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Schnatterente

Marcea strepera

Stimme der Schnatterente - Hier abspielen! (www.tierstimmen.de)

Stimme der Schnatterente
Männchen ruft tief, kurz, knarrend „ährp“ und balzt hoch pfeifend „pjii“, Weibchen quakt etwas härter und mechanischer als Stockente.

Status

Rote Liste Bayern: ungefährdet
Rote Liste Deutschland: ungefährdet

Blick ins Geschichtsbuch

Schnatterenten-Paar auf dem Wasser, Männchen vorne Weibchen hinten | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Schnatterenten-Paar: Männchen vorne, Weibchen hinten

In älterer Literatur wird die Schnatterente auch Mittelente oder Knarrente. Der mittlerweile altertümliche Begriff Mittelente drückt aus, dass ihre Körpergröße zwischen der der kleineren europäischen Entenarten und der Stockente liegt.

Der Begriff Schnatterente weist dagegen auf die Art ihrer Nahrungsaufnahme hin. Diese unterscheidet sich allerdings nicht von der anderer Gründelenten. Der Artname strepera kommt
aus dem Lateinischen und bedeutet 'lautstark‘. Er passt daher auch zur deutschen Artbezeichnung.

Die Schnatterente wurde im Jahre 1758 von Carl von Linné erstmals wissenschaftlich beschrieben.

Aussehen

Größe: ca. 46 – 56 cm

Spannweite: ca. 78 – 90 cm

Kennzeichen
Etwas kleiner, schlanker und schmalflügeliger als die oberflächlich ähnliche weibliche Stockente, zeigt im Flug weißlichen Bauch (statt bräunlichen) und kleinen weißen Spiegel, auffallend bei alten Männchen (wie Zuckerwürfel), aber fast fehlend bei jungen Weibchen.
Männchen Prachtkleid: Kopf mittelbraun, Steiß schwarz (Schwanz jedoch braun), Körper grau meliert, besonders kräftig auf Brust, lange Schulterfedern hell graubeige, Schnabel dunkelgrau; im Flug neben weißen Spiegel auch schwarz und kastanienbraune Flügelabzeichen.
Weibchen: Unterscheidet sich vom größeren Stockenten-Weibchen durch weißlichen Bauch, kleinen weißen Spiegel, dunkler braungraue Steuerfedern und gleichmäßiges breites, orangefarbenes Band entlang der Schnabelseiten.
Männchen Schlichtkleid: Ähnlich Weibchen, behält aber männliches Flügelmuster, Schnabelseiten etwas orange.
Jugendkleid: Wie Weibchen, doch Körperfedern lebhafter beigebraun in stärkerem Kontrast zum graueren Kopf.

Ähnliche Arten
Die Schnatterente ähnelt auf den ersten Blick so sehr der weiblichen Stockente, dass man diese schnell verwechseln kann. Es braucht schon einen etwas geübteren Blick, um sie unterscheiden zu können. Durch die vielen Hybridkreuzungen ist es heute sogar noch etwas kniffliger, die vielen Enten auseinander zu halten. Die Schnatterente fällt aber - wie ihr Name schon vermuten lässt- durch ihre Art der Nahrungssuche auf. Sie durchschnattert das Wasser mit ihrem Schnabel.

Achten Sie auf bei der Entenbeobachtung auf den Spiegel. Ist er weiß, die Ente gleicht aber sonst einer Stockente, haben sie vermutlich eine Schnatterente vor sich.

Vorkommen

Schnatterente-Männchen im Profil | © Frank Derer © Frank Derer
Schnatterente, Männchen (Anas strepera)

Bei uns
Seltener Brutvogel, regional zahlreicher Mausergast, im Winter nehmen die Zahlen ab; Kurzstreckenzieher, z.T. Langstreckenzieher.

Verbreitung
Das Areal der Schnatterente erstreckt sich von inselartigen Vorkommen in Süd- und Westeuropa über Südskandinavien und Mitteleuropa bis Zentralasien und lückenhaft bis nach NE-China und Nordamerika.

