Schlagschwirl

Locustella fluviatilis

Gesang des Schlagschwirls

Stimme des Schlagschwirls
Rufe wenig kennzeichnend „zrr“ oder unrein schnalzend „tschick“.

Gesang sehr typisch, bemerkenswert maschinenartig wetzend, oft mit nur kurzen Unterbrechungen, meist auch nachts, auch tagsüber zu hören, „zre-zre-zre…“ oder „dze-dze-dze-dze…“, Tempo (oft recht ruhig) und Höhe etwas variabel. Erinnert an große Heuschrecke oder kraftvolle Nähmaschine, aus der Nähe mit metallischem Oberton.

Status

Rote Liste Bayern: Arten der Vorwarnliste
Rote Liste Deutschland: nicht gefährdet

Aussehen

Schlagschwirl auf Ast | © Dr. Christoph Moning © Dr. Christoph Moning
Schlagschwirl (Locustella fluviatilis)

Größe: ca. 14,5 – 16 cm

Kennzeichen
Recht großer, dunkler, lang gestreckter Schwirl mit breitem, gerundetem Schwanz. Oberseite einfarbig graubraun, mitunter mit schwachem Olivton, Unterseite schmutzig weiß mit olivbraunen Flanken; kurzer undeutlicher, schmutzig weißer Überaugenstreif und mit diesem zusammenhängender heller Augenring, diffuse graue Fleckung oder Strichelung (variierende Deutlichkeit, manchmal auch unter Kehle), olivbraune Unterschwazdecken mit breiten weißlichen Spitzen (wirken gefleckt). Von Nahem sieht man schmutzig weiße Färbung der Außenfahne der äußersten langen Handschwinge, leichte Bogenform der Flügelkante und lange Unterschwanzdecken, fast bis zur Schwanzspitze reichend. Schnabel recht dunkel, Beine rosa.

Beobachtungstipp
Da Schwirle oftmals relativ versteckt in der Vegetation sitzen, können sie am besten anhand des Gesangs entdeckt werden. Wer einen ersten Hinweis auf einen Schlagschwirl in der Nähe hat, kann sich auf die Suche machen. Die Männchen suchen sich zum Singen Sitzwarten, die meist etwas besser einzusehen sind. Gesungen wird vermehrt früh morgens oder spät abends, zu Beginn der Brutzeit aber fast den ganzen Tag lang.

Vorkommen

Schlagschwirl singt auf Ast | © Gunther Zieger © Gunther Zieger
Männchen des Schlagschwirls sind während der Brutzeit gut zu hören

Bei uns
Sommervogel (Mitte Mai bis August), überwintert in Ostafrika

Verbreitung
Das Areal des Schlagschwirls erstreckt sich von Mitteleuropa bis Westsibirien, südlich bis in die nördliche Schwarzmeer-Region. eine Subspezies.

Verbreitung in Deutschland
In Deutschland erreicht der Schlagschwirl seine westliche Verbreitungsgrenze. Besonders häufig kommt er im Nordostdeutschen Tiefland, beispielsweise in den Flusstalniederungen Mecklenburg-Vorpommerns, vor. Aufgrund seiner versteckten Lebensweise eher selten zu sehen, kann man das Männchen zu Beginn der Brutzeit vor allem hören. Denn so lange das Männchen noch unverpaart ist, gilt es als besonders ausdauernder Sänger.

Verbreitung in Bayern
Der Schlagschwirl kommt in Bayern zerstreut bis lokal vor. Die Nachweise in Bayern sind sehr lückenhaft und die meisten beziehen sich nur auf singende Männchen. Verbreitungsschwerpunkte befinden sich in der Mittleren und Südlichen Frankenalb sowie entlang der Flussniederungen von Main, Itz, Baunach, Donau, Isar und Inn. Trotz vieler neuer Nachweise ist insgesamt ein Arealschwund erkennbar.

Lebensweise

Schlagschwirl, halb verdeckt im Geäst | © Dr. Christoph Moning © Dr. Christoph Moning
Schlagschwirle sitzen oft gut versteckt in der Vegetation

Verhalten
Scheu und fast nur beim Singen sehen.

Lebensraum
Brütet in dichten, nicht zu hohen Laubgehölzen an Flüssen und Sumpfrändern, in feuchtem Gebüsch, kleinen Auwaldbeständen (Birke, weide, Erle), doch nicht in niedriger Vegetation.

Nahrung
Der Schlagschwirl ernährt sich vor allem von den Entwicklungsstadien kleinerer Insekten und Spinnen, die er am Boden oder in der Kraut- und Strauchschicht von den Blättern und Stängeln sammelt.

Der Balzgesang
Das Männchen des Schlagschwirls ist ein sehr ausdauernder Sänger. Zu Beginn der Balz wird zu fast zu allen Tages und Nachtzeiten, mit besonders hoher Aktivität in der Dämmerung, gesungen. Als Sitzwarte dienen entweder Äste oder stabile Krautstängel. Wer ein Weibchen gefunden hat kann sich etwas entspannen, denn dann wird nur noch in den frühen Morgen- und späten Abendzeiten gesungen.

Schon gewusst?

Nur wenige Brutvögel sind so kurz bei uns, wie der Schagschwirl. Fast drei Viertel des Jahres ist er auf dem Zug oder in Afrika.

Gefährdung

Wie viele andere Arten auch ist der Schlagschwirl vor allem durch den zunehmenden Lebensraumverlust gefährdet. Durch Entwässerung, Zerstörung von Auwäldern und Feuchtgrünländern oder Überbauung gehen die Lebensräume des Schwirls verloren.

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes), Familie: Grassänger (Locustellidae), Gattung: Schwirle (Locustella), Art: Schlagschwirl

Quellen:
Lars Svensson: Der Kosmos Vogelführer, Stuttgart 2011.
Bayerisches Landesamt für Umwelt, lfu.bayern.de

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