Kuckuck

Cuculus canorus

Kuckuck sitzt auf einem Ast, der linke Flügel ausgebreitet | © Oliver Richter © Oliver Richter

Volkstümliche Namen

Die meisten Volksnamen drücken seit Urzeiten den Gesang des männlichen Vogels aus. So wird er als 'Guguck' oder in Franken auch als 'Gutzergeier' bezeichnet.

Beschreibung

Kuckucke sind mittelgroße Vögel mit langem Schwanz und spitzen Flügeln. Die Männchen haben an Kopf, Hals, Brust und Rücken eine aschgraue Färbung, die Unterseite ist sperberartig gebändert. Die Weibchen sind ähnlich wie die Männchen, aber mit leichtem Rostton und angedeuteter Kehlbänderung. Selten treten auch Weibchen in der rotbraunen Morphe auf, die oberseits leuchtend rostrot gefärbt sind. Jungvögel sind oberseits düster bräunlich gefärbt und von rotbraun gefärbten Weibchen stets durch einen weißen Nackenfleck zu unterscheiden.

Kuckuck sitzt auf einem Baumstamm und hat den Schnabel geöffnet. Zaunkönig steht davor | © H. Lutschak © H. Lutschak
Kuckuck mit seinem Wirtsvogel Zaunkönig

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung bei dem Kuckuck findet ab dem 2. Lebensjahr statt. Es herrscht ein ausgeprägter Brutparasitismus. Nach der Rückkehr aus den Winterquartieren Ende März bis Ende April und der Paarung im Brutgebiet legt das Weibchen jeweils ein Ei in Wirtsvogelnester. Die Wirtseltern brüten das Ei aus und ziehen das Junge auf. Die Phänologie von Kuckuck und Wirtsvögeln ist daher im Jahreslauf eng synchroniert. Jedes Weibchen legt zwischen 9 und 25 Eier ab. Bebrütung etwa 12 Tage.

Nahrung

Die Nahrung besteht fast ausschließlich aus Insekten, v.a. haarige Schmetterlingsraupen, Käfer, Heuschrecken, Hautflügler, Libellen und Ohrwürmer.

Verbreitung

Der Kuckuck besiedelt fast alle Klimazonen in Eurasien von den borealen Zonen in Norwegen und Russland bis in die mediterrane und Halbwüstenzone in Nordafrika und Kleinasien. Östlich bis Japan vorkommend. Fehlt nur in der Tundrazone und oberhalb der alpinen Baumgrenze.

Verbreitung in Bayern

Nahezu flächige Verbreitung. Kuckuck-Nachweise liegen aus allen Landesteilen bis in die montane Stufe der Alpen vor.

Häufigkeit: Haufiger Brutvogel. Regionen mit unterdurchschnittlicher Dichte sind im Ochsenfurter und Gollachgau, im südlichen Mittelfränkischen Becken, in der Frankenalb, in den Alpen, im Naturpark Augsburg-Westliche Walder und in den ostbayerischen Mittelgebirgen zu finden. Die überwiegende Mehrzahl der Quadranten im Bayerischen Brutvogelatlas weist 2–3 bzw. 4–7, einzelne auch 21–50 Reviere pro Quadrant auf.

Bestand: Die aktuelle Bestandsschatzung liegt unter jener aus dem Zeitraum 1996–99. Das Monitoring häufiger Brutvogel zeigt bundesweit einen negativen Trend auf (DDA unveröff.). Einzelne Regionen mit ausgedünnten Bestanden (s. o.) deuten demnach auch für Bayern einen verbreiteten Rückgang an (vgl. Reichholf 2005). Als Ursache fur eine negative Bestandsentwicklung am Unteren Inn wurde der regionale Ruckgang von Wirtsvogeln (Rohrsänger) beschrieben (Reichholf 2006).

Bestandsschätzung: 7.000–11.500

Kuckuck sitzt auf einer menschlichen Hand und hat einen Sender auf dem Rücken | © Dr. Andreas von Lindeiner © Dr. Andreas von Lindeiner
Kuckuck mit einem Satelliten-Telemetrie-Sender auf dem Rücken

Lebensraum

Der Kuckuck besiedelt in Mitteleuropa nahezu alle Lebensräume mit abwechslungsreicher Struktur. Er meidet ausgeräumte Agrarlandschaften und Siedlungen. Lebensräume, in denen eine hohe Dichte an Wirtsvögeln vorkommt werden bevorzugt.

Gefährdung

Durch starken Rückgang und zunehmende Ausdünnung der Bestände der wichtigsten Wirtsvogelarten als Folge von Zerstörung und Verlust der Lebensräume, insbesondere durch Ausräumung der Agrarlandschaft. Verlust von Rastbiotopen auf den Zugwegen und Verfolgung auf den Zugrouten. Drastischer Rückgang von Großinsekten durch zunehmenden Biozideinsatz und Verlust der Lebensräume oder Nahrungspflanzen. Menschliche Verfolgung.

Bedrohung durch Klimawandel: Eiablage des Kuckucks erfolgt in Wirtsvogelnester mit adäquatem Brutfortschritt. Viele Wirtsvogelarten kehren aufgrund des Klimawandels jedoch immer früher aus ihren Überwinterungsgebieten zurück. Dadurch besteht die Gefahr, dass sich die Beziehung Kuckuck - Wirtsvögel mit fortschreitendem Klimawandel desynchronisiert.

Schutz

Citizen Science: Der LBV führt seit 2008 das Projekt "Kuckuck - Schon gehört?" durch. Allein im Jahre 2012 meldeten 4.000 Menschen die Ankunft des Kuckucks in Bayern. So erforscht der LBV, ob der Kuckuck seine Ankunft in Bayern vorverlegen kann.

Satelliten-Telemetrie: Mit dem im Jahr 2013 gestarteten Satelliten-Telemetrie-Projekt will der LBV die unbekannten Zugrouten ermitteln und das Winterhabitat erforschen. So sollen die Grundlagen für ein umfassendes Schutzprojekt gelegt werden.

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