Vaccinium uliginosum - Rauschbeere

Rauschbeere - Vaccinium uliginosum | © Eva Schubert © Eva Schubert
Zum Verwechseln ähnlich - die Rauschbeere

Die Rauschbeere gehört wie unsere Heidelbeere auch zu den Heidekrautgewächsen. Die einheimische Pflanze wächst im nährstoffarmen Moor, Moorwäldern und Zwergstrauchheiden. Die Pflanze hat ihren Namen nicht umsonst - beim Genuss der Beeren ist Vorsicht angeraten. Da die Pflanze psychotrope Substanzen aufweist, kann der Verzehr zu rauschbedingten Schwindelgefühlen, Erbrechen und anderen Vergiftungserscheinungen führen.

Da sie eine Halblichtpflanze ist, darf sie nicht allzu sehr von umgebender Vegetation beschattet werden- andernfalls verschwindet sie von diesem Standort. In lichtdurchfluteten Moorwäldern oder an offenen Standorten fühlt sich die Pflanze wohl. Die nährstoffarmen und sauren Böden auf welchen sie wächst, bedingen, dass nur wenig andere Vegetation vorhanden ist, wodurch die Rauschbeere konkurrenzfähig bleibt.

 

Enge Verzahnung im Lebensraum

Der gefährdete Hochmoorgelbling Colias palaeno | © Dr. Eberhard Pfeuffer © Dr. Eberhard Pfeuffer
Colias palaeno ist auf die im Moor vorkommende Rauschbeere angewiesen

Zu den Besonderheiten der Pflanze gehört auch, dass sie der Raupe des gefährdeten Hochmoorgelblings Colias palaeno als Futterpflanze dient. Der Schmetterling ist somit auf diese Pflanze angewiesen. Er legt seine Eier nur auf der Rauschbeere ab. Wenn die Raupen schlüpfen ernähren sie sich von der Pflanze und nutzen sie auch zur Überwinterung. Der Hochmoorgelbling ist also eng an das Vorkommen der Rauschbeere gebunden. In diesem Zusammenhang bedeutet das, eng an den Lebensraum Moor gebunden.

Verschwindet die Pflanze, verschwindet auch der Hochmoorgelbling, welcher auf der Roten Liste in der Kategorie 2 zu finden ist, somit als stark gefährdet eingestuft wird.

Weitere Infos zum Hochmoorgelbling und dem Schutz der Moore für Sie.

 

Welche Faktoren bedingen das Verschwinden der Pflanze?

Moor Eglinger Filz | © Oliver Wittig © Oliver Wittig
Bäume und Sträucher können in ein Moor einwandern und dieses zuwachsen lassen

Die Pflanze kommt hauptsächlich in nährstoffarmen Mooren und Moorwäldern vor. Durch eine externe Stickstoffdüngung wird dieser Lebensraum mit Pflanzen überwachsen, die stickstoffverträglich sind. Diese wandern nach und nach in das Moor ein und werden für konkurrenzschwache Pflanzen zum Problem.  Durch so verursachten Lichtmangel verschwindet die ursprünglich vorhandene Flora. 

Auf die Einwanderung von immer mehr Pflanzen auf den feuchten Standort wird die Pflanzendecke nicht nur dichter - der Standort wird trockener. Dieser Umstand macht es der umliegenden Vegetation einfacher sich zu behaupten, sodass über kurz oder lang auch durch einwandernde Bäume und Sträucher eine Konkurrenz entsteht.

Die Stickstoffeinträge können dabei von benachbarten genutzten landwirtschaftlichen Flächen stammen, jedoch reicht auch der Eintrag durch die Luft, die sogennante luftbürtige Stickstoffdeposition.

Die licht-liebende Rauschbeere kann so über kurz oder lang von ihrem Standort verdrängt werden - und mit ihr, auch der Hochmoorgelbling. 

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