Robinie – Robinia pseudoacacia

Robinie mit Blüten | © Helga u. Hubertus Zinnecker © Helga u. Hubertus Zinnecker
Robinie - Baum des Jahres 2020

Die Robinie wird aufgrund der gelegentlichen Verwechslung mit der Akazie auch Scheinakazie genannt. Sie ist ein im Mai blühender, sommergrüner Baum mit tief gefurchter Borke, gefiederten Blättern und stark verzweigter Krone. Sie blüht weiß in hängenden Blütentrauben und hat einen angenehmen Duft. Ihre Blüten sind sehr nektarreich und daher wertvoll für Bienen. Die Blüten können auch zu Sirup oder Gelee verarbeitet werden, der Rest der Pflanze ist jedoch giftig.

Das Holz der Robinie hat einen grünlich braunen Kern, ist witterungsbeständig, zäh, elastisch und hart. Es hat daher sehr gute Eigenschaften und wird gerne in der Konstruktion verwendet, als Pfahlholz, beim Bau von Brücken oder für Gartenmöbel und auf Spielplätzen.

Die Robinie zählt zu den Pionierbaumarten, die offene Standorte schnell besiedeln und viel Licht benötigen. Durch Knöllchen-Bakterien kann die Robinie Luftstickstoff im Boden fixieren, was es ihr ermöglicht, auch sehr unwirtliche Lebensräume zu besiedeln. Sie wurzelt tief und breitet sich sowohl durch Samenverbreitung über den Wind als auch über Wurzelbrut und Stockausschläge aus.

Die Robinie - Fluch oder Segen?

Robinienblüten | © Helga u. Hubertus Zinnecker © Helga u. Hubertus Zinnecker
Blüten und Blätter der Robinie

Die Robinie ist keine heimische Baumart. Sie stammt aus Nordamerika und wurde im 17. Jahrhundert nach Europa eingeführt. Eine Legende besagt, dass der Pariser Apotheker und Kurator der königlichen Gartenanlagen Jean Robin, nachdem Carl von Linné die Robinie benannte, die Robinie nach Europa einführte. Dies ist jedoch nicht bewiesen. Sie zählt in Europa mittlerweile zu den häufigsten fremdländischen Baumarten und steht auf der Liste der invasiven Pflanzen für Deutschland.

Durch die Fixierung des Luftstickstoffs über Knöllchen-Bakterien sowie das stickstoffreiche Laub der Robinie reichert die Robinie Stickstoff im Boden an. Sie stellt daher für stickstoffarme Lebensräume, die aufgrund ihrer besonderen Artenausstattung besonders schützenswert sind, eine Bedrohung dar. Beispiele hierfür sind Mager- und Trockenrasen, Binnendünen oder lichte natürliche Kiefernbestände. Die Robinie von dort zu entfernen gestaltet sich als schwierig. Da sie aus Wurzelbrut wieder austreibt, reicht ein einfaches Fällen nicht aus, man müsste sie ausgraben. Im Wald stellt die Robinie jedoch meist keine Gefahr dar, da sie sehr viel Licht benötigt. Ihr Waldanteil macht in Deutschland lediglich in etwa 0,1 Prozent aus.

 

Robinienblätter | © Peter Bria © Peter Bria
Robinienblätter

Die oben genannten Eigenschaften lassen die Robinie sehr gut mit extremen Standorten zurechtkommen. Durch ihr dichtes und weitläufiges Wurzelsystem ist sie gut geeignet, um an Steilhängen und Böschungen den Boden zu sichern. Auch im Waldumbau zu klimastabilen Wäldern ist die Robinie von Bedeutung, da sie gut mit Trockenheit und Hitze zurechtkommt.

Die Robinie ist ein gutes Beispiel für Arten, die für bestimmte Zwecke nach Europa eingeführt wurden, wie im Falle der Robinie als Zierpflanze und auch später zur Wiederaufforstung übernutzter Gebiete, die jedoch dominante Eigenschaften haben und dadurch heimische Arten verdrängen und so eine Gefahr für heute seltene Lebensräume darstellen.

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