Kolkrabe

Corvus corax

Kolkrabe auf Zaun | © Henning Werth © Henning Werth

Volkstümliche Namen

Als Galgen- und Plagvogel wird der Kolkrabe auch als 'Aas-Raabe' bezeichnet, wobei ungeklärt ist, ob es sich in den historischen Geschichten wirklich beim Galgenvogel um den Kolkraben handelt. Manchmal wird der Kolkrabe auch als 'Gold-Raabe' bezeichnet, was auf das im Sonnenschein scheinbar Gold glänzende Gefieder des Vogels zurückzuführen ist.

Kennzeichen

Mit einer Körperlänge von 54 bis 67 cm und einer Flügelspannweite von 120 bis 150 cm ist der Kolkrabe der größte Rabenvogel Europas. Männchen sind nur geringfügig größer und schwerer, als die Weibchen, wodurch beide kaum voneinander zu unterscheiden sind. Das Gefieder der adulten Vögel ist einfarbig schwarz und verfügt über einen metallisch grün oder blau-violetten Glanz, welcher den Jungvögeln fast vollständig fehlt. Beine und Schnabel sind ebenso schwarz gefärbt. Auffällig sind die Krümmung des Oberschnabels nach unten, sowie die Nasalborsten, Kehlfedern und der keilförmige (rautenförmige) Schwanz, wodurch er von anderen, ähnlich erscheinenden Vögeln im Flug unterschieden werden kann.

Seine Rufe sind auffallend tiefer wie die der verwandten Rabenkrähen „kark“ oder „kok“.

Vorkommen

Kolkraben nutzen Gebirge, Felsküsten, Wälder und Kulturlandschaften unterschiedlicher Beschaffenheit als Lebensraum, wobei Felsnischen, große Bäume oder ähnliches vorhanden sein muss, um den Nestbau zu ermöglichen. Seine Verbreitung erstreckt sich über fast ganz Europa, Asien, Nord- und Ostafrika, sowie Nord- und Mittelamerika.

Nahrung

Das Nahrungsspektrum des Kolkraben ist sehr breit und reicht von Abfällen über Aas, Amphibien, Reptilien, Wirbellosen, Eiern und Küken bis hin zu pflanzlicher Kost. Dabei profitieren Raben von ihrer großen Lernfähigkeit und Intelligenz und verstehen sich beispielsweise gut darauf brütende Vögel von ihrem Gelege zu vertreiben, um ein Ei oder Küken zu erbeuten.

Fortpflanzung

Im März/April legt das Weibchen 4 bis 6 Eier, die es zumeist allein bebrütet. Nach rund 20 Tagen schlüpfen die Jungvögel, welche von beiden Eltern gefüttert werden. Nach weiteren 40 bis 42 Tagen fliegen die Jungvögel im April/Mai das erste Mal aus. Die Jungvögel verweilen oft zwei bis drei Jahre bei ihren Eltern. Frei lebende Raben werden bis zu 20 Jahre alt.

Bedrohung

Nach Jahrhunderten der rücksichtslosen Verfolgung, ist der Kolkrabe zwar aktuell nicht mehr gefährdet (IUCN: „least concern“), wird in Deutschland jedoch ganzjährig geschont und bedarf des Schutzes vor allem vor illegaler Jagd.

Verhalten

Kolkraben sind äußerst intelligente und sprachgewandte Tiere. Dabei nutzen sie eine Vielzahl unterschiedlicher Lautäußerungen (Kolken, Grunzen, Rülpsen, Knarren, Sirren) und ahmen mitunter die Rufe anderer Vögel und Wildtiere nach. Des Weiteren unterscheiden sie zwischen vertrauten und fremden Raben, sowie „freundlich“ und „unfreundlich“ bekannten Raben und begrüßen diese mit jeweils anderen Stimmlagen.

Kolkraben sind verspielt und beschäftigen sich gern mit Artgenossen beim „Rodeln“ im Schnee, Kopfunterhängen und Schaukeln, sowie dem Spiel mit Gegenständen. Durch ihre hervorragenden Fertigkeiten im Flug sind Raben in der Lage Loopings und Sturzflüge zu vollführen und können sogar auf dem Rücken fliegen. Beim Hochzeitsflug beweist das Männchen, dass es ein wahrer Luftakrobat ist, um das Weibchen zu beeindrucken. Einmal überzeugt, bleiben sich Männchen und Weibchen lebenslang treu.

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