvogel bewacht, nach rund 60-70 Tagen im Horst sind die Jungvögel flügge und verlassen das Brutrevier. Schwarzstörche sind ab dem 3. Lebensjahr geschlechtsreif.

Vorkommen:

Das Brutgebiet erstreckt sich von Westeuropa bis nach Asien, Schwerpunkt der Verbreitung ist in Osteuropa und dem östlichen Mitteleuropa. In Deutschland kommt er vor allem in den waldreichen Mittelgebirgen vor. Auch wenn sein Verbreitungsgebiet groß ist, ist er nirgends häufig.

Bestand:

Der Gesamtbestand wird auf ca. 15.000 Brutpaaren (BP) geschätzt, in Europa leben 5.600-7.500 BP, für Deutschland geht man von rund 600 BP aus.

Nahrung:

Schwarzstörche ernähren sich von Fischen, Amphibien und deren Larven, Krebsen und Insekten, die sie vor allem in Bächen, aber auch an Waldtümpeln und auf gemähten Wiesen finden. Dabei stochert er danach und stößt schnell zu. Anders als beim Weißstorch frisst er weniger Landtiere (z.B. Insekten, Mäuse, Reptilien).

Lebensraum

Waldbach | © Dr. Eberhard Pfeuffer © Dr. Eberhard Pfeuffer

Störungsarme und fließgewässerreiche Laub- und Mischwälder werden vom Schwarzstorch bevorzugt, in Nordostbayern brütet er aber häufig auch in Nadelwäldern. Die Horste werden meist auf alten Bäumen mit starken Kronen angelegt. Der Schutz der Brutplätze ist für die Art sehr wichtig, mehr dazu finden Sie unter „Schutzmaßnahmen“.

Verhalten

Schwarzstörche sind territorial und verteidigen ihr Revier gegen fremde Schwarzstörche. Balz – und Revierflüge besonders im Frühjahr geben wichtige Hinweise auf das Vorhandensein eines Brutrevieres. Am Brutplatz sind sie sehr sensibel und reagieren vor allem zu Beginn der Brutzeit bei Störungen mit Brutabbrüchen und Verlassen des Horstes.
Bei der Nahrungssuche sind sie weniger scheu, bevorzugen aber trotzdem insgesamt eine eher heimliche Lebensweise.

Ebenso wie Weißstörche sind auch Schwarzstörche Zugvögel, die im März/April aus ihrem Winterquartier zurückkehren, um bei uns zu brüten. Die Brutpartner ziehen lediglich ihren Nachwuchs gemeinsam auf, auf dem Zug und im Winterquartier in Afrika gehen sie getrennte Wege.

Ende August/Anfang September verlassen die ersten Schwarzstörche ihre Brutreviere und ziehen je nach Region entweder über Spanien und Gibraltar nach Westafrika oder über den Bosporus und Israel nach Ostafrika.

Gefährdung

Bayern: auf der roten Liste bedrohter Tierarten

  • Sehr empfindlich bei kleinsten Störungen durch Wanderer und Gleitschirmflieger
  • Durch Aufforsten, verstärkte Nutzung von Waldwiesen und Flusstälern findet er immer schwerer Nahrung- Zu wenig geeignete Brutstandorte
  • Stromleitungen und Windkraftanlagen
  • Schlag- und Tellerfallen
  • Verfolgung der Tiere auf ihrem Zug in Überwinterungsgebiete

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