Verbreitung in Bayern
Die Schnatterente ist in fast allen Landschaften Bayerns außerhalb der Alpen und der Mittelgebirge ein sehr zerstreuter und meist nur lokaler Brutvogel. Schwerpunkte bilden in Südbayern die großen Voralpenseen, das Ismaninger Teichgebiet und ferner Donauabschnitte mit Altwässern. In Nordbayern stellen die größeren Weiherlandschaften in Mittelfranken (Aischgrund) und in der Oberpfalz (Russweiher- und Charlottenhofer Weihergebiet) Schwerpunkte der Verbreitung dar.
Das wichtigste Mausergebiet in Bayern ist das Ismaninger Teichgebiet mit Maxima von bis zu 12.000 Ind. im JUL/AUG. Weitere wichtige Mausergebiete sind das Mittelfränkische Weihergebiet, die Mittleren Isarstauseen, die dealpinen Flüsse und Voralpenseen sowie das Oberpfälzer Weihergebiet. Weitere Rastgebiete an Donau, Inn, Isar, Lech und den Voralpenseen.

Bestand in Bayern: 440-700 Brutpaare
Maximum Bayern: 10-15.000 Individuen im Herbst

Lebensweise

Schnatterenten-Paar auf dem Wasser, Weibchen hat die Flügel ausgebreitet | © Oliver Wittig © Oliver Wittig
Oft mit der weiblichen Stockente verwechselt: Schnatterenten

Verhalten
Das schlammige Wasser der Uferzonen durchschnattert die Ente mit ihrem Schnabel. Dabei bleibt sie lieber an der Wasseroberfläche und gründelt eher selten. Sie ist tag- und nachtaktiv. Auch in der Brutzeit ist sie verträglich mit Artgenossen. Ihre Nester können sehr nah beieinander liegen, sodass sie fast schon Kolonieartig auftreten kann.

Lebensraum
Schnatterenten kommen an flachen, stehenden und langsam fließenden Gewässern vor. Bevorzugt werden nährstoffreiche Gewässer mit Schwimmpflanzen und vegetationsreichen Ufergürteln wie Röhrichten und Sumpfpflanzen. Die tag- und nachtaktive Entenart ist häufig gesellig und in kleinen Grüppchen anzutreffen. Während der Brutzeit sind Schnatterenten insbesondere in der Dämmerung aktiv.

Nahrung
Als Nahrung bevorzugen Schnatterenten Wasserpflanzen, Gräser und Riedgräser. Kleine im Wasser lebende wirbellose Tiere wie Weichtiere, Wasserinsekten, Käfer und Fische stellen nur einen kleinen Teil des Speiseplans dar. Die Nahrung wird vor allem mit dem Schnabel von der Wasseroberfläche aufgenommen. Dabei entsteht das charakteristische „Schnattern“, welches der Entenart ihren Namen verliehen hat. Ein Teil der Nahrung wird „gründelnd“ gesucht, dafür tauchen die Enten mit dem Kopf und Oberkörper unter Wasser und nehmen die Nahrung mit dem Schnabel auf.

Brutverhalten
Schnatterenten leben in monogamen Saisonehen zusammen. Sie sind Bodenbrüter und legen ihre Nester meist einzeln, manchmal auch fast kolonieartig mit geringem Abstand nebeneinander an. Die Weibchen bauen das Nest auf trockenem Untergrund in dichter Vegetation. Dazu wird unweit des Wassers eine Mulde mit Pflanzenmaterial angelegt. Das Ausbrüten der Eier übernehmen ebenfalls ausschließlich die Weibchen. Innerhalb von 24 bis 26 Tagen brüten sie acht bis zwölf Eier aus. Nach dem Schlüpfen der Küken im Juni/ August dauert es 45 bis 50 Tage bevor die jungen Vögel flugfähig und selbstständig werden. Es kann auch vorkommen, dass die Mutter die Jungen schon vorher verlässt.

Schon gewusst?

Der Artname streperaaus dem Lateinischen bedeutet 'lautstark' und passt somit zur deutschen Artbezeichnung.

Systematik
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes), Familie: Entenvögel (Anatidae), Tribus: Schwimmenten (Anatini), Gattung: Mareca, Art: Schnatterente

Quellen:
Lars Svensson: Der Kosmos Vogelführer, Stuttgart 2011.
Bayerisches Landesamt für Umwelt, lfu.bayern.de

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