Schellente

Bucephala clangula

Flugruf der Schellente

Stimme der Schellente
Männchen balzt mit einem niesenden doppelten Ton „bii-BIITSCH“, oft von tiefen, trockenem Rattern „drrudrrir“ ähnlich Schnatterente begelitet;
Weibchen ruft etwas weicher und langsamer als Reiherente besodners im Flug „brra, brra,…“; am häufigsten ist im Flug das laute, musikalische Flügelklingeln zu hören, vor allem bei Männchen im Prachtkleid (fast fehlend im Jungendkleid).

Status

nicht gefährdet

Blick ins Geschichtsbuch

Volkstümlicher Name 
Im Flug erzeugen die Flügel ein klingendes Geräusch, wie von kleinen Schellen.

Aussehen

Schellenten-Männchen schwimmt auf dem Wasser und guckt direkt in die Kamera | © Frank Derer © Frank Derer
Schellente, Männchen (Bucephala clangula)

Größe: ca. 40 – 48 cm

Spannweite: ca. 62 – 77 cm

Kennzeichen
Mittelgroß, kompakt, mit großem, rundem Kopf wie ein Knauf auf recht kurzem Hals, Scheitel kurz und hoch; innere Armschwingen weiß, Unterflügel sonst schwärzlich, Oberflügel bei adulten mit viel Weiß; Flug mit raschen Flügelschlägen schnell, aber anstrengt wirkend; eigentlich nur auf Island mit der Spatelente verwechselbar.

Männchen Prachtkleid: Schwarzer Kopf mit grünem Glanz, großer, runder, weißer Zügelfleck, gelbe Iris; Brust und Flanken weiß leuchtend, Heck und teilweise Oberseite schwarz, Schulterfedern erzeugen schräges, schwarz-weißes Streifenmuster.

Weibchen: Kopf braun, Iris blass gelb, Halsring und Bauch weiß, Brust und Flanken grau, dunkler Schnabel zur Brutzeit mit gelbem Band vor Spitze, sonst fehlend.

Ähnliche Arten
Spatelente

Vorkommen

Schellenten-Weibchen schwimmt auf dem Wasser | © Rosl Rößner © Rosl Rößner
Schellente, Weibchen (Bucephala clangula)

Bei uns
Sehr seltener Brutvogel, regelmäßiger Durchzugs- und Wintergast, Mittel- und Kurzstreckenzieher (Winterflucht)

Verbreitung
Das Areal der Art erstreckt sich von Nord- und Osteuropa bis zum Beringmeer.

Verbreitung in Bayern
Die Schellente hat in Bayern, als westlicher Vorposten ihres östlichen Areals, lokale bis regionale Vorkommen. Verbreitungsschwerpunkte liegen in der Oberpfalz (Bodenwöhrer Senke), am Chiemsee und im Raum Obere Isar/Walchensee sowie am Lech oberhalb Augsburgs. Mehrere Neuansiedlungen gab es vor allem in der nördlichen Oberpfalz (Landkreise NEW und TIR). Die aktuelle Bestandsschätzung beträgt mehr als das Doppelte jener aus dem Zeitraum Ende der 1990er Jahre und setzt damit einen positiven Trend fort.
Das wichtigste Rast- und Überwinterungsgewässer in Bayern ist der Chiemsee. Die wichtigsten Mausergebiete sind Ismaninger Teichgebiet, Chiemsee und Charlottenhofer Weihergebiet.

Bestand in Bayern: 110 - 150 Brutpaare
Maximum in Bayern: 5500 - 7000 Individuen im Februar

Lebensweise

Schellentengelege in einer Baumhöhle | © Dieter Hopf © Dieter Hopf
Gerade geschlüpfte Schellentenküken müssen zuerst aus der Nisthöhle springen

Verhalten
Scheu, meist nur in kleinen Gruppen. Tagsüber sieht man sie auch vereinzelt, zum Schlafen in größeren Gruppen. 
Männchen legt bei der Balz im Spätwinter den Kopf auf den Rücken und streckt dann den Hals mit aufwärts gerichtetem Schnabel, dabei manchmal mit den Füßen wassertretend.

Lebensraum
Brütet bevorzugt an meist klaren, nährstoffarmen Waldseen, auch an trägem Flüssen, seltener an Küsten, sofern dort Baumhöhlen als Nistplätze vorhanden sind (alte Schwarzspechthöhlen, ausgefaulte Stämme, auch künstliche Nistkästen). Weicht im Winter an Küsten und auf eisfreie Binnengewässer aus, kehrt früh an die Brutplätze zurück.

Nahrung
Schellenten fressen gerne Insekten, Muscheln, Schnecken, Krebstiere, kleine Fische und Wasserpflanzen.

Fortpflanzung
Die Schellente brütet in Baumhöhlen, alten Schwarzspechthöhlen und Nistkästen. Das Loch in der Höhle sollte über zehn Zentimeter groß sein und die Höhle etwa 45 Zentimeter tief sein. Geeignete Bruthöhlen finden sich in Mittel- und Osteuropa vor allem in alten Eichen. Schellenten nehmen Bruthilfen in Form künstlicher Nisthöhlen jedoch sehr gerne an und ziehen diese sogar natürlichen vor. Die Bruthöhle kann sich zwar unmittelbar über dem Boden befindet, aber auch Bruthöhlen in einer Höhe von acht bis zehn Meter werden von dieser Entenart angenommen.

Schon gewusst?

Auf ihren Tauchgängen nach Nahrung kann die Schellente bis zu acht Meter tief tauchen.

Die gerade geschlüften Schellentenküken springen aus den Nisthöhlen zum Teil über 10 Meter auf den Boden und tun sich nichts.

Helfen Sie mit

An ruhigen Gewässern mit Altholz und Baumbestand kann das Anbringen von Nisthilfen für Schellenten die Brutplatzwahl erleichtern. Wenden Sie sich gerne an Ihren örtlichen Naturschutzbund, um eine geeignete Nisthilfe und einen guten Standort zu finden.

Systematik
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes), Familie: Entenvögel (Anatidae), Unterfamilie: Anatinae, Tribus: Meerenten und Säger (Mergini), Gattung: Bucephala, Art: Schellente

Quellen:
Lars Svensson: Der Kosmos Vogelführer, Stuttgart 2011.
Bayerisches Landesamt für Umwelt, lfu.bayern.de

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